Gegrilltes für die Kleinen?

Wenn der Grill bei dem warmen Wetter wieder hervorgeholt wird, bringt das Kinderaugen zum Strahlen. Sie lieben Feuer und sind begeistert, wenn sich die ganze Familie zum Brutzeln versammelt! Aber das, was nachher auf dem Teller landet, tut unseren Sprösslingen nicht immer gut. Ich verrate Ihnen, wie Sie die Grillsaison gesund einläuten können, damit die kleinen Grillmeister unbeschwert ganz großen Spaß beim Essen haben.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Die richtige Wahl

Wie bei allen Leckereien gilt auch beim Grillen: genießen in Maßen. Setzen Sie auf eine gemischte Platte aus pflanzlichen Snacks wie Gemüse, Obst oder Fladen und auf tierische Genüsse, also Fisch, Geflügel und Fleisch. Aber es gibt auch No-Gos: Ob Kasseler, Wienerle oder Leberkäse – Gepökeltes, also rosa Fleischwaren, gehört nicht auf den Rost. Der Grund: Bei hohen Temperaturen bilden sich aus Nitrit im Pökelsalz und Eiweiß im Fleisch Nitrosamine, die krebserregend sind. Vitamin C hemmt das Entstehen der schädlichen Nitrosamine. Also zu Gegrilltem immer Knabbergemüse reichen: Vitamin-C-Königin ist die rote Paprika!

Grillschale — aber ja!

Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) bilden sich, wenn Saft, Marinade oder Fett aus dem Grillgut in die Glut tropft. Heterozyklische Aromatische Amine (HAA) entstehen durch zu starkes Bräunen. Vor beidem schützen Grillschalen. Hier empfiehlt sich, zu aluminiumfreien Alternativen zu greifen: Salz und vor allem Säure aus Marinaden können das Leichtmetall aus Schale oder Folie lösen – und aufs Essen übertragen. Das wiederum ist ab einer bestimmten Menge schädlich für Nervensystem, Knochen und Fruchtbarkeit. Trotzdem rät das Bundesinstitut für Risikobewertung zur Verwendung der schützenden Schalen, um PAK und HAA zu vermeiden. Allerdings sollten alle Marinaden gründlich vor dem Grillen abgetupft werden – und Grillschalen aus Edelstahl oder flache, hitzefeste Porzellanschalen bevorzugt werden.

Grillen kindgerecht

Damit auch Ihr Kleinkind mitessen kann, sollten Sie insgesamt zurückhaltend würzen und salzen. Zartes Geflügel oder Fisch kann Ihr Kind am besten bewältigen. Auch Zucchinitaler, Paprikastreifen, Pilzscheiben, Maiskolben, Scheiben von Süßkartoffeln, grüner Spargel oder kleine Tomaten lassen sich toll grillen. Bestreichen Sie das Grillgut nur leicht mit Öl und würzen Sie es erst nach dem sanften Grillen – für die Kleinsten behutsam, für die Erwachsenen stärker. Auch gemischte Spieße mit Gemüse und Obst, wie Mango, Banane, Ananas oder Wassermelone, oder mit Fisch oder Fleisch sind praktisch: Nach dem Grillen einfach abstreifen und mit den Fingern genießen – ein tolles Fingerfood für Ihr Kind. Auf Grillschalen lassen sich kleine, flache Fladen backen. Das stillt den ersten Hunger. Kräuterquark, Ajvar und Guacomole aus Avocado als Dipp machen alles schön saftig.

Weitere Tipps für gesundes Grillen:

  1. Achten Sie darauf, weder Papier noch Kiefernzapfen oder harziges Holz beim Grillen zu verbrennen. Greifen Sie stattdessen zu Holzkohle oder Holzkohlebriketts.
  2. Mageres Fleisch bevorzugen! Das ist nicht nur gesünder, sondern bildet auch weniger PAK.
  3. Weniger ist mehr: Grillen Sie golden. Bilden sich dunkle Stellen, diese großzügig entfernen.
  4. Grillgut nicht während des Grillens mit Fett oder Marinade einpinseln.
  5. Grillgewürze wie Senf, Thymian, Salbei und Rosmarin enthalten Flavonoide, die PAK binden und das Risiko von HAA senken.