Pausenbrot oder Schulmensa?

Unsere Halbtagsschule wird langsam zur Ganztagseinrichtung: Die Nachmittagsbetreuung macht es möglich. Denn immer mehr Mütter arbeiten wieder, wenn die Kinder etwas größer sind. Viele Schulen bieten deshalb einen Mittagstisch an. Ist das sinnvoll? Oder tut es auch eine Lunchbox von zu Hause? Was, wenn der Nachwuchs lieber zum Imbiss um die Ecke geht? Wenn Schule und Eltern an einem Strang ziehen, kann das Schulessen Ihrem Kind guttun und Gemeinsamkeit schaffen. Hier verrate ich Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Gesundes Essen macht schlau

Wir alle wissen, was gesundes Essen ausmacht: Viel frisches Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, nur wenig Fleisch, einmal die Woche fettreichen Seefisch. Aber es geht nicht nur um das „Was“, es geht auch um das „Wie“. Nicht nur zu Hause, auch in der Schule wachsen Kinder in die Tischgemeinschaft hinein, lernen, gemeinsam zu essen, zu teilen und bestenfalls auch Tischmanieren. Darüber hinaus lernen sie schmecken - über den eigenen Tellerrand hinaus. Gerade Kinder aus Kleinfamilien bekommen in der größeren Runde Appetit auf Neues. Das geht nicht immer ohne Proteste ab. Denn Schokocroissants, Riegel, Pizza und Pommes werden teils vom Schulkiosk, teils in Schulnähe angeboten. Das finden Kinder leider oft spannender. Doch je weniger Kinder am Schulessen teilnehmen, desto schwieriger wird eine qualitativ gute Versorgung. Geben Sie Ihrem Kind also lieber kein Essensgeld mit, sondern ermöglichen Sie ihm eine Teilnahme am Schulessen. Das setzt allerdings eine gute Qualität voraus. Mit anderen Worten: Sie sollten sich darum kümmern.

Gute Standards sind wichtig!

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat im Auftrag der Bundesregierung Qualitätsstandards für die Schulverpflegung entwickelt. Das ist die Basis für den Speiseplan-Check, mit dem Sie als Eltern die Qualität besser beurteilen können: www.macht-dampf.de. Es sind oft schon kleine Dinge, die viel ausmachen: Sind die Getränke zuckerfrei? Gibt es frisches Obst und Gemüse? Ist der Speisesaal gemütlich, hell und nicht zu laut? Sind die Essenszeiten ausreichend? Und schließlich: Schmeckt Ihrem Kind das Kantinenessen? Essen die Lehrer mit? Erwarten Sie keine Wunder - setzen Sie sich lieber für eine großzügige Essens-Pauschale ein. Wenn allerdings die Rahmenbedingungen gar nicht stimmen und nicht zu ändern sind, greifen Sie am besten zur Selbsthilfe: Auch eine bunte Lunchbox kann vollwertig sein, wenn außer einem Vollkornsandwich oder Wrap auch Knabbergemüse, Obst und ein Joghurt oder ein Smoothy dabei sind. Warm gegessen wird dann abends.

Der frühe Vogel

Beim Frühstück haben wir als Eltern dagegen die Zügel in der Hand: Das kann schon ganz viele Pluspunkte in Sachen Nährstoffversorgung für Ihr Kind liefern. Das bedeutet für Sie aber auch Verantwortung. Denn eine Zutat sollte am Frühstückstisch komplett gestrichen werden: Hektik! Das verschlägt nämlich allen den Appetit. Wenn Ihr Kind sehr früh starten muss, sollten Sie zumindest für ein nahrhaftes Getränk sorgen: Milchmixe mit frischem Obst und Instant-Haferflocken sind ideal. Alternativ können Sie schon abends ein Müsli vorbereiten: Abends Haferflocken, Trockenobst und Nüsse in etwas Wasser einweichen, eventuell mit einem Schuss Saft süßen. Morgens Joghurt und eine Handvoll Beeren oder anderes frisches Obst zugeben. Wenn richtig Zeit ist, gibt es eine Wunschstulle: Hauptsache, das Brot ist vollwertig und gut. Wenn jeder seinen Teil zur gesunden Versorgung Ihres Kindes beiträgt, dann kommt es einfach besser durch den Tag. Und langfristig durchs Leben!