Das Beste für kleine Füße

Kinderfüße vollbringen eine richtige Glanzleistung. Sie tragen beim Laufen, Hüpfen und Springen ein Vielfaches des Körpergewichts. Und das bei jedem Schritt. Die Füße müssen aber nicht nur robust und standfest sein, sondern gleichzeitig auch enorm flexibel. Wie sich ein Kinderfuß gesund entwickelt, wie sich die kleinen Füße wohlfühlen und was Sie beim Schuhkauf alles beachten sollten, erfahren Sie in diesem Newsletter. Damit Ihr Kind auch später gut zu Fuß durchs Leben kommt!

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm
Wie entwickelt sich ein Kinderfuß?

Wie entwickelt sich ein Kinderfuß?

Kinderfüße sind keine Miniaturausgaben von Erwachsenenfüßen, denn Kinderfüße wachsen und reifen. Sie entwickeln erst über die Jahre ihre volle Funktionsfähigkeit, auch wenn das Fußskelett bereits bei der Geburt perfekt angelegt ist. Allerdings sind die Fußknochen von Säuglingen noch weich und knorpelig. Das Fußgewölbe ist noch nicht ausgebildet und von einer dicken Fettschicht verdeckt. Sobald das Kind beginnt zu laufen, ziehen die Muskeln der Oberschenkel und der Füße bei jedem Schritt am Fußskelett und richten es so langsam auf – bis der Fuß seinen charakteristischen, halbmondförmigen Abdruck bekommt. Dafür ist vor allem Bewegung wichtig. Egal ob hüpfen, klettern, rennen, springen oder gehen: Training stärkt den Fuß. Am besten barfuß auf verschiedenen Untergründen wie Sand, Kies, Waldboden oder Gras laufen – sie sollten nicht hart sein wie Stein oder Laminat. Dadurch entwickelt sich das Fußgewölbe, der Fuß wird nicht einseitig belastet und Fußfehlstellungen können sich nicht festsetzen. Falls der Kinderarzt trotzdem Probleme wie Senk- oder Spreizfuß feststellt, lässt sich mit gezielten Übungen viel besser gegensteuern. Einlagen dagegen sind out: Sie zwängen den Fuß passiv in eine Form und haben keinen therapeutischen Nutzen.

Schwitzefüße vermeiden

Der Kinderfuß mag es nicht zu kalt und nicht zu warm. Ist es zu warm, fängt er an zu schwitzen und das sogar sehr stark: Kinderfüße haben genauso viele Schweißdrüsen wie die viel größeren Füße eines Erwachsenen! Unangenehm wird es, wenn der Flüssigkeits- und Luftaustausch und die richtige Pflege fehlen. Meist liegt es an den Socken und Schuhen. Deshalb am besten Socken aus Naturfasern verwenden und täglich wechseln. Außerdem darauf achten, dass die Kinder zwischen Hausschuhen und Halbschuhen wechseln. Auf keinen Fall den ganzen Tag Sneakers aus Kunstfaser tragen. Erst beim Wechseln können die Schuhe durchtrocknen und genau das vermeidet Schweißfüße. Es gibt allerdings auch einige bewährte Hausmittel, die helfen, Schweißfüße vorzubeugen:

  • Sud aus Salbeiblättern: Dazu 20 g getrocknete Salbeiblätter mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Nach dem Duschen die Füße im Sud baden.
  • Zitronenwasser: Einfach auf ein Wattepad auftragen und die Füße damit einreiben. Wenn Sie es mit grobem Meersalz vermischen und die Mixtur in die Füße einmassieren, wirkt es noch besser.
  • Fußbad mit Apfelessig: Für das Fußbad 2/3 Wasser mit 1/3 Apfelessig mischen. Wirkt auch antibakteriell und tötet geruchsbildende Bakterien.
  • Dünne Zimt-Einlegesohlen wirken tatsächlich gegen Fußgeruch durch die ätherischen Öle.
    In jedem Fall wichtig: Nach dem Fußbad die Füße gründlich abtrocknen – auch zwischen den Zehen.

Fußpflege will gelernt sein

Damit sich der Kinderfuß rundum wohlfühlt, sollte man auch auf die Nagelpflege achten. Es ist besser zu feilen, statt zu schneiden. So werden scharfe Kanten und Splitter an den Rändern vermieden. Am besten nach dem Baden die Nagelhaut sanft zurückschieben und kontrollieren, ob auch kein Nagel einwächst. Bei Problemen hilft ein längeres Fußbad in Seifenlauge: Danach ist der Fuß so weich, dass sich nicht nur Hornhaut ganz einfach abrubbeln, sondern auch der Nagel von seinen Verwachsungen befreien lässt. Und wie ist es mit Fußpilz? Er tut tatsächlich weh und muss mit speziellen Cremes behandelt werden. Die Schuhe mit Desinfektionsspray aussprühen und täglich wechseln. Die Socken heiß waschen. Und so oft wie möglich barfuß laufen!

Neue Schuhe – worauf muss man beim Schuhkauf achten?

Welche Eltern kennen das nicht: Die Schuhe ihrer Kinder sind schon wieder zu klein. Dabei hat man sie doch erst vor wenigen Monaten gekauft! Grund für das Dilemma: Kinderfüße wachsen rasant. Selbst ab dem 5. Geburtstag legen sie ca. 8 bis 10 mm pro Jahr zu, was 1 bis 1½ Schuhgrößen entspricht. Beim Kauf Folgendes beachten: Bei der richtigen Schuhgröße sollte in der Länge eine Daumenbreite – also 1,5 cm – extra eingeplant werden. In der Weite um den Ballen sollte der Schuh dagegen fest sitzen. Ist er zu weit, rutscht der Fuß nämlich nach vorne und die Zehen werden beim Gehen und Laufen gestaucht. Auch hinten an der Ferse darf der Fuß nicht herausrutschen oder -schlappen. Dann lieber einen engeren Schuh wählen – kürzer darf er nicht sein. Das löst das Problem nicht. Eine Hilfe ist die Kennzeichnung der Schuhmodelle nach 3 verschiedenen Breiten: W für weit, M für mittel, S für schmal.

Auch die Innenlänge sollte man messen. Hierzu gibt es in Schuhgeschäften moderne Messgeräte. Mit einer einfachen Pappschablone kann man selber feststellen, ob die Schuhe noch passen. Einfach das Kind zu Hause auf eine Pappe stellen, Fuß umranden, vorne 1½ cm dazugeben und ausschneiden. In die Schuhe stecken und schauen, ob es passt. Wenn die Schuhe eine Einlegesohle haben: herausnehmen und Ihr Kind daraufstellen. Vorne sollte mindestens 0,5 cm Luft sein.

Schuhe vererben – geht das?

Alltagsschuhe werden von Grundschülern meist aufgetragen. Aber die „Sonntagsschuhe“ oder die wunderbaren Winterstiefel werden nicht so stark strapaziert. Deshalb sind sie beliebte Erbstücke in der Großfamilie oder im Freundeskreis. Und das ist gut so. Machen Sie den Test mit der Pappschablone. So können Sie feststellen, ob der Schuh passt. Dann mit Desinfektionsmittel aussprühen, auf einen Schuhspannen ziehen und fertig! Schließlich trägt Ihr Kind diese Schuhe nicht täglich – und gute Qualität macht sich da bezahlt.

Wenn Schuhe cool sein müssen

Je älter die Kinder, desto modischer sollen die Schuhe sein, auch wenn sie nicht perfekt passen. Auch „In“-Sneakers können zu Stinkefüßen führen; erste Absätze bei Mädchen tun dem Fuß im Wachstum nicht gut. Da haben Eltern es schwer, denn die „Peergroup“ der Freunde gewinnt immer mehr Einfluss. Versuchen Sie, Kompromisse zu finden. Und achten Sie zumindest zu Hause darauf, dass Ihr Kind fußgesunde Hausschuhe oder Rutschsocken aus Wolle oder Baumwolle trägt. Weisen Sie Ihr Kind auf Konsequenzen wie Muffelfüße hin: Das Argument überzeugt in der Regel selbst coole Viertklässler.