Zwischenmahlzeiten oder Esspausen?

Ein kleiner Reiscracker hier, ein bunter Quetschie da – immer häufiger beobachte ich, wie Eltern ihren Kindern Nonstop-Snacks anbieten. Zwischenmahlzeiten sind zwar wichtig, aber mindestens genauso wichtig sind Esspausen. Denn wer als Kind schon dauerhaft isst, wird diese Gewohnheit im Erwachsenenalter nur schwer wieder los. Das ABC eines optimalen Essrhythmus, der richtigen Zutaten und der idealen Zwischenmahlzeit mit einem Kinderspeisezettel für einen Tag finden Sie hier.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm
Zwischenmahlzeiten oder Esspausen

Abstände zwischen den Mahlzeiten

Inzwischen hat Ihr Kind den Babyrhythmus hinter sich gelassen und nimmt aktiv am Familienleben teil. Das bedeutet, es sollte 5 Mahlzeiten am Tag geben: morgens, mittags und abends eine Hauptmahlzeit und dazwischen 2 kleine Mahlzeiten. Dann sind die Chancen für eine ruhige Nacht groß. Feste Esszeiten und -pausen sind eine gute Gewohnheit fürs Leben. Denn unser Körper ist nicht aufs Daueressen eingestellt: Unser ganzer Verdauungstrakt braucht Ruhezeiten, um sich zu regenerieren. Dauersnacken kann zu Störungen wie Übergewicht oder Diabetes führen. Oft werden nämlich stark verarbeitete Lebensmittel genascht. Versuchen Sie am besten, gemeinsam mit Ihrem Nachwuchs ein richtiges zweites Frühstück und eine richtige Nachmittags-Jause einzuhalten, um ein dauerhaftes Zwischendurch-Essen zu vermeiden. Am meisten lernt Ihr Kind nämlich durch Ihr Vorbild.

Bunte Lebensmittelauswahl

Möglichst vielseitig und von allem ein bisschen – das ist die Basis einer gesunden Ernährung. Nutzen Sie die bunte Palette der Lebensmittel, denn zu einer gesunden Geschmacksentwicklung gehört auch die Vielfalt. Das fördert den Appetit und tut den Kleinen gut. Sie lernen jetzt nach und nach unterschiedliche Lebensmittel kennen und entwickeln geschmackliche Vorlieben und manchmal auch Eigenheiten. Sollte Ihr Sprössling eher wählerisch sein und etwas verweigern, nicht gleich aufgeben. Studien ergaben, dass ein Kind etwas bis zu 15-mal probieren muss, bevor es ihm schmeckt. Probieren geht also über Studieren.

Clevere ‚Snacks’: mehr Gemüse

Vormittags sind eine halbe Scheibe Brot und etwas Obst ideal, zarte Gemüsesticks zum Knabbern kommen auch gut an. Kleine Fruchtjoghurts sind ebenfalls geeignet. Fertigprodukte dagegen enthalten oft zu viel Zucker und machen nicht lange satt. Auch nachmittags ist etwas Brot – am besten Vollkorn mit vielen Ballaststoffen – und Obst oder Saft angesagt. Gemüse geht immer, am besten 3 Portionen pro Tag. Wenn Ihr Kind kein Gemüsefan ist, lassen sich die Vitamine prima in Teigen und Teilchen verstecken. Die kann man ganz einfach selber backen, dann wissen Sie, was drin ist.

Das braucht Ihr Kind am Tag

Frühstück

Ein milder Frühstücksbrei hilft beim Start in den Tag: Reichlich Ballaststoffe, Eiweiß, aber auch Zink und Calcium liefern eine gute Müslimischung. Dazu gibt’s vitaminreiches Obst, je nach Geschmack direkt hineingeraspelt. Und einen Klecks Joghurt. Dazu ein Morgengetränk.
Rezept: Kakao-Kaki-Porridge

Die erste Zwischenmahlzeit

Ein bunter Mix auf Getreide-Gemüse-Basis – in kleinen Kinder-Portionsgrößen. Dazu gibt’s reichlich Wasser.
Rezept: Lunchbox

Mittagessen

Mittags gibt’s eine warme Mahlzeit: mit viel Gemüse, einer Getreidebeilage oder Nudeln sowie Milch und Milchprodukte, Fleisch, Fisch oder Nüssen als Proteinlieferant. Mundgerechte Stücke sind toll, denn: Selber essen macht Spaß! Wichtig: viel Sauce!
Rezept: Veggie-Bolo mit Zoodles

Die zweite Zwischenmahlzeit

Am besten Obst. Dazu ein Stückchen Vollkornbrot oder -gebäck zum Knabbern.
Rezept: Kinderwaffeln oder Müslikugeln

Abendbrot

Einen guten Abschluss des Tages liefert ein eiweißreicher Aufstrich mit gesunden Fetten: Mit Vollkornbrot macht das richtig satt. Trinken nicht vergessen: am besten Wasser, 1 Glas Saftschorle (1:3) oder Milch.
Rezept: Kräuterstreich