Sommerzeit gleich Munterzeit

Geht die Sonne erst spät unter, werden auch Kinder oft zu Nachteulen: Selbst zu später Stunde ist nicht an Schlaf zu denken. Da hilft nur sanfter Druck. Aber kämpfen wir damit nicht vielleicht gegen die innere Uhr unserer Kinder an? Hier verrate ich Ihnen, warum genügend Schlaf für Ihren Nachwuchs auch im Sommer wichtig ist. Und wie Sie Ihrem Kind dabei helfen können.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Warum Schlaf so wichtig ist

Kurz nach dem Aufstehen sind Kinder am größten. Warum ist das so? Im Tiefschlaf wird das Wachstumshormon produziert, das bei Kindern jedes Organ und Körperteil Nacht um Nacht ein wenig wachsen lässt. Dauerhaft zu wenig Schlaf führt damit zu Wachstumsstörungen. Doch Kinder werden nicht nur größer, sondern auch schlauer im Schlaf: Gelerntes, Gehörtes und Gesehenes wird dann verarbeitet. Das geht so weit, dass ganze Bewegungsabläufe, wie zum Beispiel Schwimmen, im Traumschlaf geübt werden. Anders im Tiefschlaf: Vielleicht lernt Ihr Kind gerade Vokabeln, wenn es schlafend vor sich hin plappert. Im Langzeitgedächtnis kommen solche Informationen aber erst nach mehreren Nächten an. Dazu gibt es auch gesundheitliche Pluspunkte: Schlafen stärkt die Abwehrkräfte. Nicht umsonst heißt es: „Schlaf dich gesund!“ Im Tiefschlaf wird ein ganzes Immunabwehr-Team aktiv: Eindringlinge wie Bakterien und Viren werden bekämpft. Schließlich sorgt ausreichend Nachtruhe auch für ein gesundes Gewicht. Kinder, die zu wenig schlafen, sind häufiger übergewichtig.

Wie viel Schlaf muss sein?

Ob Winter oder Sommer: Ihr Schulkind sollte am Tag 10 bis 11 Stunden schlafen. Das fällt bei den hellen Abenden schwer. Wie wir Erwachsenen haben auch Kinder eine innere Uhr: Werden die Tage länger, verschiebt sich auch der Schlaf-Wach-Rhythmus. Denn die Sonne gibt uns den Rhythmus vor. Vielleicht ist die Siesta – also die Mittagsruhe – in den südlichen Ländern deshalb so selbstverständlich. Bei uns ist der Mittagsschlaf dagegen aus der Mode gekommen – zumindest nach dem Kleinkindalter. Da wird es fast unmöglich, auf das nötige Schlafpensum zu kommen, wenn es am nächsten Tag in der Frühe heißt: Aufstehen! Was tun?

Ab in die Heia

Abdunkeln hilft beim Einschlafen, da in der Dunkelheit das Einschlafhormon Melatonin ausgeschüttet wird. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Kind am Tag, also nicht erst vor dem Schlafengehen, durch Bewegung ausgepowert wird. Dann fallen die Äuglein am Abend ganz von alleine zu. Ist Ihr Kind tagsüber ständig müde, schlecht gelaunt? Dann könnte Mittagsschlaf eine Möglichkeit sein. Wichtig auch hier: Routine. Feste Abläufe spielen beim Schlafverhalten die Hauptrolle. So kann Singen, Vorlesen oder einfach nur das Gespräch vor dem Schlafengehen Ihr Kind in den Ruhemodus bringen. Ein Glas Milch mit ein wenig Honig enthält ebenfalls beruhigende Inhaltsstoffe: Danach aber Zähneputzen nicht vergessen. Unruhestifter, wie Handy, Computerspiele oder Filme, vor dem Zubettgehen vermeiden. Stellen Sie liebevolle Rituale auf – sie wirken auf unsere kleinen Nachteulen beruhigend. Netter Nebeneffekt: auf uns Große meistens auch.