Das Abstillen – ein Moment des Abschieds

Baby stillen

Vom Abstillen spricht man dann, wenn das Kind seine Nährstoffe komplett aus einer anderen Nahrungsquelle als der Brust der Mutter bezieht. Bekommt das Kind keine Falsche mehr, spricht man hingegen vom Entwöhnen. Wann der beste Moment zum Abstillen gekommen ist, lässt sich schwer pauschal sagen. Ideal ist es, wenn die Initiative vom Kind ausgeht, also dieses sich selbst abstillt. In diesem Fall geschieht das Abstillen von allein, ohne dass Sie als Mutter selbst etwas unternehmen müssen. Wollen Sie als Mutter das Abstillen aktiv einleiten, dann kann dieser Prozess sehr viel Geduld erfordern und in Abhängigkeit von Ihnen und Ihrem Kind zwischen einigen Tagen oder Wochen bis hin zu mehreren Monaten dauern. Abstillen ist immer mit einem Abschied verbunden, denn es bedeutet die Loslösung des Säuglings von der Mutter. Damit stellt es einen weiteren Entnabelungsschritt dar, der zur zunehmenden Selbstständigkeit des Kindes beiträgt. Die mit diesem Abschied verbundenen Gefühle können befreiend aber zugleich auch schmerzhaft sein, denn gekoppelt ist daran auch das Loslassen voneinander. Abzustillen bedeutet jedoch nicht, auf gemeinsames Kuscheln und Zweisamkeit zu verzichten. Die bisher beim Stillen erfahrene liebevolle Zuwendung sollte durch eine andere Art der Fürsorge, etwa Kuscheln, ersetzt werden. Abstillen kann auch bedeuten, dass Sie neue Wege suchen müssen, um das Kind zu beruhigen oder zu trösten. Immerhin ist Stillen mehr als die rein körperliche Sättigung des Kindes.

Der beste Zeitpunkt zum Abstillen – wie wird er bestimmt?

Die WHO empfiehlt Babys sechs Monate voll zu stillen. Zudem gibt es eine Empfehlung Kinder bis zum zweiten Lebensjahr und bei Bedarf darüber hinaus zu stillen. Der durchschnittliche Abstillzeitpunkt bei deutschen Frauen liegt hingegen bei etwa 4 Monaten. Wann der richtige Moment gekommen ist, können tatsächlich nur Sie entscheiden. Stillen ist eine Paarbeziehung, die für beide Partner harmonisch und stimmig sein sollte. Ist sie das nicht mehr, ist vermutlich der Zeitpunkt zum Abstillen gekommen. Doch nicht nur dieser Aspekt, sondern auch andere Gründe können zur Entscheidung für das Abstillen führen. Häufig ist die berufliche Situation der Mutter, beispielsweise der Wiedereinstieg in das Berufsleben, ausschlaggebend. Recht häufig resultiert der Willen, das Stillen zu beenden, aber auch durch den sozialen Druck des Umfeldes oder gar des eigenen Partners. In diesem Fall sollte darüber nachgedacht werden, ob diese Motivation ausreichend ist. Aber auch Krankheiten, Medikamteneinnahme oder aber eine sinkende Milchproduktion kann den Wunsch oder die Notwendigkeit des Abstillens erwecken. Empfehlenswert ist es in jedem Fall, langsam abzustillen. Zum einen erleichtern Sie Ihrem Kind damit die Umgewöhnung und zum anderen ist es für die damit verbundenen körperlichen Veränderungen bei Ihnen sinnvoll. Sofern keine medizinischen Gründe vorliegen, sollten Sie aber erst dann abstillen, wenn Ihr Kind bereits auf andere Nahrungsquellen umgestiegen ist.

Wie Sie am besten abstillen

Bereiten Sie Ihr Kind auf das Abstillen vor, indem Sie ihm von Ihren Plänen erzählen. Bei älteren Kleinkindern sollten Sie auch über Ihre Motivation dazu sprechen. Hören Sie sich die Reaktion Ihres Kindes an und nehmen Sie diese ernst, auch wenn sie Widerstand ausdrückt. Für das Kind geht es um mehr als um eine reine Sättigung, sondern um körperliche Zuwendung und um einen Zustand der absoluten Zufriedenheit. Abstillen lässt sich auf verschiedenen Wegen erreichen, im Prinzip haben Sie die Wahl zwischen drei Varianten, die auch in Abhängigkeit der Motivation und Dringlichkeit gewählt werden sollten.

Die natürliche Abstillmethode

Die natürliche Abstillmethode ist es, das Kind diesen Zeitpunkt entscheiden zu lassen. Abstillen geschieht dann nicht von jetzt auf gleich, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg, in dem das Kind immer weniger Muttermilch zu sich nimmt. Die Milchproduktion nimmt analog dazu ab, sodass kein Milchstau und keine Mastitis zu erwarten sind. Der Zeitpunkt, an dem sich das Kind von selbst abstillt, ist nicht vorhersagbar; während das eine Kind bereits mit einem Jahr freiwillig auf die Muttermilch verzichtet, benötigt ein anderes fünf Jahre.

Die allmähliche Abstillmethode

Haben Sie als Mutter den Entschluss zum Abstillen gefasst, dann können Sie wahlweise sanft und allmählich Abstillen oder aber sich für die abrupte Methode entscheiden. Bei der allmählichen Abstillvariante beginnen Sie damit, dass Sie dem Kind die Brust nicht mehr von sich aus anbieten; Stillen Sie nur auf Verlangen des Kindes. Sie sollten allerdings besser darauf verzichten, einzelne Mahlzeiten nach und nach komplett zu ersetzen. Auf diese Weise erzeugen Sie unnatürlich lange Sequenzen zwischen den einzelnen Stillmahlzeiten. Dies bedeutet für Sie konkret, dass die Brüste nicht regelmäßig entleert werden, was einen Milchstau verursachen kann. Stillprobleme, die dann zu einem zwangsläufig abrupten Abstillen führen könnten, könnten daraus resultieren. Besser Sie bieten dem Baby zu allen Mahlzeiten etwas vom Familientisch an, ganz entsprechend des Baby Led Weaning. Die anschließende Stillmahlzeit wird entsprechend kleiner ausfallen. Dadurch wird die weitere Milchbildung weniger angeregt und die Milchmenge reduziert sich nach und nach. Der Vorteil dieser Abstillmethode ist, dass sie gänzlich kindorientiert ist: In dem Tempo, wie Ihr Kind seine Ernährung auf feste Mahlzeiten umstellt, stillen sie gemeinsam ab. Dieser Prozess wird sich über mehrere Monate hinziehen und erfordert viel Geduld.

Abruptes Abstillen

Medikamenteneinnahmen oder andere Momente können ein abruptes Abstillen erfordern. Im Interesse des Kindes sollte dies nur im absoluten Notfall durchgeführt werden. Bei dieser Methode werden alle Stillmahlzeiten durch feste Nahrung oder aber durch Säuglingsmilch ersetzt. Der große Nachteil dieses abrupten Abstillens liegt darin, dass sich die Milchmenge nicht auf natürliche Weise reduzieren kann. Besonders in den ersten Tagen müssen Mütter mit einem Milchstau oder auch einer Mastitis rechnen. Das Mittel der ersten Wahl ist in diesem Fall ein kühlender Quarkwickel. Aber auch ein Wickel aus Weißkohl oder das Ausstreichen der Brust helfen. Um die weitere Milchbildung zu stoppen, eignen sich Heilpflanzen. Vor allem Salbeitee hat sich als effektiv erwiesen, um die Milchproduktion stark und schnell zu hemmen. In vielen Fällen genügt es, eine Kanne Salbeitee verteilt über den Tag zu trinken. Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen, sollte nach Absprache mit der Stillberaterin oder Hebamme und dem Arzt als letzte Hilfe eine medikamentöse Lösung gewählt werden, die die Milchproduktion hormonell hemmt.

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