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Schulkind: Die Idee hinter der Zahnfee

Eine wacklige Angelegenheit: der Wechsel von den Milchzähnen zu den bleibenden neuen Zähnen. Wenn Ihr Kind den ersten Wackelzahn hat, ist das sehr wohl für Sie, aber vor allem für Ihr Kind ein besonderer Moment. Wann fällt der Zahn raus und wie sehen wohl die neuen Zähne aus? Tut‘s weh? Aber das Wichtigste vorweg: Wie war das noch mal mit der Zahnfee? In diesem Artikel gehe ich der Frage auf den Grund, woher die Zahnfee kommt, welche Aufgaben sie hat und was Sie als Eltern damit bewirken können.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

 

1. Wo kommt die Zahnfee her?

Die Geschichte der Zahnfee kann bis zum Mittelalter zurückverfolgt werden. Sie war aber keineswegs eine gute Fee, sondern vielmehr eine böse Hexe. Die Menschen waren zu diesem Zeitpunkt sehr abergläubig und verbrannten Zähne und Haare, die herausgefallen waren, damit Hexen diese nicht verwenden konnten. Damals glaubte man daran, dass eine Hexe einen persönlichen Gegenstand benutzen kann, um einen zu verhexen. Im Laufe der Zeit kam es jedoch zu einer Wende. Statt von der bösen Hexe wurde im Volk den Kindern die Geschichte der guten Fee erzählt. Diese Veränderung fand vor allem im 19. und 20. Jahrhundert statt. Die Feen kamen nachts in die Kinderzimmer, um herausgefallene Milchzähne gegen Goldmünzen einzutauschen.

Die Zahnfee, wie wir sie heute kennen, ist ein Fabelwesen, welches ursprünglich aus Amerika und Großbritannien stammt. Im Jahr 1949 kam sie das erste Mal in der Geschichte „The Tooth Fairy“ von Lee Rogow vor. Nach und nach erreichte diese Geschichte auch Europa und eine Tradition war geboren. Schaut man sich die Zahnfee in den verschiedenen Ländern an, merkt man schnell, dass jedes Land seine eigene Version hat.

Die Zahnfee ist mittlerweile so populär, dass es seit 1980 sogar weltweit einen „Tag der Zahnfee“ gibt. Dieser findet immer am 22. August statt, um an das alte Ritual zu erinnern.

Tipp: Welch ein Wunder! Wenn Sie bisher noch nicht daran gedacht haben – die Zahnfee sind natürlich Sie selbst. Um die ganze Angelegenheit zu vereinfachen, sollte Ihr Kind den Milchzahn nicht unter das Kopfkissen legen, sondern unter ein Glas auf dem Nachttisch.

2. Zahnfee-Traditionen aus anderen Ländern

In Deutschland kommt die Zahnfee, sobald der erste Milchzahn herausfällt. Die Kinder legen den Zahn, wenn sie schlafen gehen, unter das Kopfkissen oder stellen ihn in einer kleinen Schachtel auf den Nachttisch. Am nächsten Morgen, wenn sie aufwachen, ist der Zahn verschwunden und ein kleines Geschenk liegt an der Stelle, wo sich zuvor der Zahn befand. Auch bei dieser Geschichte gilt: unterschiedliche Länder, unterschiedliche Sitten. Dies zeigt die folgende Abbildung:

  • Schweiz: Hier wird der Zahn von einer Ameise geholt, die anschließend Geld hinterlässt.
  • Frankreich: Nicht die Fee ist für den Zahn verantwortlich, sondern eine Maus. Dies geht aus einem Märchen aus dem 17. Jahrhundert zurück, geschrieben von Madame d’Aulnoy. In diesem verwandelt sich eine gute Fee in eine Maus, versteckt sich unter dem Kopfkissen eines bösen Königs und verzaubert ihn, sodass ihm über Nacht alle Zähne ausfallen.
  • Spanien und Lateinamerika: Hier bringt die Zahnmaus den Zahn weg und liefert dafür Geschenke, Geld oder Süßigkeiten.
  • Polen: Damit die neuen Zähne gut wachsen, vergraben die Kinder hier ihren Zahn im Garten.
  • Asien und Rumänien: Fällt ein Milchzahn raus, wird dieser über das Dach des Hauses geworfen; dabei ruft man laut, dass man sich einen starken und gesunden neuen Zahn wünscht. Klappt nur bei kleinen Häusern ...

 

 

3. Welche Geschenke soll die Zahnfee bringen?

Die Geschichte der Zahnfee hilft, den Kindern die Angst vor dem Verlust ihrer Zähne zu nehmen. Wenn es so weit ist und Ihr Kind den ersten Wackelzahn hat, können Sie es mit der Geschichte der Zahnfee vertraut machen. Erzählen Sie von einer Fee, die nachts kommt, um den Milchzahn abzuholen, und ein Geschenk als Dankeschön hinterlässt. Die Vorfreude auf das Geschenk ist meistens so groß, dass das Kind keine Angst mehr vor dem Verlust hat, sondern sich darüber freut.

Welches Geschenk letztendlich das richtige ist, müssen Sie für sich entscheiden. Um authentisch zu wirken, sollte es klein sein, da die Fee schließlich das Geschenk bringt. Viele folgen der Tradition und legen statt einer Goldmünze ein 1-Euro-Stück unter das Kopfkissen. Wenn Sie kein Geld verschenken möchten, hilft folgende Liste, um Sie auf geeignete Geschenkideen zu bringen, je nach Vorlieben Ihres Kindes:

  • Hörspiele
  • Puzzles
  • Spiele
  • Pixibücher
  • kleine Schmucksteine/bunte Perlen
  • Ohrringe
  • Haarspangen
  • Kuscheltiere
  • Selbstgebasteltes
  • kleines Spielzeug

Auch wenn Kinder Süßigkeiten lieben und diese sie glücklich machen, sollte die Zahnfee nichts dergleichen unter das Kopfkissen legen. Das lässt sich nur schwer mit der Aussage vereinbaren, dass Ihr Kind von nun an noch besser auf seine Zähne aufpassen soll.

4. Ein Brief von der Zahnfee

Sind Sie schon auf die Idee gekommen, im Namen der Zahnfee einen Brief an Ihr Kind zu schreiben? Hinsichtlich der Erziehung eignet sich die Geschichte der Zahnfee hierfür wunderbar. Im Brief können Sie darauf hinweisen, wie wichtig es ist, in Zukunft auf die Zähne aufzupassen und diese gut zu putzen. Die folgende Vorlage können Sie für den Brief verwenden:

 

5. Kommt die Zahnfee bei jedem Milchzahn?

Wie oft die Zahnfee kommt, ist Ihnen überlassen, hierfür gibt es kein Patent. Bei manchen Familien kommt sie nur beim ersten ausgefallenen Zahn, bei anderen wiederum bei jedem der 20 Milchzähne. Weiß Ihr Kind, dass es jedes Mal, wenn es einen Milchzahn verliert, ein Geschenk bekommt, geht die Magie der Zahnfee für Ihr Kind verloren. Entscheiden Sie sich für eine einmalige Überraschung beim ersten Zahn, können Sie das Budget beliebig wählen.

6. „Mama, was macht die Zahnfee mit dem Zahn?“

Haben Sie Ihr Kind von der Zahnfee überzeugt, wird diese Frage mit Sicherheit aufkommen. Doch was können Sie darauf antworten? Hier ist Ihre Kreativität gefragt. Wenn Sie unschlüssig sind, was Sie Ihrem Kind erzählen möchten, können folgende Geschichten helfen, eine passende Antwort zu finden:

  • Der Palast der Zahnfee besteht aus ganz vielen wunderschönen Zähnen. Sie braucht immer wieder neue Zähne, um ihr Haus in Schach zu halten.
  • Die Zahnfee zaubert aus den Zähnchen kleine Wolken.
  • Die Zahnfee macht aus den Zähnen Feenstaub, den sie zum Fliegen benötigt.

Sollte Ihr Kind partout nicht seinen Zahn hergeben wollen, da es den Zahn lieber behalten möchte, gibt es auch hierfür eine Lösung. Erzählen Sie Ihrem Kind, dass die Zahnfee die Zähne nicht einsammelt, sondern schöne Zähne nur anschauen möchte und anschließend mit einem kleinen Geschenk belohnt.

7. Wann verlieren Kinder ihre ersten Zähne?

Kinder können mit 4 Jahren bereits ihren ersten Milchzahn verlieren. Bei anderen braucht es länger und der erste Zahn wackelt erst mit 7. Sollte sich bis zu diesem Alter kein Wackelzahn bemerkbar machen, ist es ratsam, einen Zahnarzt aufzusuchen, um ein Röntgenbild zu machen – aber keine Sorge, alles braucht seine Zeit. Je früher Ihr Kind seine Zähne bekommen hat, desto früher taucht der erste Wackelzahn auf. Die 20 Milchzähne fallen meistens in der Reihenfolge aus, in der sie auch gekommen sind.

Wackelt ein Zahn, ist es nicht verboten, ein wenig nachzuhelfen, solange dies nicht mit Gewalt geschieht. Mit der Zunge gegen den lockeren Zahn drücken oder mit einem sauberen Finger am Zahn wackeln, dagegen ist nichts einzuwenden.

Der ganze Zahnwechsel dauert bis zu 6 Jahre. Wichtig hierbei ist, dass Sie Ihrem Kind von Anfang an klarmachen, dass ein Zahnwechsel nichts Schlimmes und auch nicht schmerzhaft ist. So können Sie helfen, die Angst Ihres Kindes zu reduzieren, die mit dem Verlust der Zähne zusammenhängt. Erklären Sie Ihrem Kind auch, dass die neuen Zähne anders aussehen werden als die Milchzähne. Sie werden nicht mehr so weiß sein und deutlich größer, aber alles keinen Grund zur Sorge.

8. Darauf sollten Sie beim Zahnwechsel achten

Als Erstes brechen die Schneidezähne und der erste Backenzahn durch. Meistens bemerkt ihn niemand und dadurch, dass er sehr langsam durch das Zahnfleisch bricht, ist er anfangs besonders kariesanfällig. Sobald die neuen Zähne kommen, heißt es von nun an: noch gründlicher Zähne putzen. Zahnlücken und lockere Zähne erschweren eine ordentliche Mundhygiene. Hier ist Ihre Unterstützung beim Zähneputzen gefragt. Denn mit diesen Zähnen wird Ihr Kind sein weiteres Leben auskommen müssen. Das gelingt heute schon viel besser als in der Vergangenheit. Wobei Jungen nicht so diszipliniert Zähne putzen wie Mädchen, also ein höheres Kariesrisiko haben.

Wichtig: Wechseln Sie spätestens jetzt von der Zahncreme für Milchzähne auf eine Zahnpasta mit höherem Fluoridgehalt (mindestens 1.000 ppm). Fluorid beugt Karies vor und härtet den Zahnschmelz. Bei zweimaligem Putzen pro Tag und der Verwendung von fluoridiertem Jodsalz in der Familie sind dann Fluoridtabletten überflüssig.

Dagmar von Cramm

Unsere Ernährungs-Expertin
hat bereits zahlreiche Bücher
und Zeitschriften über gesunde
Ernährung und Kochen veröffentlicht.
Ihr Spezialgebiet? Essen mit Kindern – schließlich ist sie nicht nur Food-Journalistin und Ernährungs-Wissenschaftlerin, sondern auch dreifache Mutter!

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