Den Nabel von Neugeborenen richtig und sanft pflegen

Effektive Nabelpflege für das Neugeborene

Der Nabel des Babys ist das für jeden und für immer sichtbare Zeichen der Verbindung zur Mutter, die bei der Geburt gekappt wird. Dieser Nabel kann sich noch längere Zeit entzünden, daher bedarf es einer ausreichenden Nabelpflege. Die Trennung von der Nabelschnur erfolgt am besten erst dann, wenn diese aufgehört hat zu pulsieren. Besonders in großen Krankenhäusern wird die Nabelschnur bereits vorher durchschnitten. Auch wenn in den Minuten nach der Geburt die Welt Kopf zu stehen schein, lohnt es sich darauf achten, dass mit dem Durchtrennen der Nabelschnur gewartet wird: Zum einen werden die Babys direkt nach der Geburt noch mit Sauerstoff und Mineralien aus der Nabelschnur versorgt und zum anderen ist die Wundheilung des Nabels nachweislich mit weniger Komplikationen verbunden, wenn die Nabelschnur zum Zeitpunkt der Durchtrennung bereits auspulsiert hat. Die Abnabelung und vor allem ihr korrekter Zeitpunkt ist damit der erste Schritt einer richtigen Nabelpflege bei Neugeborenen. Am verbleibenden Nabelrest wird häufig eine Kunststoffklemme gesetzt. Am besten ist es, diese mit in die Windel einzubinden, denn so wird die Klemme fixiert und kann sich nicht in der Kleidung verhaken und die frische Geburtswunde aufreißen. Bei jeder Nabelpflege sollten Sie den korrekten Sitz der Klemme kontrollieren, damit sie nicht am zarten Babybauch drückt. Falls die Klemme stört und drückt, helfen kleine fusselfreie Wundtücher. Diese werden bei der Nabelpflege um den Nabel und unter die Klemme gelegt. Die Hebammen zeigen Ihnen nach der Geburt oder bei der Nachsorge den Umgang mit den Wundtüchern und geben auch hilfreiche Tipps zu entzündungshemmenden Tinkturen wie Calendula-Essenzen.

Tägliche Nabelpflege und kleine Hilfsmittel

Die Nabelpflege wird mehrmals täglich vorgenommen. In der Anfangszeit ist die Hebamme unterstützend bei der Nabelpflege dabei, dennoch sind Eltern angehalten, auch selbst darauf achten. Es empfiehlt sich, bei jedem Windelwechsel kurz nach dem Nabel zu schauen. Zugleich sollten aber achtgegeben werden, dass nicht zu oft am Nabel hantiert wird. Achten Sie bei der Nabelpflege besonders auf das Wundtuch. Ist das Wundtuch, das um die Nabelklemme gelegt wurde, mit Sekret verschmutzt, muss es ausgetauscht werden. Beim Abziehen bitte Vorsicht walten lassen, denn das Tuch kann am Nabel angeklebt sein. Mit etwas warmem Wasser lässt es sich leicht lösen. Hat sich rings um den Nabel gelbes Sekret gebildet, wischen Sie es einfach weg. Dazu kann ein weicher Waschlappen mit warmem Wasser verwendet werden. Aber auch ein fusselfreies Tuch, das leicht in Olivenöl getränkt wird, ist hilfreich. Ist der Nabel gerötet, empfiehlt sich die Nabelpflege mit Olivenöl besonders, denn dieses wirkt entzündungshemmend. Eine wirklich effektive Alternative zur Behandlung und Vorbeugung von Entzündungen ist Muttermilch. Einige Tropfen können bei jeder Nabelpflege auf die Wundstelle getropft werden. Die Muttermilch regt zum einen die Zellerneuerung und damit die Selbstheilung an und wirkt zum anderen antiseptisch. Die Nabelschnur fällt von allein ab. Dieser Vorgang braucht Zeit und kann auch mit einer richtigen Nabelpflege nicht beschleunigt werden. Auch die Dauer der Wundheilung ist von Kind zu Kind verschieden.

Nach dem Abfallen des Nabels sollte die Nabelpflege fortgesetzt werden. Bei jedem Windelwechsel empfiehlt es sich, den Nabel mit einem Wattestäbchen vorsichtig auszuwischen. Muttermilch pflegt auch in diesem Stadium noch sehr wirkungsvoll. Mit korrekter Nabelpflege werden Entzündungen des Nabels vorgebeugt. Werden Rötungen dennoch nicht besser und nässt die Wunde übermäßig, ist in jedem Fall die Hebamme oder der Kinderarzt zu konsultieren. Übrigens ist die Nabelform genetisch vorbestimmt, sie kann zwar mit der richtigen Nabelpflege optimiert, aber nicht vollkommen verändert werden.

Alternative Pflegemethoden: Lotusgeburt

Ein Blick nach Asien zeigt andere Wege der Nabelpflege auf: In Ländern wie beispielsweise Indien wird die Nabelschnur nicht durchtrennt. Der Nabel und die Plazenta werden als zum Baby gehörig begriffen und verbleiben deshalb beim Kind, bis dieses reif genug ist und sich von allein von Plazenta und Nabelschnur trennt. Bezeichnet wird diese Art der „Nabelpflege“ als Lotusgeburt. Das, was in unserem Kulturkreis auf den ersten Blick befremdlich erscheint, ist eine ganzheitliche Sichtweise: Das Baby war im Bauch der Mutter über 40 Wochen hinweg durch die Nabelschnur mit der Plazenta verbunden. Sie hat es versorgt. Auch nach der Geburt versorgt die Plazenta das Kind: In den ersten Minuten nach der Geburt ist das über die Nabelschnur gelieferte Blut besonders reich an Sauerstoff und Mineralien. Es soll den Energieverlust während der Geburt ausgleichen und auffangen. Die Abnabelung wird als Einschnitt in das Leben des Kindes empfunden, das gezwungen wird, selbstständig zu werden. Bei einer Lotusgeburt entnabelt sich das Kind selbst, es geht diesen ersten Schritt in Richtung eines selbstständigen Lebens von allein. Interessant ist das vor allem deshalb, weil damit die Nabelpflege nahezu vollständig entfällt beziehungsweise dem Körper selbst überlassen wird. Direkt nach der Geburt werden Plazenta und Nabelschnur fest auf dem Bauch des Kindes verpackt. Die Mutter und ihre Doula kontrollieren täglich im Rahmen der Nabelpflege, ob die Nabelschnur sich bereits gelöst hat. Eventuelle Sekrete, die am Nabel abgesondert werden, werden einfach abgewischt. Erstaunlich ist, dass mit dieser Art der Nabelpflege die Wundheilung am Nabel der Neugeborenen häufig viel rascher abgeschlossen ist als bei Babys, die abgenabelt wurden. Bei einer Lotusgeburt ist die Nabelschnur bereits nach drei bis vier Tagen gelöst und der Nabel nach einer Woche komplett verheilt. Aufgrund der raschen und unkomplizierten Nabelpflege und der Überlegung, die Abnabelung als ersten selbstständigen Schritt zu begreifen und diesen dem Kind zu schenken, werden auch in Deutschland Lotusgeburten immer häufiger.

Top Kategorien im real Onlineshop