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Lakritz in der Schwangerschaft – erlaubt oder tabu?

Beim Lakritz scheiden sich die Geister: Die einen sind Lakritz-Hasser, die anderen lieben es! Wozu gehören Sie? In der Schwangerschaft verändert sich manchmal der Geschmack. Haben Sie zu den Lakritz-Hassern gehört, während der Schwangerschaft jedoch die Seiten gewechselt? Oder lieben Sie den schwarzen Snack nach wie vor? In jedem Fall aufgepasst: Lakritz wird schon seit längerer Zeit kritisch betrachtet. Gerade in der Schwangerschaft birgt ein regelmäßiger Lakritz-Konsum Risiken. Welche das sind und ob Sie in der Schwangerschaft auf die schwarze Süßigkeit verzichten sollten, lesen Sie hier.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Darf man Lakritz in der Schwangerschaft essen?

Wenn irgend möglich, sollte in der Schwangerschaft Lakritz gemieden werden. Aber gerade in der Ernährung gilt der Leitsatz von Paracelsus: „Die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“ Mit anderen Worten: Die Menge, die wir von den entsprechenden Lebensmitteln essen, ist entscheidend für ihre Wirkung.

Lange Zeit war unklar, welche Folgen ein hoher Lakritz-Konsum in der Schwangerschaft mit sich bringt. Eine Langzeitstudie der Universität Helsinki unter Leitung der Psychologin Katri Räikkönen  brachte neue Erkenntnisse. 378 Frauen, die 1998 ein gesundes Kind zur Welt brachten, nahmen an der Studie teil. Die Frauen wurden in 2 Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe, bei der die Frauen viel Glycyrrhizinsäure – über einen hohen Lakritz-Konsum – während der Schwangerschaft aufnahmen (>500 mg, im Durchschnitt 845 mg pro Woche) und eine Gruppe, bei der die Schwangeren wenig bis gar keine Glycyrrhizinsäure zu sich genommen haben (<245 mg, im Durchschnitt 47 mg pro Woche).

Zur Einschätzung der Größenordnung: 500 mg Glycyrrhizinsäure entspricht 250 g Starklakritze oder 500 g Lakritze. Das ist eine ganze Menge, aber in den nordischen Ländern und besonders in Finnland ist Lakritz eine typische und sehr beliebte Süßigkeit – auch als salzige Variante.

Als die Kinder im Alter von 8 Jahren verschiedene Tests absolvierten, fiel bei den Kindern, deren Mütter einen hohen Lakritz-Konsum in der Schwangerschaft hatten, Folgendes auf:

Die Kinder hatten...

  • einen geringeren Wortschatz
  • ein schlechteres erzählerisches Gedächtnis
  • ein eingeschränktes räumliches Vorstellungsvermögen
  • eine verminderte Konzentrationsfähigkeit
  • eine erhöhte Neigung zu aggressivem Verhalten.

Im Alter von 12 Jahren wurden die Kinder erneut untersucht, um zu überprüfen, ob sich die Ergebnisse im Laufe der Zeit verändert hatten. Die „Lakritz-Kinder“ unterschieden sich von den Kindern der Mütter, die wenig bis kein Lakritz gegessen hatten, in folgenden Punkten:

  • Sie hatten ein 3-mal höheres Risiko, eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu entwickeln.
  • Bei den Mädchen setzte die Pubertät früher ein.
  • Die Kinder hatten einen um 7 Punkte niedrigeren Intelligenzquotienten (IQ).
  • Ihr Body-Mass-Index (BMI) war um 2,2 kg/m2 größer, das heißt, sie neigten eher zu Übergewicht.

    Was ist Lakritz überhaupt?

    Lakritz wird durch Kochen in Wasser aus der Wurzel von Süßholz gewonnen. Dabei tritt die dunkle Farbe aus. Durch Konzentration entsteht daraus eine schwarze, dickflüssige Masse. Die Pflanze wächst vor allem im Mittelmeerraum und in mittelasiatischen Ländern. Sie galt schon in der Antike als ein Arzneimittel bei Magenbeschwerden oder Erkältungskrankheiten. Die Süßholzwurzel soll entzündungshemmend, schleimlösend und gegen Husten wirken. Sie schmeckt leicht nach Anis und süßlich. Süßholz sieht aus wie dünne Holzstäbchen und ist in der Apotheke erhältlich. Erst durch Beimischen von dickenden Substanzen wie Stärke, Mehl und Gelatine sowie Gewürze und Glukosesirup entsteht aus dem Süßholzsirup Lakritz.

    Befindet sich in einer Süßigkeit mindestens 3 Prozent Süßholzsaft oder Süßholzextrakt, darf sie als Lakritz bezeichnet werden. Glycyrrhizin – auch Glycyrrhizinsäure genannt – ist einer der Hauptbestandteile von Lakritz. Es bringt bei übermäßigem Verzehr den Elektrolythaushalt des Körpers durcheinander, weil Kalium ausgeschieden und Natrium angereichert wird. Das kann bei übermäßigem Verzehr zu Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Wasseransammlung im Gewebe, sogenannten Ödemen, führen.

    Besonders kritisch ist Salzlakritz, weil es Ammoniumchlorid enthält. Das kann in großen Mengen bei Kindern oder empfindlichen Personen zu Übelkeit, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen führen.

    Was macht Lakritz in der Schwangerschaft?

    Das Baby wird im Bauch der Mutter durch die Plazenta nicht oder nur begrenzt geschützt. Sie lässt Nährstoffe und Sauerstoff durch – ebenso Koffein und Alkohol. Doch sie verhindert bzw. vermindert auch die Passage von einzelnen Schadstoffen. So können Enzyme in der Plazenta verhindern, dass das Stresshormon Cortisol in den Blutkreislauf des Embryos gelangt. Glycyrrhizin blockiert die Aktivität dieses Schutz-Enzyms. Hohe Cortisolspiegel können die neurologische Entwicklung des Babys beeinträchtigen – das könnte die Erklärung für die weniger gute Entwicklung der „Lakritz-Babys“ sein. Um klare Aussagen treffen zu können, inwiefern die Glycyrrhizinsäure die Gesundheit des ungeborenen Babys beeinflusst, muss noch weitergeforscht werden.

    Wie viel Lakritz ist erlaubt?

    Die Autorin der Studie rät Schwangeren vom Verzehr von Lakritz ab. In der Studie konnte nicht herausgefunden werden, welche Menge Lakritz in der Schwangerschaft als sicher gilt. Dennoch reagierte Finnland nach der Studienveröffentlichung und gibt offizielle Warnhinweise auf Lakritz-Verpackungen für Schwangere.

    In Deutschland empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Schwangeren, nicht mehr als 100 mg Glycyrrhizin pro Tag aufzunehmen. Diese Menge befindet sich in etwa 100 g normaler Lakritz bzw. in 50 g Starklakritz. Diese Menge wird sicher kaum jemand übertreffen. 

    Also Entwarnung? Nicht ganz. Denn solange nicht vollständig aufgeklärt ist, wodurch der Lakritz-Effekt auf die Kinder entstand, so lange würde ich die 9 Monate auf Lakritz verzichten. Und auch darauf achten, nicht zu viel Tees oder Erfrischungsgetränke zu trinken, die ebenfalls Süßholz enthalten.

    academic.oup.com/aje/article/185/5/317/2967089
    www.aerzteblatt.de/nachrichten/72993/Studie-Lakritz-in-der-Schwangerschaft-schadet-der-Entwicklung-des-Kindes
    www.livescience.com/57771-pregnant-women-should-avoid-licorice.html

    Dagmar von Cramm

    Unsere Ernährungs-Expertin
    hat bereits zahlreiche Bücher
    und Zeitschriften über gesunde
    Ernährung und Kochen veröffentlicht.
    Ihr Spezialgebiet? Essen mit Kindern – schließlich ist sie nicht nur Food-Journalistin und Ernährungs-Wissenschaftlerin, sondern auch dreifache Mutter!

    Fragen und Antworten zum "Meine Familie" Vorteilsprogramm

    Wann erhält man das „Meine Familie“-Begrüßungspaket?

    Das „Meine Familie“-Begrüßungspaket erhalten einmalig alle beim „Meine Familie“-Vorteilsprogramm angemeldeten Kinder im Alter von 0 bis 24 Monaten.

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    Für Kinder, die ihr viertes Lebensjahr erreicht haben, werden nur noch zweimal jährlich Vorteilscoupons per Post versendet. Dies kann der Grund dafür sein, dass Teilnehmer am „Meine Familie“-Programm plötzlich weniger Post erhalten als vorher.

    Was ist zu tun, wenn ein bei „Meine Familie“ angemeldetes Kind zum Geburtstag keine Geburtstagspost bekommen hat?

    In seltenen Fällen kann die Geburtstagspost eines Kindes verspätet eintreffen. Sollte die Post auch nach einer gewissen Wartezeit noch nicht eingetroffen sein, wenden Sie sich bitte über das Kontaktformular an den „Meine Familie“-Kundenservice.

    Was könnte der Grund dafür sein, wenn trotz Anmeldung eines Kindes zwischen 0 und 24 Monaten beim „Meine Familie“-Vorteilsprogramm kein Begrüßungspaket beim Teilnehmer ankommt?

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