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Koliken bei Babys – darauf sollten Sie achten

Ernährung und Verdauung bestimmen in den ersten Monaten das Leben eines Babys – und das seiner Mutter! Und obwohl Probleme damit ganz normal sind und sich im Laufe der Entwicklung des Verdauungstraktes nach und nach legen, belasten sie nicht nur das Baby, sondern die ganze Familie. Denn wenn das Baby weint, dann schläft keiner. Manchmal schaffen schon einfache Maßnahmen eine Verbesserung und Erleichterung. Probieren Sie aus, was hilft – und seien Sie zuversichtlich: Das wächst sich aus!

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Was sind Babykoliken?

Babys schreien – das ist ihre Möglichkeit, sich zu melden, wenn ihnen irgendetwas fehlt und die Mutter oder der Vater nicht gleich das Problem lösen. Doch von diesen ganz normalen Lebensäußerungen ist nicht die Rede. Hier geht es um Koliken, eine schwere, seltene Form von Bauchweh mit Schreiattacken mit einer Dauer von bis zu 3 Stunden pro Tag und mehr. Koliken sind Darmkrämpfe. Sie beginnen um die 4. Woche und hören mit etwa 3 bis 4 Monaten auf – oft von einem Tag zum anderen. Daher spricht man bei Babykoliken häufig auch von Dreimonatskoliken. Ihr Kind entwickelt sich gut, trotz der Beschwerden, die zeitweise auftreten. Sind die Koliken vorbei, verwandelt sich sein Gemüts-Gewittersturm schnell wieder in strahlenden Sonnenschein.

Wieso entstehen Koliken?

Blähungen entstehen durch Gasbildung im Darm. Die Ursachen und Auslöser sind nicht eindeutig. Doch Säuglinge werden mit einem noch unreifen Verdauungssystem geboren. Erst im Laufe des 1. Lebensjahres bildet es ausreichend Verdauungshelfer wie Verdauungsenzyme und Magensäure und verträgt am Ende das, was die Eltern essen. Warum manche Babys mit diesem Reifungsprozess mehr Probleme haben, ist unklar.

Der Milchzucker in Muttermilch und Säuglingsmilchnahrung kann Blähungen verursachen, wenn er von den Darmbakterien vergoren wird. Milchzucker ist ein natürlicher Bestandteil von Muttermilch: Sie enthält mit 7 g pro ml viel mehr davon als Kuhmilch mit ihren 4,7 g. Das hat auch Vorteile: Der Stuhl von Stillkindern ist durch die Arbeit der Darmbakterien weich und es gibt keine Verstopfung.

Wissenschaftlich bezweifelt wird, ob Kohl oder Hülsenfrüchte oder anderes, was Ihren Bauch bläht, Ihrem Stillkind über die Muttermilch ebenfalls zu schaffen macht. Ebenso unklar ist, ob Bestandteile von Kuhmilcheiweiß aus Ihrem Essen die Koliken auslösen könnten – wenn Sie aus einer Allergiker-Familie stammen. Doch so eine Unverträglichkeit lässt sich vom Kinderarzt diagnostizieren.

Schließlich gibt es auch noch eine Art Teufelskreis: Kinder, die viel schreien, schlucken auch viel Luft und haben dadurch häufiger Blähungen. Insgesamt hat Ihr Baby ja kaum eine Möglichkeit, durch Bewegung den Darm anzuregen und dadurch zu entlüften.  

Welche Symptome hat mein Baby bei Koliken?

Ihr Kind wird unruhig, schreit viel, hat einen deutlich geblähten Leib. Es versucht, die „Winde“ hinauszudrücken, zieht die Bauchdecke dabei ein und hat einen hochroten Kopf. Auch mit Stillen, Flasche oder Löffelnahrung ist es nicht zu beruhigen. Manchmal gehen nach Stunden Winde ab, und oft erst gegen Abend beruhigt sich das Baby allmählich.

Wann treten Koliken auf?

Meist beginnen die Blähungen, wenn das Baby etwa 2 bis 3 Wochen alt ist, vorwiegend am Nachmittag. Vor allem in den ersten vier Monaten muss der Verdauungstrakt Ihres Säuglings erst in seine Aufgaben hineinwachsen. Unter diesem Aspekt sind die Koliken ein notwendiger, wenn auch schmerzhafter Reifungsprozess: Das Kind setzt sich mit seiner Umwelt auseinander. Sie können ihm diesen Entwicklungsschritt nicht abnehmen, aber erleichtern!

Welches Medikament kann ich meinem Baby geben, wenn es Koliken hat?

Leider gibt es keine Medizin gegen Koliken. Doch die Naturheilkunde kennt Pflanzen, die gegen Blähungen wirken. Dazu gehören Fencheltee, aber auch Pflanzenextrakte aus der Apotheke. Die sollten Sie aber nur tropfenweise geben, denn sie enthalten in der Regel Alkohol.

Beraten Sie sich zum Thema Behandlung mit Pflanzenextrakten am besten mit Ihrem Kinderarzt.

Wann gehen die Koliken vorbei?

Im Normalfall gehen die Koliken spätestens im 4. Monat vorbei. Sie verschwinden oft von einem Tag auf den nächsten – so plötzlich, wie sie gekommen sind. Insgesamt gilt: Bleiben Sie ruhig, so gut Sie können. Oft hilft es schon sehr, wenn Sie Ihrem Kind zur Seite stehen und es begleiten. Halten Sie durch! Es wird nicht immer so dramatisch wie bei den Koliken werden, doch in irgendeiner Form erlebt jedes Baby Blähungen. 

Sind Sie dennoch verunsichert oder brauchen einen Rat, wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder den Kinderarzt. Natürlich hilft auch der Rat anderer Mütter. Vor allem: Zweifeln Sie nicht an Ihrer Qualität als Mutter. Jedes Kind ist anders – da geht es nicht um Schuld. Gefragt ist eher Geduld; das hilft allen Beteiligten am meisten.

Dagmar von Cramm

Unsere Ernährungs-Expertin
hat bereits zahlreiche Bücher
und Zeitschriften über gesunde
Ernährung und Kochen veröffentlicht.
Ihr Spezialgebiet? Essen mit Kindern – schließlich ist sie nicht nur Food-Journalistin und Ernährungs-Wissenschaftlerin, sondern auch dreifache Mutter!

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