Der moderne Vatertag

Vatertag, Familie

Als Ehrentag der Väter gilt der 40. Tag nach Ostern, der immer auf den nationalen, religiösen Feiertag Christi Himmelfahrt fällt. Dieser Tag wird auch als Männertag bezeichnet und im Vordergrund steht die Herrentagspartie, die sich aus der Einweihung der Jüngeren in die Gebräuche und Sitten der Männlichkeit formiert hat. Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts sollten an diesem Tag Jüngere in die Freuden des Vaterseins eingeführt werden. Der Begriff „Vater“ wird damit großzügig auf „Mann“ ausgeweitet, sodass auch kinderlose Herren an der Partie teilnehmen dürfen.

Traditionell Veranstalten die Herren der Partie eine Wanderung zu traditionellen Ausflugspunkten wie etwa gastronomischen Einrichtungen. Zum typischen Bild der Männerrunden gehören Bollerwagen, Schubkarren, Fahrradanhänger oder sogar Traktoren mit Anhängern. Diese Fahrzeuge sind notwendig, um Getränke zu transportieren, die mitgeführt werden. Obligatorisch ist der Schmuck mit Birkenzweigen und Flieder.

Der moderne Vatertag hat die reinen Männerrunden verändert: Inzwischen entdecken immer mehr Väter den Tag als Familientag, der für gemeinsame Ausflüge genutzt wird. Es wird sich zunehmend wieder auf den Begriff des Vaters besonnen, der seiner Rolle an diesem Tag besonders gerecht werden will. Der Gedanke der Einweihung der Jüngeren wird übertragen verwendet und so unternehmen Väter etwas mit ihren Kindern, wobei es hauptsächlich um die zusammen verbrachte Zeit geht.

Neue Rituale für den Vatertag

An diesem Tag werden häufig Aktivitäten angeboten, die sich besonders für Väter und Söhne aber auch für Väter und aufgeschlossene Töchter eignen, um etwas Spannendes gemeinsam zu erleben: Baggern im Sand, eine gemeinsame Radtour oder Wanderung. Auch viele Gemeinden richten sich auf den Vatertag ein und richten dafür häufig Feste aus: Diese sind als Treffpunkt eingerichtet, bei dem es häufig Essen und Trinken gibt aber auch ein buntes Programm, das auf Familien mit Kindern abgestimmt ist.

Einige junge Familien treffen sich an diesem Tag auch mit befreundeten Familien, um gemeinsam Wandern zu gehen oder etwas anderes zu unternehmen. Für viele wird der jährliche Treff zur schönen Institution, bei der man sich austauscht und die Kinder miteinander spielen.

Den Vatertag jährlich gemeinsam zu planen ist ein schönes Ritual. Es ist sowohl für die Kinder als auch für die Väter mit viel Vorfreude verbunden, wenn beide Seiten wissen, was sie Schönes an diesem Tag erwartet.

Am Vatertag sollte der Papa aber auch in besonderem Maß gewürdigt werden. In der DDR war es üblich, dass Kinder Ihrem Vater zum Ehrentag etwas bastelten, um ihn mit dieser Kleinigkeit zu erfreuen. Dieses Ritual war in den letzten Jahren nahezu verschwunden. Während die Mama am Muttertag noch eine Würdigung durch einen Blumenstrauß und Gebasteltes erfährt, gingen Väter oft leer aus. Derzeit ist zu beobachten, dass der alte Vatertag als Ehrentag neu auflebt. Die Erklärung dafür ist recht einfach: Viele Paare greifen, sobald sie selbst Eltern geworden sind, auf alte, bekannte Verhaltensmuster zurück. Vor allem lieb gewonnene Rituale der eigenen Kindheit werden wiederbelebt.

Für den Vatertag dieses Ritual wieder zu beleben, lohnt sich. Der gemeinsame Tag beginnt perfekt, wenn die Kinder den Vater wecken und mit einer Kleinigkeit überraschen. Dies ist, zusammen mit einem vielleicht schon durch die Kinder vorbereiteten Frühstück, die ideale Einstimmung auf die gemeinsame Unternehmung am Vatertag.

Die Bedeutung der Rituale

Rituale sind im eigentlichen Sinne Kulthandlungen. Das Ritual wird jedoch durch ein wiederkehrendes Prinzip charakterisiert, das eine ordnende Wirkung hat.

Besonders für Kleinkinder und Grundschulkinder lohnt es sich, Rituale zu schaffen. Der schnelllebige Alltag wird bestimmt durch immer neue Veränderungen. Rituale setzen dem Konstanten entgegen, die zur Orientierung beitragen. Sie schaffen Ordnung im Alltag und helfen dabei Krisen zu bewältigen, da Sie Halt und Geborgenheit schenken. Speziell bei Kindern tragen Sie deshalb dazu bei, Ängste zu reduzieren.

Rituale, so wie das des gemeinsam verbrachten Vatertags, schaffen Gemeinsamkeiten innerhalb einer Familie, die sonst im Alltag oft untergehen würden. Sie sind deshalb wichtig für die Ausprägung des Wir-Gefühls und für den familiären Zusammenhalt. Verlässliche Rituale schenken Kraft und vor allem Trost: War ein Tag weniger schön, dann lässt die Vorfreude auf den gemeinsamen Vatertag diesen Tag besser verarbeiten.

Es ist empfehlenswert etwa zwei Tagesrituale und mehrere Wochen- und Jahresrituale in das Familienleben zu integrieren. Sie sollten bei der Auswahl darauf achten, dass alle Beteiligten Spaß am Ritual haben. Es geht bei Ritualen allerdings nicht darum das Familienleben zwanghaft zu machen, deshalb sollten Sie vereinzelt Rituale einfließen lassen und nicht das gesamte Leben damit streng durchterminieren.

Sie sollten zudem beachten, dass Rituale mit einer Familie und deren Kindern mitwachsen. Das bedeutet, dass sie sich den wandelnden Bedürfnissen einer Familie anpassen. Halten Sie nicht nur aus Gewohnheit an tradierten Unternehmungen fest, wenn diese nicht mehr zu den Vorlieben der Teilnehmer passen.

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