Zu gut für die Tonne

Ob unansehnliches Obst und Gemüse, übrig gebliebene Backwaren oder die Angst vor dem Überschreiten des Haltbarkeitsdatums: Es gibt viele Gründe, weshalb Lebensmittel, die eigentlich noch essbar sind, weggeworfen werden. Das lässt sich verhindern, wenn Sie in Ihrem Haushalt ein paar Dinge ändern. Ich finde: Es lohnt sich. Hier finden Sie meine Tipps, wie Sie schlauer einkaufen und Reste wunderbar verwerten.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Von krummen Gurken und alten Brötchen

Ein Drittel aller produzierten Lebensmittel landen im Müll – pro Jahr sind das in Deutschland 11 Millionen Tonnen (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft*). Und das nicht, weil sie verdorben oder nicht mehr genießbar sind. Die Verschwendung beginnt schon beim Erzeuger: Weil einige Lebensmittel nicht schön genug aussehen oder nicht die perfekte Form haben, um in Kisten stapelbar zu sein, müssen sie aussortiert werden. Das geht weiter im Handel, wenn Ware beim Transport beschädigt wurde, in der Bäckerei abends übrig bleibt oder das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist. Restaurants und Mensen entsorgen ebenfalls Reste. Aber der größte Teil des Mülls fällt im Haushalt an. Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wirft jeder 82 kg Lebensmittel im Jahr weg. Dabei wird vor allem Obst und Gemüse vernichtet, aber auch viele selbst gekochte Mahlzeiten und Brot.

Nachhaltigkeit beginnt beim Einkauf

Eine Einkaufsliste und ein Check der Vorräte sind der erste Schritt. Wichtig: Halten Sie sich an Ihre Liste und die Mengen. Denn sonst lachen Sie die tollsten Gemüsesorten an, duftet das frische Brot und landet im Einkaufswagen – und Tage später eben doch im Müll, weil Sie in der Woche keine Zeit zum Kochen hatten oder einfach zu viel besorgt haben. Anders ist es mit bewusstem Kochen auf Vorrat: Das spart Zeit und Geld. Schon bei Ihrem Kauf können Sie der Verschwendung vorbeugen:

  • Greifen Sie zu Gemüse und Obst mit kleinen Fehlern wie krummen Gurken und kleinen Äpfeln.
  • Brot vom Vortag ist nicht nur günstiger, sondern auch bekömmlicher.
  • Lebensmittel einkaufen, die kurz vor dem MHD sind, haben immer noch die beste Qualität – und sind oft extra preiswert.
  • Keine Großpackungen kaufen, wenn Sie nur kleine Mengen brauchen.

In der Küche: Reste klug verwerten

Dass es manchmal Reste gibt, ist unvermeidbar und auch gar nicht schlimm. Denn mit ein bisschen Kreativität lassen sie sich zu tollen, neuen Gerichten verarbeiten. So werden Reste nicht nur schnell und sinnvoll verbraucht, sondern auch zu leckeren Lieblingsrezepten der Familie: Arme Ritter, Kirschenplotzer oder Aufläufe wie in unserem Rezept sind das beste Beispiel. Hier finden Sie Tipps für die Resteverwertung:

  • Reis vom Vortag als Suppeneinlage, als Salat oder Puffer verwerten.
  • Pfannkuchen werden zu Wraps to go, süß oder salzig gefüllt.
  • Gegartes Gemüse zu einer cremigen Suppe pürieren oder mit Schmand zu einer Sauce mixen. Rohe Gemüsereste einfrieren und verarbeiten, wenn Zeit ist.
  • Kartoffelbrei als Puffer in der Pfanne braten.
  • Überreifes Obst in Smoothies, Kompott, Eiscreme oder Konfitüre verarbeiten.
  • Gemüseschalen und -strünke in der Gemüsebox im Gefrierfach sammeln, dann zu Brühe kochen.
  • Blätter von Möhren, Radieschen, Roter Bete, Kohlrabi und Blumenkohl mit verwenden, denn sie besitzen wertvolle Nährstoffe.
  • Altbackenes Brot für Aufläufe (siehe unten ), Semmelknödel oder geröstet als Croutons für Suppe und Salat verwenden.
  • Brot in Scheiben trocknen, zu Semmelbröseln verarbeiten und damit panieren, Aufläufe und Gemüse überbacken, Klößchen herstellen oder einfach als Garnitur mit Butter in der Pfanne braten.
  • In Großstädten sind Foodsharing-Apps oder -Kühlschränke eine tolle Möglichkeit, Lebensmittel zu teilen.

Ist das noch gut?

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine Übersicht erstellt: Checkliste Lebensmittel

* Quelle: www.bmel.de/DE/Ernaehrung/ZuGutFuerDieTonne/_Texte/Studie_Zu-gut-fuer-die-Tonne.html

Rezepte zum Ausprobieren

Bunter Brot-Auflauf