Körner für Ihr Kind!

Getreide spielt in der Beikost Ihres Kindes ab dem 6. Monat eine wichtige Rolle. Natürlich nicht als Körner, sondern als Flocken im Milchbrei abends und im Obstbrei nachmittags. Denn Ihr Baby braucht für sein stürmisches Wachstum leicht verdauliche Energie – und das liefert Getreide in idealer Weise. Doch welche Flocken eignen sich am besten? Durch die große Vielfalt im Regal fällt die Auswahl oft schwer. Ich möchte Ihnen in diesem Newsletter bei der Entscheidung helfen. Damit Sie die Zeit mit Ihrem Baby noch unbeschwerter genießen können.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Spezielle Flocken für Ihr Baby

Für die optimale Versorgung Ihres Babys greifen Sie am besten auf spezielle Flocken für Säuglingsernährung zurück. Diese unterliegen EU-weit im Rahmen der Diätverordnung besonders strengen Grenzwerten und Kontrollen im Hinblick auf Rückstände, Keimbelastungen und Verunreinigungen. Sie sind im Regal für Babynahrung zu finden. Obwohl sie als Flocken oder Brei bezeichnet werden, sehen sie häufig eher aus wie Vollkornmehl oder pudrige Filamente, manchmal auch wie sehr zarte Flocken. Sie alle sind in der Regel „Instant“, das bedeutet: auch ohne Kochen schnell löslich, weil sie bei der Herstellung vorerhitzt wurden. Dadurch sind sie weich und stark verdünnt sogar trinkbar. Achten Sie darauf, dass Sie Flocken wählen, die keine weiteren Zusätze enthalten, die oft süß und aromatisiert sind: Getreide pur ist ideal. Wechseln Sie zwischen den Sorten ab – jedes Getreide hat bestimmte Vorteile. Getreidemixe sollten Sie erst geben, wenn Ihr Kind die einzelnen Sorten gut verträgt. Notfalls können Sie ebenso auf „normale“ Getreideflocken zurückgreifen, dann am besten Bio-Flocken. Sie müssen in der Regel länger kochen oder eingeweicht werden, damit Ihr Baby sie essen kann.

Kleines Getreidelexikon

Beliebte Getreidesorten für Babys sind vor allem Hafer, Hirse, Weizen und Dinkel. Diese enthalten im Verhältnis zu Reis oder Mais mehr Mineralstoffe, Vitamine und gesunde Fette. Gesunde Babys sollten ab dem 5. Monat glutenhaltiges Getreide bekommen – das beugt einer Unverträglichkeit vor. Sollte aber tatsächlich vom Arzt eine Zöliakie festgestellt werden, muss Ihr Baby strikt glutenfrei ernährt werden.

Hafer ist nicht nur reich an Eisen und Zink, er besteht auch aus 7 Prozent wertvollen Fetten: für Babys besonders wichtig. Seine gut verträglichen Ballaststoffe unterstützen die Verdauung. Hafer ist glutenfrei, kann aber durch Weizenrückstände in der Mühle „verunreinigt“ sein – auf die Hinweise auf der Verpackung achten!

Hirse enthält von allen Körnern am meisten Eisen, aber auch Kieselsäure für Knochen, Knorpel und Bindegewebe. Zudem ist Hirse glutenfrei.

Weizen eignet sich für Ihr Baby am besten in Form von Weizengrieß. Unbedingt die Vollkornvariante wählen, auch wenn sie schwer zu finden ist. Als Flocken hat Weizen den höchsten Gehalt an sättigenden Ballaststoffen.

Dinkel versorgt Ihr Baby mit mehr Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen als Weizen. Hier können Sie zwischen Flocken und Grieß wählen. Reis ist glutenfrei und allergenarm – enthält aber eher wenig von allen wertvollen Nährstoffen.

Mais ist ebenfalls nicht so nährstoffreich, enthält aber viel Betacarotin.

Die „Neuen“

Amaranth und Quinoa kommen aus Lateinamerika und gelten als Pseudogetreide. Sie enthalten besonders viel hochwertiges Eiweiß und sind mineralstoffreicher als herkömmliche Getreidesorten. Deshalb sind sie vor allem in der vegetarischen Babykost beliebt. Ursprünglich enthalten sie – ebenso wie der einheimische Buchweizen – Gerb- und Bitterstoffe, die für Babys problematisch sein können. Doch durch die Verarbeitung und Züchtung konnten diese Gerbstoffe und Saponine reduziert werden. Das wird durch die Lebensmittelüberwachung kontrolliert. Ab und zu sind diese neuen oder wiederentdeckten Körner auf dem Baby-Speiseplan also zu empfehlen. Alle drei Pseudogetreide enthalten kein Gluten.

Sind Fertigbreie okay?

Deckel auf, Löffel rein, fertig. Beikost aus dem Gläschen ist zeitsparend und praktisch. Aber die Selbstzubereitung hat Vorteile. Gerade beim Getreidebrei können Sie weiches, rohes Obst verwenden – im Gläschen ist alles durchgegart. Außerdem ist die frische Zubereitung einfach und preiswert. Ihr Baby lernt den ursprünglichen Geschmack der einzelnen Früchte besser kennen. Wenn es aber mal schnell gehen muss, darf auch zu Fertigprodukten gegriffen werden. Achten Sie dabei auf die Zutaten: je kürzer die Liste, desto besser. Salz, Gewürze und Aromen sind überflüssig. Das gilt noch mehr für Instant-Früchte- oder -Milchbreie. Ihr Baby hat noch einen sehr zarten Gaumen: Es muss sich ja erst einmal an die natürlichen Aromen von Getreide und Obst gewöhnen.