Der erste Brei - essen wie die Großen

Irgendwann zwischen Ende des ersten Halbjahrs und Beginn des zweiten ist es so weit: Ihr Baby ist reif für die ersten Löffel „Beikost“. Die Verdauungsorgane Ihres Kindes können jetzt festere Kost bewältigen, es braucht mehr als Milch. Sie merken, wenn es unruhig wird, die Trinkabstände enger werden und es interessiert an Ihrem Essen ist – Schritt für Schritt möchte ich Sie gerne bei dem Start der Beikost begleiten.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Ein Löffel fürs Baby, ein Löffel für die Mami

Beginnen Sie mit dem Mittagsbrei – und zwar am besten mit ein paar Löffelchen Karottenmus pur: Das ist cremig-weich und süßlich. Weil Sie anfangs nur ein paar Löffel brauchen, können Sie 250 g zarte Möhren mit etwas Wasser kochen, dünn mit 1 EL Rapsöl pürieren und in einem Eiswürfelbereiter einfrieren. So haben Sie kleine, einzelne Portionen, die Sie nach Bedarf auftauen und füttern können. Sobald das gut klappt, pressen Sie gegarte Kartoffeln im Verhältnis eins zu eins zum Brei dazu. Nach etwa einer Woche kann dann schon der komplette Mittagsbrei zubereitet werden. Er enthält immer Gemüse, Kartoffeln, Fett und als Eiweißträger Fleisch, Fisch oder Vollkornflocken. Wird der Stuhl Ihres Kindes zu fest, die Möhren durch Pastinaken ergänzen. Dass Ihr Kind am Anfang nicht aufisst, ist normal: Machen Sie sich aus den Resten ein Süppchen und schmecken Sie es mit Sojasauce, frischen Kräutern, Gewürzen und Schmand ab.

Löffel, Tasse und Teller

Der Mund ist das empfindlichste Organ Ihres Babys. Mit ihm fühlt und tastet es. Deshalb sollte der erste Löffel weich und warm sein – also am besten aus Plastik. Das kühle, harte Metallbesteck lieber erst gegen Ende des ersten Jahres in Gebrauch nehmen. Da Ihr Kind zunächst den Brei aufsaugt, eignet sich am besten ein schmaler, seitlich abgerundeter und nicht zu tiefer Löffel. Und der Teller? Wenn Ihr Baby den Brei gerne warm isst, sollten Sie einen Warmhalteteller benutzen. Ansonsten reicht ein simples Schälchen. Wenn ein Brei eine volle Trinkmahlzeit ersetzt, braucht Ihr Kind zusätzlich Flüssigkeit. Der beste Durstlöscher ist Wasser (nicht Sprudel!), kochen Sie es zumindest im ersten Halbjahr ab. Es sollte warm bis lauwarm sein: Kalte Getränke tun Ihrem Baby nicht gut. Toll ist auch dünn gebrühter Kräutertee, wie Fenchel, Himbeerblätter oder Melisse. Eine Trinklerntasse ist unzerbrechlich, standsicher und hat eine Art Trinkschnabel. Modelle mit Sauger sind weniger sinnvoll. Wichtig: Überlassen Sie Ihrem Kind die Tasse nicht zum Dauernuckel. Ab dem 10. Monat kann es lernen, richtig vom Becherrand zu trinken.

Was tun beim Breichen-Streik?

Ihr Baby muss sich an die Umstellung erst mal gewöhnen: Die größte Herausforderung für die Kleinen ist meistens die Konsistenz, also das neue Mundgefühl. Diese Tipps können helfen:

  • Machen Sie die ersten Versuche, nachdem der erste Hunger Ihres Kindes gestillt, es aber noch nicht pappsatt ist.
  • Verdünnen Sie den Brei mit etwas mildem Saft (Birne) und pürieren Sie ihn sehr fein.
  • Bevorzugen Sie leicht süßliche Gemüsesorten, wie Möhre, Süßkartoffel und Kürbis, und geben Sie eventuell noch etwas Obstmus zu.
  • Mischen Sie anfangs ein paar Löffel Muttermilch bzw. Säuglingsmilchnahrung ins Karottenmus.
  • Haben Sie Geduld und geben Sie nicht auf.

Das erste Mal Brei – Step-by-Step

  1. Stellen Sie sich alles, was Sie brauchen, bereit: Den lauwarmen Brei, einen weichen Löffel sowie ein Spucktuch und legen Sie Ihrem Baby ein Lätzchen an.
  2. Stillen Sie Ihr Kind ganz normal bzw. geben Sie ihm wie gewohnt die Flasche, bis der größte Hunger gestillt, es aber noch nicht ganz satt ist.
  3. Bringen Sie Ihr Kind in eine leicht aufrechte Position, nehmen Sie etwas Brei mit dem Löffel und führen Sie ihn an die Lippen Ihres Babys. Wenn es den Mund öffnet, kann es den Brei essen.

Wenn es nicht auf Anhieb klappt: Bleiben Sie geduldig. Versuchen Sie, den Brei mit einem Finger zu füttern. Wird das auch nicht akzeptiert, probieren Sie es am nächsten Tag noch einmal. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind nicht zu sehr fordern, um negative Assoziationen zu vermeiden und Sie beide Spaß am Essen haben – von Anfang an!