Elternzeit: Nichts wie weg?

Die Elternzeit ermöglicht auch berufstätigen Eltern, mit ihrem Baby eine kleine Auszeit zu nehmen. Statt sich im Alltag aufzureiben, lockt die Idee einer Auszeit in sonnigen Regionen – denn fürs Fliegen zahlen Babys noch nichts. Und so ergreifen junge Eltern zunehmend die Gelegenheit, noch einmal auszusteigen und eine lange Fernreise zu dritt zu machen. Dabei gibt es aber einiges zu beachten. Ich gebe Ihnen hier Tipps für die gemeinsame Auszeit – damit Sie die Reise unbeschwert genießen können. Bedenken Sie: Am wichtigsten für Ihr Kind ist Ihre Nähe!

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Voraussetzung: Pass & Impfung

Auch ein Baby braucht heute schon einen eigenen Kinderpass. Den beantragen Sie am besten kurz nach der Geburt – er ist jeweils 6 Jahre gültig. Aber wie steht es mit den Impfungen? Möchten Sie in weit entfernte, tropische Länder reisen, sollten Sie sich im Voraus mit Ihrem Arzt beraten. Ihr Kind sollte die für sein Alter empfohlenen Impfungen haben. Richten Sie sich nach dem Impfkalender der Ständigen Impfkommission (s.u.). Planen Sie frühzeitig! Bis der komplette Impfschutz bei Ihnen und Ihrem Baby aufgebaut ist, braucht es Zeit. Aber nicht jede Impfung wird schon für die ganz Kleinen empfohlen:

  • Nach der Geburt sollten Sie eine Impfung gegen Tuberkulose, eine Schluckimpfung gegen Kinderlähmung und eine Impfung gegen Hepatitis B veranlassen.
  • Ab Beginn der 9. Woche ist eine Impfung gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten und Hib (Influenza) möglich.
  • Ab dem 7. Monat kann man Babys gegen Gelbfieber, Cholera und Meningokokken (Hirnhautentzündung) impfen.
  • Ab dem 1. Geburtstag darf gegen Hepatitis und Tollwut,
  • ab dem 2. Geburtstag dann gegen Typhus und Cholera geimpft werden.

Zusätzlich sollten Sie sich über die Impfvorschriften des jeweiligen Landes informieren. So ist zum Beispiel eine Einreise ohne Gelbfieberimpfung in den mittleren Teil Afrikas nicht möglich. Es gibt zwar keine Impfvorschriften für die Einreise in die USA, aber Experten raten dennoch zu einer Impfung gegen Hepatitis A und B. Auch innerhalb Deutschlands und im EU-Ausland gibt es Impfempfehlungen. Ist zum Beispiel ein Urlaub in Bayern, Baden-Württemberg oder Süd-Hessen geplant, sollten Sie über eine FSME-Impfung nachdenken, in Spanien dagegen über eine Impfung gegen Hepatitis A und B.

Über den Wolken

Die Impfungen sind aufgefrischt, die Reise geplant – bleibt noch der Flug. Da sind die Bedingungen nach Fluggesellschaft und Buchungsklasse sehr unterschiedlich. Wenn Ihr Baby umsonst fliegt, hat es keinen Anspruch auf einen Sitzplatz, muss bei Start und Landung auf Ihrem Schoß sitzen, gesichert durch spezielle Gurte, die die Fluggesellschaften zur Verfügung stellen. Wer einen Kindersitz mitnimmt, muss den Kindertarif zahlen und sollte überprüfen, ob der Sitz auch mit der Bestuhlung im Flugzeug kompatibel ist. Die meisten Fluggesellschaften reservieren spezielle Sitzplätze für Eltern mit Babys, die Beinfreiheit garantieren. Das heißt, Sie haben genug Platz, Ihr Kind in einem Körbchen zu Ihren Füßen zu platzieren. Sicherer ist es, feste Plätze zu buchen, um zusammen zu sitzen. Sie können mit dem Buggy in der Regel bis ins Flugzeug rollen - an Bord wird er verstaut. Ein Kinderwagen dagegen ist Sperrgepäck und muss aufgegeben werden. Noch ein Tipp zum Preboarding: Diesen Service sollte ein Elternteil wahrnehmen, um sich an Bord in Ruhe einzurichten. Der andere sollte mit Kind so lange wie möglich die Bewegungsfreiheit im Abflugbereich nutzen, bevor es in die enge Kabine geht.

Wenn der Druck steigt

Der lästige Druck auf den Ohren bei Start und Landung kann Ihrem Baby zusetzen. Der Grund: Im zarten Alter sind die Nasennebenhöhlen noch nicht voll entwickelt - seine Ohren tun weh. Dagegen hilft Stillen oder Fläschchen geben. Durch die Schluck- und Saugbewegungen wird der Druck wieder ausgeglichen. Aber: Erst wenn Ihr Baby sich meldet, sollten Sie handeln. Wecken Sie keine schlafenden Geister, vor allem nicht, wenn Ihr Kind friedlich vor sich hin schlummert.