Alle in einem?

Während unsere Eltern gar nicht auf die Idee kamen, uns als Babys zum Schlafen ins Elternbett zu legen, ist es heute fast ein Muss. Doch je mehr ich mit jungen Elternpaaren rede, mich in Blogs informiere oder auf Elternseiten surfe, wird mir klar: Die Art zu schlafen ist eine sehr individuelle Sache und von Familie zu Familie sehr unterschiedlich. Genießen Sie also die Freiheit, das als Eltern selber zu entscheiden. Denn das bekommt auch Ihrem Kind sicher am besten.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Im Trend: das Familienbett

Es wird auch als „Co-Sleeping“ bezeichnet: Eltern und Baby schlafen in einem Bett. Die Vorteile liegen auf der Hand: Besonders stillende Mütter haben eine viel entspanntere Nacht. Sie können ihr Baby stillen, ohne aufzustehen. Bekommt das Kind die Flasche, muss einer der Eltern ohnehin aus dem Bett – da ist die Erleichterung begrenzt. Das Baby wiederum hat den Körperkontakt, den es gerade am Anfang so dringend braucht. Gerade für berufstätige Mütter ist es eine Möglichkeit, Nähe zu geben, die tagsüber fehlt. Oft endet es aber so, dass der Vater ins Gästebett zieht, wenn er beruflich eingespannt ist. Da besteht Gefahr, nur noch Eltern, aber nicht mehr Liebespaar zu sein. Deshalb ist es wichtig, sich offen darüber auszutauschen. Denn wenn Ihr Baby die ersten Jahre bei Ihnen schläft, wird es später ungern ins eigene Bettchen ziehen.

Die Sicherheit

Doch es geht nicht nur um die Interessen der Eltern – auch für das Baby ist das Familienbett nicht nur von Vorteil. So warnen Kinderärzte davor, dass die Gefahr für den plötzlichen Säuglingstod im Elternbett gerade in den ersten Wochen steigt. Sie empfehlen stattdessen das kleine Beistellbett direkt neben der Mutter. So hört Ihr Kind Ihren Atem und Sie sind gleich da, wenn es sich meldet. Sogar ein „Balkonbett“ lässt sich ans Elternbett andocken – ganz ohne trennendes Gitter. Ein Stubenwagen auf Rädern hat darüber hinaus den Vorteil, auch tagsüber dahin zu wandern, wo Sie sich gerade aufhalten. Eine Wiege kann – wie der Name schon sagt – Ihr Baby in den Schlaf wiegen. Ihr Baby aber schon von Anfang an allein ins Kinderzimmer zu legen tut ihm wahrscheinlich nicht so gut: Um sich geborgen zu fühlen, braucht es Ihre Nähe. Es gibt viele individuelle Möglichkeiten – finden Sie für sich die richtige!

Bedingungen fürs Co-Sleeping

  • Das Bett muss groß genug, die Matratze nicht zu weich sein (kein Wasserbett!).
  • Das Baby soll in Rückenlage schlafen.
  • Eltern, die mit dem Kind in einem Bett schlafen, dürfen nicht unter dem Einfluss von Alkohol, Medikamenten oder Drogen stehen.
  • Das Baby braucht einen eigenen Schlafsack und soll nicht mit den Eltern unter einer Decke schlafen.
  • Eltern, die das Bett mit einem Baby teilen, sollten kein starkes Übergewicht haben.
  • Die Raumtemperatur sollte etwa 18 Grad betragen, also nicht zu hoch sein.