Der Mittagsschlaf beim Baby und seine Bedeutung

Gelbsucht bei Neugeborenen

Bis zum Alter von etwa einem Jahr schlafen Babys mehrmals über den Tag verteilt, einen klassischen Mittagsschlaf halten sie noch nicht. Die Schlafsequenzen verteilen sich in den ersten vier Lebensmonaten auf vier Tagschläfchen. Mit etwa einem halben Jahr reduzieren sich diese Schlafphasen auf zwei, meist vormittags und nachmittags. Mit etwa einem Jahr oder bei manchen Kindern mit anderthalb Jahren verändert sich der Schlafrhythmus erneut und anstelle der mehreren Tagschläfchen tritt ein größerer Mittagsschlaf. Dieser kann entweder am späten Vormittag oder in den frühen Nachmittagsstunden liegen. Kinder in diesem Alter brauchen die Mittagsruhe dringend, Eltern sollten diese Ruhephase auch ermöglichen. Im Schlaf wiederholen Kinder das Gelernte, sodass es im Gehirn fest verankert werden kann. Schlaf fördert laut Neuroendokrinologen die langfristige Lernleistung. Zudem schüttet das Gehirn beim Schlaf aber auch Wachstumshormone aus, die für die kindliche Entwicklung ebenfalls elementar sind.

Tipps für einen erholsamen Mittagsschlaf Ihres Babys

Nicht immer ist es leicht, das Baby zum Mittagsschlaf zu bewegen. Ideal ist es, wenn Sie das Kind dann schlafen legen können, wenn es die ersten Anzeichen von Ermüdung, wie etwa Augen, Ohren oder Nasen reiben zeigt oder sich ruckartig bewegt. Verpassen Sie diese Chance, dann warten Sie, bis das Kind erneut diese Symptome zeigt: Experten gehen von Zeitfenstern aus, die sich öffnen und schließen und den idealen Zeitpunkt für bestimmte Aktivitäten wie etwa Schlafen darstellen. Die Zeitfenster kehren etwa stündlich wieder. Studien belegen, dass die ideale Zeit für den Mittagsschlaf des Babys zwischen 12 und 14:30 Uhr liegt. Nutzen Sie die Zeit direkt nach dem Mittagessen, in der das Kind Ruhe zum Verdauen benötigt und ohnehin schläfrig werden wird. Nicht für alle Kinder ist das jedoch zutreffend. Bei einigen wird der Schlaf nach dem Mittagessen recht spät, wodurch der Vormittag sehr lang und für das Kind zu anstrengend wird. Zudem zieht sich der Mittagsschlaf bis in den späten Nachmittag hinein, sodass es zu Problemen beim Einschlafen am Abend geben könnte. Dann kann auch der Schlaf vor dem Mittagessen empfehlenswert sein. In jedem Fall sollte der Tagesablauf des Babys und damit auch der Mittagsschlaf gut strukturiert sein und täglich in derselben zeitlichen Abfolge ablaufen. Dieser Rhythmus und weitere kleine Rituale können helfen gut zur Ruhe zu finden: Kuscheln Sie sich gemeinsam ins Bett, singen Sie ein Lied vor oder schauen ein Buch an, bevor es ans Einschlafen geht. Sorgen Sie außerdem für eine ruhige Umgebung. Hilfreich kann ein abgedunkeltes Zimmer sein, das jede Ablenkung in Form von äußeren Reizen fernhält. Mittagsschlaf in diesem Alter muss nicht zwangsläufig im Bett stattfinden. Es bedeutet auch für die Mutter eine Form von Flexibilität, wenn das Kind im Tragetuch schläft. Viele Babys kommen mittags ohne die Bezugsperson nicht zur Ruhe und brauchen die körperliche Nähe. Mütter können das nutzen, um mit dem Baby mitzuschlafen. Ist das nicht möglich, beispielsweise weil Geschwisterkinder im Haus sind, dann ist ein Tragetuch eine sinnvolle und vor allem kindgerechte Möglichkeit dem Baby zum Schlaf zu verhelfen, ohne aber selbst eingeschränkt zu sein. Im Übrigen verhindert das Schläfchen im Tragetuch auch das Stimmungstief nach dem Mittagsschlaf: Während Kinder, die nach dem Mittagsschlaf im Bett aufwachen, oftmals quengelig sind und zum Teil bis zu einer Stunde brauchen, um sich zu akklimatisieren, ist dieses Phänomen bei Kindern, die während des Schlafes getragen werden, im Prinzip nicht zu beobachten. Babys und Kleinkindern fällt es oft schwer, sich von einer Situation auf eine neue einzustellen. Der Übergang aus dem Schlaf zum Wachsein wird deshalb mit einem Stimmungstief kommentiert. Wacht das Kind hingegen im Tragetuch auf, ist der Übergang von Schlaf zu Wachsein weniger hart, da es weiterhin gewogen wird und engen Körperkontakt hat. Um Ihrem Kind den Übergang vom Mittagsschlaf zum Wachsein zu erleichtern, sollten Sie mit ihm kuscheln, bis es völlig wach ist und bereitwillig aufstehen mag.

Wenn der Mittagsschlaf unnötig wird

Kleinkinder benötigen ab einem gewissen Alter keinen Mittagsschlaf mehr. Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, ist von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Etwa 25 % der Kinder benötigen bereits vor Vollendung des dritten Lebensjahres keinen Mittagsschlaf mehr. Die Hälfte aller Kinder schafft zwischen drei und vier Jahren das Schläfchen ab. Die übrigen 25 % aller Kinder behalten den Mittagsschlaf länger bei. Wann der Zeitpunkt zum Abschaffen des Mittagsschlafes gekommen ist, erkennen Sie daran, wenn das Kind abends Probleme beim Einschlafen hat. Liegen zwischen dem Nickerchen am Mittag und dem Zubettgehen mindestens vier Stunden und das Kind schläft dennoch nicht ein, dann sollte zunächst die Schlafdauer am Mittag auf eine Stunde oder anderthalb reduziert werden. Nicht selten brauchen Kleinkinder oft sehr lange, um mittags einzuschlafen. Dadurch verzögert sich der Mittagsschlaf so, dass dies zu abendlichen Problemen beim Bettbringen führt. Wird bei diesen Kindern aber auch den Mittagsschlaf verzichtet, so sind sie quengelig und sichtbar übermüdet. Diese Zwischenphase der Entwicklung ist anstrengend für Kinder und Eltern. Überbrücken lässt sich diese Zeit am besten mit einer ausführlichen Mittagspause, die den Mittagsschlaf ersetzt. Die Mittagspause können Sie nutzen zu einem gemeinsamen Kuscheln, bei dem eine CD angehört wird oder aber ein schönes Buch gelesen wird. Eine Pause von etwa 30 Minuten genügt als Auszeit völlig, um neue Energien für den Nachmittag zu mobilisieren. Auch, wenn der Mittagsschlaf bereits abgeschafft wurde, kann er zurückkehren: Phasenweise benötigen Kleinkinder hin und wieder mehr Schlaf, beispielsweise in Wachstumsphasen oder bei Entwicklungsschüben. Achten Sie deshalb immer genau auf Ihr Kind und seine Bedürfnisse. Schlaf lässt sich nicht erzwingen. Jedes Kind hat ein bestimmtes Schlafbedürfnis, das sich weder verlängern, noch verkürzen lässt; orientieren Sie sich am besten daran.

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