Das süße Glück?

Wir alle mögen es süß – von Geburt an. Solange das die natürliche Süße in (Mutter-)Milch, in Obst oder Getreide ist – warum nicht? Aber Zucker pur darf kein Grundnahrungsmittel sein! Das rechte Maß zu finden fällt uns schwer. Ob es nur Gewohnheit ist oder tatsächlich auch an bestimmten Darmbakterien liegt, ist noch nicht klar. Sicher ist: Wir müssen lernen, die Menge zu regulieren. Mit ein paar Tricks kann das gelingen. Probieren Sie es einfach aus!

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Wie Zucker wirkt

Zucker entsteht aus süßen, eingedickten Pflanzen-Sirups – entweder von Zuckerrüben, Zuckerrohr oder auch von Kokosblüten. Während sie ursprünglich noch einige Mineralstoffe enthalten, werden diese durch das „Raffinieren“, also die Reinigung, entfernt. Am Ende ist der Zucker weiß, heißt chemisch Saccharose und enthält nichts als die Bausteine Glukose und Fruktose. Die treiben, vor allem in Getränken und fettarmen Süßigkeiten, den Blutzucker in die Höhe. Insulin wird ausgeschüttet, pumpt den Zucker in die Zellen. Die Folge: Der Blutzucker sinkt wieder, der Hunger kommt zurück, die Fettpolster wachsen. Vor allem die Bauchspeicheldrüse ist durch die ständige Insulinausschüttung strapaziert.

Zucker begrenzen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, nicht mehr als 10 Prozent, besser noch 5 Prozent der täglichen Energie in Form von Zucker zu konsumieren. Tatsächlich sind es in Deutschland doppelt bzw. viermal so viel. Aber ist Zucker wirklich so gefährlich? Der Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Karies ist erwiesen, ebenfalls zwischen süßen Getränken und Übergewicht. Tatsache ist: Zucker liefert außer Kalorien keine wertvollen Nährstoffe, ist billig und schmeckt den meisten Menschen so gut, dass sie mehr davon möchten. Deshalb wird er in Getränken, Milchprodukten, Müslis, Eiscreme und natürlich in Gebäck, Schokolade und Süßigkeiten reichlich eingesetzt. Giftig ist er deshalb nicht, sollte aber eher als würzende Zutat verwendet werden – wie die meisten Zuckeralternativen, wie Fruchtzucker (Fruktose), Sorbit, Xylit (Birkenzucker), Mannit, Isomalt und Maltit, die nämlich nicht unbedingt gesünder sind und häufig zu Blähungen und Durchfall führen. Süße ist auch eine Gewöhnungssache. Versuchen Sie deshalb, mit so wenig wie möglich auszukommen.

Zucker sparen – leicht gemacht

  • Bei allen Teigen außer Biskuit und Baiser kann man bis zu einem Drittel Zucker weglassen.
  • Gewürze wie Vanille, Zimt, Anis, Kardamom, Nelken helfen, Zucker zu sparen, weil sie den Süßgeschmack verstärken.
  • Pürierte Trockenfrüchte wie Datteln und Rosinen oder frische Bananen süßen Kuchen gesund. Im Rezept zusätzliche Flüssigkeit streichen bzw. Mehl erhöhen.
  • Gebäck weniger süßen und stattdessen mit Puderzucker bestäuben.
  • Säure verlangt nach mehr Süße – deshalb milde Obstsorten und milde Joghurts verwenden.
  • Honig und Agavendicksaft süßen etwas stärker, enthalten aber viel Fruchtzucker.
  • Fein gehackte Trockenfrüchte sind ideal, um Kräuter- oder Früchtetees leicht zu süßen: einfach mit aufbrühen.