Der Schlaf-Rhythmus von Babys

Schlafen ist gesund. Wir verarbeiten die Erlebnisse des Tages, regenerieren unsere geistigen und körperlichen Kräfte. Erwachsene brauchen durchschnittlich 6-8 Stunden Schlaf. Aber wie viel Schlaf brauchen Säuglinge?
Der Schlaf-Rhythmus von Babys verändert sich im ersten Jahr ständig. Ein frischgeborener Säugling braucht zum Beispiel mehr Schlaf als ein Baby im elften Monat. Und er wacht auch in der Nacht häufiger auf, weil er öfter eine kleine Mahlzeit benötigt. 

Die ersten drei Monate

In ihren ersten drei Monaten schlafen Säuglinge 16 bis 20 Stunden täglich. Grundsätzlich können sie auch mal fünf oder mehr Stunden durchschlafen, aber in der Regel wachen sie alle zwei bis drei Stunden auf. Aus einem sehr nachvollziehbaren Grund: Sie haben Hunger. Wenn das Kind nachts durchschläft und nicht dem Alter entsprechend zunimmt, sollte es alle zwei bis drei Stunden zum Füttern geweckt werden. Lassen Sie sich in diesem Fall von Ihrem Arzt beraten.
Seien Sie auf alle Fälle für Ihr Kind da, wenn es schreit. Dann hat es die Sicherheit, dass es von seinen Eltern beschützt ist. Unser gewohnter Tag-Nacht-Rhythmus ist für einen Säugling in den ersten Monaten unwichtig. Die Eltern helfen ihm schon in dieser Zeit mit ihrem Verhalten, diesen Rhythmus zu lernen: Schlafen in der Nacht, Spielen am Tag. 
Für viele Mütter ist es ein schönes Gefühl, das Kind in den Schlaf zu stillen. Aber daraus sollte kein Ritual werden, sonst bekommt irgendwann der Vater ein Problem, das Baby ins Bett zu bringen.

Vom 4. bis zum 6. Monat

Nach den ersten drei Monaten benötigen Babys etwas weniger Schlaf. Durchschnittlich sind es 13 bis 15 Stunden täglich. Davon schläft es etwa ein Drittel am Tag und die übrigen Stunden in der Nacht. Mit jedem Monat gewöhnt es sich daran, mehr in der Nacht und weniger am Tag zu schlafen. In der Regel wird es nachts noch ein- bis zweimal aufwachen. Falls Sie es in der Nacht stillen oder wickeln, machen Sie das so ruhig wie möglich. Ruhige Bewegungen, wenig Licht, leise Stimme und kein Spielen. So lernt das Kind frühzeitig, dass die Nacht zum Schlafen da ist. Helfen Sie Ihrem Kind mit sanftem Streicheln und beruhigenden Worten wieder beim Einschlafen. Wenn das Kind krank ist und wach wird, müssen Sie natürlich zur Stelle sein, damit es Ihre Anwesenheit spürt.  Einschlafrituale in dieser Zeit sind wichtig, aber sie sollten nicht zum Selbstzweck werden. Sonst hat das Kind so viel Spaß daran, dass es wieder putzmunter wird und überhaupt nicht einschlafen möchte. 

Vom 7. bis zum 12. Monat

In der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres braucht ein Baby normalerweise noch weniger Schlaf. Durchschnittlich sind es 12 bis 14 Stunden am Tag. Wenn das Kind gesund ist und nachts aufwacht, ist es nicht mehr nötig, sofort zu reagieren. Lassen Sie ein paar Minuten vergehen, oft schläft das Baby von selbst wieder ein. Falls es länger unruhig wach bleibt, streicheln Sie es sanft und versuchen Sie, es mit beruhigenden Worten wieder einschlafen zu lassen. Bei vielen Kindern spendet ein Kuscheltier genug Trost, dass das Einschlafen leichter fällt. 

Babys träumen mehr

Übrigens haben Experten festgestellt, dass Babys viel mehr träumen als Erwachsene. Die Traumphase, die so genannte REM-Phase, kann ohne weiteres bei 50 Prozent liegen. Ab drei Jahren nimmt der Traum dann "nur" noch ein Drittel des Schlafes ein. Das Kleinkinder überhaupt mehr träumen müssen, ergibt sich aus der Funktion der Träume. Damit werden Erlebnisse des Tages verarbeitet. Und da für kleine Kinder ja viel mehr an jedem Tag neu ist als für uns Erwachsene, haben sie auch viel mehr zu verarbeiten. 

Wenn Sie ein Auge darauf haben, wann Ihr Kind ein Mittagsschläfchen hält, können Sie auch seinen Schlaf in der Nacht beeinflussen. Ruht das Baby am späten Nachmittag, wird es am Abend und in der Nacht schlechter schlafen. Planen Sie den zusätzlichen Schlaf am Tag am besten für den späten Vormittag oder den frühen Nachmittag ein. Etwas ältere Kleinkinder können auch kurz nach dem Mittagessen ein Nickerchen einlegen. Dann bleibt noch genug Zeit für neu erlebte Abenteuer, die nachts in der Traumphase verarbeitet werden müssen. 
Sehr hilfreich zum Einschlafen ist es, wenn Kinder nicht direkt aus der "Action" in den Schlaf kommen müssen. Eben noch mit der Familie wild auf dem Sofa gekuschelt und dann schlafen müssen – das fällt schwer. Beginnen Sie schon einige Zeit vor der Schlafenszeit, das allgemeine Tempo im Haushalt zu drosseln. Das bedeutet zum Beispiel, die Musik leiser zu machen und die Lichter zu dimmen. So fällt es dem Kind leichter, später in den Schlaf zu gleiten.

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