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Kurkuma in der Schwangerschaft: vom Superfood zum Vorsicht-Food

Jährlich küren verschiedene Internetplattformen und Zeitschriften die gesündesten Lebensmittel auf der Welt. Seit vielen Jahren ist ein Lebensmittel stets darunter: Kurkuma. Während Kurkuma in Asien schon sehr lange als Heilpflanze gilt, genießt sie in Europa erst seit Kurzem den Ruf als Superfood. Es heißt, dass Kurkuma gegen Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer helfen soll. Das Einzige, was wissenschaftlich belegt ist: Kurkuma wirkt antioxidativ und entzündungshemmend. Das klingt gerade in der Schwangerschaft sehr verlockend, will man doch nur das Beste für sein ungeborenes Baby. Hilft viel in der Schwangerschaft wirklich viel? Diese Frage beantworte ich hier.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Was ist Kurkuma überhaupt?

Die Kurkuma ist ein Ingwergewächs und stammt ursprünglich aus Indien. Es heißt auch Chinesische Wurzel, Gelbwurzel oder Gelber Ingwer und wird in der Wissenschaft auch als „Curcuma longa“ bezeichnet. Bereits im Mittelalter erreichte Kurkuma über die Seidenstraße Europa und wurde hier meist in Currys verwendet. Zu einem Trend wurde sie im Westen erst in den letzten Jahren als Gesundheits-Gewürz, fast zur Medizin.  

Wie beim Ingwer verbirgt sich der essbare, wertvolle Teil der Pflanze auch bei der Kurkuma unter der Erde, im Wurzelstock. Ist die Wurzel reif, wird sie ausgegraben, gereinigt und mit heißem Wasser behandelt. Dies führt dazu, dass sich die Zellen öffnen und die Farbstoffe, Kurkuminoide genannt, die Pflanzenfasern durchströmen. So färbt sich das ganze Fruchtfleisch der Kurkuma intensiv orangegelb.

Was sagt die Wissenschaft zu Kurkuma in der Schwangerschaft?

Das Wichtigste am Anfang: Wenn Sie Kurkuma als Gewürz in üblichen Mengen aufnehmen, ist das völlig harmlos. Kurkuma ist Bestandteil von vielen Gewürzmischungen, besonders von Currys. Sie verleiht den Gewürzen und Gerichten die satte gelbe Farbe.

In den letzten Jahren ist die „Golden Milk“, also die „Goldene Milch“, zum hippen Getränk geworden. Aber was verbirgt sich hinter dieser Milch? Auf eine Tasse heiße Milch wird meist 1 TL Kurkumapulver gegeben sowie weitere Gewürze, darunter Zimt, Ingwer und Pfeffer. Abgeschmeckt wird das Ganze meist mit Honig. 1 TL Kurkumapulver entspricht dabei etwa einer Menge von 5 Gramm.

Die Weltgesundheitsorganisation, kurz WHO, stuft eine tägliche Dosis von bis zu 3 Gramm Kurkuma als unbedenklich ein. So wird schnell deutlich, dass mit der Goldenen Milch bereits diese Grenzen überschritten werden. Die europäische Behörde EFSA, die European Food Safety Authority, bezieht ihre Beschränkung auf den Inhaltsstoff Kurkumin, ein Inhaltsstoff des Kurkuma. Sie empfehlen, die tägliche Dosis von 3 Milligramm Kurkumin pro Kilogramm Körpergewicht nicht zu überschreiten.1 Für eine erwachsene Frau, die 70 Kilogramm wiegt, würde das dem Verzehr von 2,1 Gramm Kurkumin entsprechen. Diese Menge erreicht man mit ca. 5 Gramm Kurkuma, wie sie in der „Golden Milk“ vorkommt.

Zurzeit gibt es zum Thema Kurkuma-Konsum und Sicherheit während der Schwangerschaft und Stillzeit noch keine Studien mit Menschen, sondern lediglich Tierstudien. Der Organismus von Tieren unterscheidet sich jedoch in vielerlei Hinsicht von dem des Menschen. Deshalb lassen sich die Erkenntnisse nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen. 

Der bisherige Wissensstand zu Kurkuma in der Schwangerschaft:

  • Die Einnahme von Kurkuma in Mengen, die üblicherweise in Lebensmitteln vorkommen, wie beispielsweise in Curry-Mischungen, ist unkritisch.
  • Wird Kurkuma in großen Mengen oder als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, kann es zu Problemen kommen. Die Mengen in solchen Präparaten liegen meist deutlich über 5 Gramm.

Auch die Verbraucherzentrale stellt klar, dass Schwangere und Stillende auf Kurkuma-Nahrungsergänzungsmittel verzichten sollten.2

Wie wirken größere Mengen Kurkuma im Körper während der Schwangerschaft?

Werden während der Schwangerschaft größere Mengen Kurkuma gegessen, kann der enthaltene Wirkstoff Kurkumin den Hormonspiegel von Östrogen im Körper verändern. Östrogen ist das weibliche Hormon und in der Schwangerschaft ganz besonders wichtig, weil es unter anderem für das Plazentawachstum verantwortlich ist. Ändert sich der Östrogenspiegel, kann das im Extremfall zu Uteruskontraktionen, also Wehen führen. Da gleichzeitig die Blutgerinnung gehemmt wird, können sogar Blutungen auftreten. Die möglichen Folgen sind vorzeitige Wehen oder schlimmstenfalls eine Fehlgeburt. 

Deshalb sind sich die meisten Experten einig, dass schwangere Frauen große Mengen an Kurkumin vermeiden sollten. Das schließt Kapseln sowie Nahrungsergänzungsmittel ein, die Kurkuma oder den Wirkstoff Kurkumin enthalten. Auch wenn das tatsächliche Risiko bisher wissenschaftlich für den Menschen nicht belegt ist, können Sie so mögliche Komplikationen vermeiden. 

Gemahlene Kurkuma, die beim Kochen verwendet wird, enthält deutlich weniger Kurkumin als künstliche Präparate. Daher können Sie problemlos Kurkuma in küchenüblichen Mengen essen und von den entzündungshemmenden Vorteilen profitieren.

Wenn Sie Zweifel haben, ob Kurkuma für Sie in der Schwangerschaft geeignet ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Welche positiven Eigenschaften hat Kurkuma?

Kurkuma und die Wirkung auf den menschlichen Körper wird aktuell sehr stark erforscht. Seit vielen Jahrtausenden ist sie ein wichtiger Bestandteil in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) oder auch in der ayurvedischen Gesundheitslehre. Kurkuma werden antioxidative, also zellschützende Wirkungen nachgesagt. Weltweit zeigen Untersuchungen, dass die positive Wirkung von Kurkuma bei verschiedenen Krankheiten von Vorteil sein könnte:

  • Reizdarm-Syndrom
  • Gallenblasendysfunktion
  • Magen-Darm-Geschwüre
  • bei verschiedenen Krebserkrankungen (vor allem im Darm und im Mund)
  • bei entzündlichen Erkrankungen (z. B. im Darm und in den Gelenken)
  • hoher Cholesterinspiegel
  • Osteoarthritis
  • Juckreiz (Pruritus)

Da Kurkuma fettlöslich ist, kann es nur schwer von unserem Verdauungstrakt aufgenommen werden. Der Inhaltsstoff Piperin aus dem schwarzen Pfeffer erhöht die Aufnahme des Kurkuma-Wirkstoffs Kurkumin um das 20-Fache. Ja, das ist viel! Wer also vor oder nach der Schwangerschaft von der gesundheitsfördernden Wirkung von Kurkuma profitieren möchte, sollte stets darauf achten, das Gewürz zusammen mit schwarzem Pfeffer zu kombinieren. Außerdem sollte man Kurkuma immer mit ein wenig Fett verzehren – so ähnlich wie Karotten, deren Karotin ja auch nur mit Fett aufgenommen werden kann.

Aber nicht für jeden Menschen ist Kurkuma leicht verträglich. Wann also hat Kurkuma eine eher negative Wirkung:  

  • während der Schwangerschaft und Stillzeit
  • bei empfindlichen Schleimhäuten im Darm; Krämpfe und Durchfall können die Folge sein
  • bei einer Gallenblasenentzündung oder bei Gallensteinen
  • bei einer akuten Leberentzündung
  • bei der Einnahme von Medikamenten wie Acetylsalicylsäure (ASS) zur Hemmung der Blutgerinnung; das Gewürz setzt zusätzlich die Gerinnung herab und die Folge können Blutungen sein.

Kurkuma in der Küche

Da Kurkuma fettlöslich ist, braucht es zur Entfaltung ihres exotischen Aromas und ihrer intensiven Farbe fetthaltige Begleiter: Öl oder Butter, Sahne, Milch, Nüsse, Kokosmilch – eben alles, was Fett enthält.

Kurkuma immer zuerst in Fett anschwitzen, dann erst die restlichen Zutaten hinzufügen. So entfaltet sich das Aroma am besten. Die gesundheitliche Wirkkraft von Kurkuma wird nämlich durch Hitze nicht beeinträchtigt. Geschmacklich harmoniert sie ideal mit Knoblauch, Chili und Zwiebeln. Auch wenn Sie schwanger sind, können Sie das Gewürz nutzen, um Geschmack und Farbe von Gerichten und Getränken zu verbessern. Denn das Aroma von Kurkuma ist relativ schwach.

Kurkuma verleiht trostlosen Speisen das gewisse Etwas. So sorgt das Gewürz bei hellen Saucen, Kartoffelpüree, blanchiertem Blumenkohl, Rührei, selbst gemachtem Pastateig, aber auch bei Puddings und Kuchen für eine goldgelbe Tönung

Damit auch Sie während Ihrer Schwangerschaft nicht auf eine „Golden Milk“ verzichten müssen, finden Sie hier ein schwangerschaftsfreundliches Rezept:

Fazit

Kurkuma ist ein Gewürz mit viel Potenzial. Aufgrund der lückenhaften Studienlage sollten Sie jedoch während der Schwangerschaft und Stillzeit auf größere Mengen Kurkuma und Kurkumin sowie deren Nahrungsergänzungsmittel verzichten. Eine gesunde Ernährung bedeutet gleichzeitig Abwechslung. Daher reicht es nicht, sich auf ein gesundes Lebensmittel zu fokussieren. 

Vielfalt gilt auch – gerade in der Schwangerschaft – für die Gruppe Gewürze und Kräuter. Wechseln Sie daher zwischen verschiedenen Gewürzen ab. Gemüse, Obst, Nüsse und Vollkorngetreide unterstützen Sie bei einer ausgewogenen Ernährung während der wichtigen 9 Monate. Aber natürlich gilt: Einen halben Teelöffel Gold am Tag können und dürfen Sie in vollen Zügen genießen!

1 http://www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/pub/1679
2 https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/kurkuma-eine-pflanze-fuer-alle-faelle-13696
 

Dagmar von Cramm

Unsere Ernährungs-Expertin
hat bereits zahlreiche Bücher
und Zeitschriften über gesunde
Ernährung und Kochen veröffentlicht.
Ihr Spezialgebiet? Essen mit Kindern – schließlich ist sie nicht nur Food-Journalistin und Ernährungs-Wissenschaftlerin, sondern auch dreifache Mutter!

Fragen und Antworten zum "Meine Familie" Vorteilsprogramm

Wann erhält man das „Meine Familie“-Begrüßungspaket?

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Woran liegt es, wenn die Vorteilspost während eines Quartals ausbleibt?

Für Kinder, die ihr viertes Lebensjahr erreicht haben, werden nur noch zweimal jährlich Vorteilscoupons per Post versendet. Dies kann der Grund dafür sein, dass Teilnehmer am „Meine Familie“-Programm plötzlich weniger Post erhalten als vorher.

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