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Der Baby-Blues: Ursache, Erklärung und Hilfe

Die ersten Tage nach der Geburt, zu Hause mit Ihrem Baby, gerade noch Glück und Euphorie – dann plötzlich Stimmungsschwankungen und Tränen. Auch wenn viele nicht darüber sprechen, der Baby-Blues betrifft die meisten Mütter. Zurückzuführen ist er auf hormonelle Veränderungen und seelische Ursachen. Woher kommt er und was kann helfen?

Alles Gute!
Ihr Meine Familie-Team

Was ist Baby-Blues?

Umgangssprachlich wird der Baby-Blues auch „Heultage“ genannt, weil die Mütter in den ersten Tagen nach der Geburt plötzlich in Tränen ausbrechen, obwohl sie sich doch eigentlich auf die erste Zeit mit ihrem Baby gefreut haben. Der Baby-Blues kann Sie also völlig unerwartet treffen, aber die Stimmungsschwankungen sind ganz normal und treten in den ersten 3 bis 5 Tagen nach der Geburt auf. Etwa 75 Prozent aller Mütter sind davon betroffen; der Baby-Blues ist keine Krankheit, sondern ein normaler Teil der körperlichen und seelischen Umstellung nach der Geburt. 

Anzeichen für den Baby-Blues können sein:

  • Stimmungsschwankungen
  • Weinerlichkeit
  • Ängstlichkeit in Bezug auf Ihr Baby
  • Niedergeschlagenheit und Erschöpfung
  • Reizbarkeit und Ungeduld
  • Konzentrations-, Schlaf- und Appetitstörungen

Woher kommt der Baby-Blues?

Ob Sie nach der Geburt einen Baby-Blues durchleben, ist unabhängig davon, ob Sie spontan oder per Kaiserschnitt entbinden – und auch wo und wie Sie Ihr Baby bekommen, spielt keine Rolle bei der Häufigkeit der Stimmungsschwankungen.

Der Hauptgrund ist die körperliche Umstellung nach der Geburt. In Ihrem Körper finden außer während Schwangerschaft und Geburt niemals derartige hormonelle Schwankungen statt, was sich natürlich auch auf Ihre Psyche auswirkt. Werden während der Schwangerschaft die Hormone Östrogen und Progesteron in Ihrer Plazenta gebildet, verlassen mit der Nachgeburt auch die Hormone nach und nach Ihren Körper, da sie abgebaut und nicht mehr nachgebildet werden. Der Abbauprozess dauert etwa 3 Tage. Dann setzt der Baby-Blues ein, der bei manchen Frauen zu stärkeren und bei anderen zu schwächeren Stimmungsschwankungen führt, je nachdem wie stark ihre Hormonwerte fallen. Die Hormonkonzentration im Blut fällt in dieser Zeit um das 50- bis 100-Fache. Auch andere natürliche Faktoren spielen eine Rolle bei der körperlichen Umstellung: So führt Schlafdefizit zu biochemischen Prozessen im Gehirn und auch die Veränderungen Ihres Bauches, der Brüste, des Stoffwechsels und der Verdauung können zu Unwohlsein in den ersten Tagen nach der Geburt beitragen.

Neben diesen körperlichen Faktoren gibt es auch seelische Ursachen, die den Baby-Blues auslösen können. Vielleicht ist die neue Lebenssituation mit dem Baby anstrengender, als Sie erwartet hätten: Viele Mütter und Paare merken jetzt zum ersten Mal ganz deutlich, dass sie eine lebenslange Verantwortung für einen Menschen übernommen haben. Aus einem Paar sind Eltern geworden und die Euphorie der ersten Tage nach der Geburt kann nun Unsicherheiten und Ängsten bezüglich der Zukunft weichen. Ganz egal, wie glücklich Sie eigentlich sind, nun Mutter zu sein, es ist völlig normal, dass Sie sich gleichzeitig auch erschöpft und gestresst fühlen.

Ein großes Thema beim Baby-Blues sind Enttäuschungen darüber, dass sich die erste Zeit mit dem Baby nicht so entwickelt oder anders anfühlt als gedacht. Manchmal ist auch die Geburt nicht so verlaufen, wie Sie es geplant hatten. Dies führt dazu, dass viele Frauen mit dieser Grenzerfahrung in Gedanken nicht abschließen können. Doch hat die Art der Geburt, wo oder wie Sie entbunden haben und wie lange es gedauert hat, keinen Einfluss auf den Baby-Blues. Vielleicht fühlt sich Ihr neues Leben mit dem Baby auch ganz anders an als in Ihrer Vorstellung. Viele Frauen stehen in der ersten Zeit mit Kind unter dem psychischen Druck, allen Erwartungen – den eigenen und denen anderer – gerecht zu werden.

Wann kommt der Baby-Blues?

Wegen des Abfallens Ihres Hormonspiegels nach der Geburt beginnt der Baby-Blues meist um den 3. Wochenbetttag. Er kommt meistens dann, wenn Sie zu Hause angekommen sind, wieder etwas zur Ruhe kommen und zum ersten Mal allein mit Ihrem Kind sind. Auch deshalb sollten Sie sich frühzeitig um eine Unterstützung für die ersten Wochen mit Baby kümmern.

Wie lange dauert der Baby-Blues?

Der Baby-Blues kann von ein paar Stunden oder Tagen bis zu etwa einer Woche dauern, wobei die Stimmungsschwankungen zwischen Tag 3 und Tag 5 nach der Geburt oft am stärksten sind. Meistens verschwindet er nach ein paar Tagen von allein wieder, denn die Natur hat es so eingerichtet, dass Schmerzen und Belastung der Geburt nach kurzer Zeit wieder vergessen sind, und bald haben Sie vielleicht schon wieder Lust, noch ein Baby zu bekommen!

Baby-Blues oder Wochenbettdepression: Wo liegt der Unterschied?

In einigen Fällen (etwa 15 Prozent der Mütter) verschwindet der Baby-Blues nicht von allein. Wenn er länger als 2 Wochen anhält oder sich verschlimmert, besteht die Gefahr, dass er sich zu einer postnatalen Depression (Wochenbettdepression) ausgewachsen hat. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, die von einem Arzt oder Psychotherapeuten behandelt werden muss, damit Sie schnell wieder aus Ihrem Tief herauskommen, gesund werden und für Ihr Baby da sein können. Die Wochenbettdepression ist in den meisten Fällen (annähernd 100 Prozent) mit professioneller Hilfe schon in kurzer Zeit komplett heilbar.

Haben auch Väter den Baby-Blues?

Da der Baby-Blues nicht nur körperliche, sondern auch seelische Ursachen haben kann, können auch Väter davon betroffen sein. Etwa 10 Prozent der Männer leiden nach der Geburt ihres Babys unter dem Baby-Blues; oft wird das allerdings nicht erkannt oder von den Männern selbst und ihrem sozialen Umfeld nicht ernst genommen. Doch Väter können ebenfalls in der ersten Zeit mit ihrem Baby unter Gefühlen von Überforderung, Verunsicherung und Zukunftsängsten leiden. Auch für Männer gilt, dass sie sich professionelle Hilfe suchen müssen, wenn der Zustand länger als 2 Wochen anhält oder sich verschlimmert und dass die depressive Verstimmung in annähernd 100 Prozent der Fälle restlos und in kurzer Zeit heilbar ist.

Was hilft gegen Baby-Blues?

Suchen Sie sich Unterstützung im Alltag von Ihrem Partner, Ihrer weiteren Familie oder Ihren Freunden. Das entlastet die Situation, denn vielleicht kann jemand für Sie einkaufen gehen oder Ihnen einfach mal das Baby abnehmen, damit Sie in Ruhe duschen oder schlafen können. Manchmal kann zu viel Besuch aber auch anstrengend werden, scheuen Sie sich generell nicht, Ruhepausen einzufordern. Sie sollten nun weiterhin verstärkt auf Ihre Bedürfnisse achten, denn wenn es Ihnen gut geht, fühlt sich auch Ihr Kind wohl. Geben Sie sich und Ihrem Partner Zeit, sich auf die veränderte Situation einzustellen, und sprechen Sie über Schwierigkeiten und Ängste. Versuchen Sie, Perfektionismus abzustellen und Hilfe anzunehmen.

Hilfreich und wichtig kann gerade in dieser Zeit auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Müttern und Vätern sein. Bleiben Sie nicht allein mit Ihren Gefühlen, sondern sprechen Sie mit anderen über das, was Sie beschäftigt. Bestimmt finden sich Ansprechpartner in Ihrem Familien- und Freundeskreis oder bei Eltern-Kind-Kursen. Vielleicht haben Sie auch schon im Vorfeld Kontakte bei Geburtsvorbereitungskursen gesammelt. Auch in Internetforen und Chatgruppen können sich hilfsbereite Gesprächspartner finden lassen. Und scheuen Sie sich nicht, bei Bedarf auch Beratungseinrichtungen für Familien aufzusuchen.

Wie kann ich dem Baby-Blues vorbeugen?

Schon während Ihrer Schwangerschaft können Sie den seelischen Faktoren des Baby-Blues vorbeugen. Bereits vor der Geburt sollten Sie Ihre eventuellen Sorgen mit anderen teilen. Besprechen Sie mit Ihrem Partner, was auf Sie zukommen wird, wie Sie die neue Situation mit Baby gestalten wollen und wie sich Ihr Leben verändern wird.

Achten Sie aber vor allem darauf, die Geburt und die Zeit danach nicht bis ins Letzte zu planen. Sich informieren und absprechen tut Ihnen gut, aber ungewolltes Abweichen von konkreten Plänen während der Geburt oder in der ersten Zeit mit dem Baby sind der größte emotionale Stressfaktor und damit Auslöser für den Baby-Blues. Seien Sie sich bewusst, dass nicht alles geplant werden kann. Das Leben wird sich nicht unbedingt an Ihre Pläne halten. Auch Paare sollten deshalb Idealbilder und Abmachungen aus der Zeit vor der Geburt nicht als verpflichtend betrachten. Versuchen Sie, den Erwartungsdruck zu mindern. Es gibt keine perfekte Geburt, keine perfekte Mutter und kein perfektes Baby: Machen Sie sich frei von verinnerlichten Bildern aus Werbung, Filmen oder Erzählungen anderer. Es ist normal, dass Dinge schiefgehen und Sie neben Ihrem Glück auch mit Schwierigkeiten und Enttäuschungen zu kämpfen haben.

Gerade auch Väter sollten sich während der Schwangerschaft ihrer Partnerin ausgiebig mit ihrer Rolle bei der Geburt und als Elternteil auseinandersetzen und über ihre Sorgen sprechen. Väter, die sich emotional nicht vorbereiten, sind häufiger irritiert und enttäuscht vom Leben zu dritt.

Wo bekomme ich Hilfe bei Baby-Blues?

Nehmen Sie rechtzeitig (psychologische) Hilfe in Anspruch, damit Sie fit sind und sich um Ihr Baby kümmern können. Es gibt Beratungsstellen und Versorgung für Mütter und Väter. Die Hilfe ist meistens kostenlos oder wird von der Krankenkasse übernommen. Hilfe bieten:

  • Haus-, Frauen- oder Kinderärzte
  • Hebammen
  • Psychologen
  • Familienberatung, Schwangerenberatungsstellen
  • psychosoziale Beratungsstellen und sozialpsychiatrische Dienste

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