Macht Essen glücklich?

Die Vorstellung, dass Lebensmittel unsere Gefühle beeinflussen können, ist sehr verführerisch. Aber nehmen Substanzen wie Serotonin in unserer Nahrung wirklich Einfluss auf unsere Stimmung? Warum lässt uns der Gedanke an unser Lieblingsessen lächeln? Welche Vorgänge im Körper dahinterstecken und wann sie uns echt gut tun, das verrate ich Ihnen hier.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Stimmungsstoffe in Lebensmitteln

Tryptophan ist ein Eiweißbaustein, der vor allem in Lebensmitteln wie Fisch, Meeresfrüchten, Bananen und Hülsenfrüchten vorkommt. Aus ihm kann in unserem Gehirn das Glückshormon Serotonin gebildet werden. Kohlenhydrate, vor allem in Süßem, verbessern die Aufnahme von Tryptophan. Können wir also durch das richtige Essen automatisch und am besten sofort die eigene Stimmung verbessern? Ganz so einfach ist es leider nicht. In der aktuellen Forschung geht man davon aus, dass der Anteil von Tryptophan in unseren Lebensmitteln nicht hoch genug ist, um eine Extraportion Serotonin zu produzieren.
Dass scharfes Essen glücklich machen kann, stimmt tatsächlich. Durch die Scharfstoffe in Chili, Ingwer, Meerrettich oder Pfeffer werden Schmerz- und Hitzerezeptoren auf unserer Zunge aktiviert. Der Körper reagiert darauf mit der Ausschüttung von entspannenden Endorphinen. Dieser Effekt fällt unterschiedlich stark aus. Außerdem gewöhnt sich der Körper daran und nicht jeder mag gerne scharf essen.

Das Belohnungssystem des Körpers

Unser Körper schüttet in schönen Momenten, auch wenn wir etwas Leckeres essen, Glückshormone aus. Die innere Zufriedenheit nach einer Mahlzeit hat also nicht unbedingt etwas mit einzelnen Inhaltsstoffen zu tun, eher mit Sättigung und positivem Drumherum. Bereits die Erinnerung an ein gutes Essen in fröhlicher Runde kann ausreichen, um erneut Glückshormone zu produzieren und unsere Stimmung zu heben.
Bei Frust greifen wir deshalb oft zu hochkalorischen Lebensmitteln wie Schokolade oder Kuchen, weil wir das mit Festen, Belohnung und Geborgenheit verbinden – was auf Dauer ganz schön unglücklich machen kann: ein Teufelskreis.
Essen kann also wirklich Emotionen verändern. Doch glücklich machen nicht nur Schokolade, Torten und Sahnesaucen. Im Sommer freuen wir uns über Erdbeeren und Spargel, im Herbst über Maroni, Kürbisse oder Bratäpfel wie in meinem Rezept. Sie sind etwas Besonderes – und gleichzeitig supergesund. Wenn wir uns auf diese Köstlichkeiten konzentrieren und ihren Genuss in guter Gesellschaft zelebrieren, dann wird unser Belohnungssystem dafür sorgen, dass sie uns nicht nur gesund, sondern auch glücklich machen.

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