Das Baby sicher beaufsichtigen

Bei frischgebackenen Eltern bleibt im ersten Jahr wenig Zeit für sich selbst und füreinander, denn natürlich steht das Neugeborene an erster Stelle. Deshalb ist es gut, die Zeit zu nutzen, wenn das Baby schläft. Doch was gibt es dabei zu beachten? Reichen Babyfon oder App? Und wie ist das mit der Aufsichtspflicht? Wenn man die Nachbarn im Erdgeschoss besucht, kann man das Baby dann technisch überwacht alleine lassen? Oder kurz spazieren gehen? Und wie ist es, wenn das Baby älter wird? Mehr dazu lesen Sie im neuen Newsletter.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Eltern haben Pflichten

Die Aufsichtspflicht der Eltern dient vor allem dem Schutz des Kindes vor Schäden aller Art, sowohl körperlich als auch seelisch. Sie schützt aber auch Dritte vor möglichen Schäden, die durch Kinder verursacht werden können. Allerdings gibt es keine klaren Vorschriften, die Inhalt und Umfang der elterlichen Aufsichtspflicht genauer beschreiben. Das heißt, die Entscheidung, ab wann Sie Ihr Kind „alleine“ lassen, liegt bei Ihnen als Eltern. Der Aufsichtspflicht der Eltern steht außerdem das Recht des Kindes auf die Entfaltung seiner Persönlichkeit gegenüber. Zu Deutsch: Eltern sollten ihre Kinder beschützen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit für eigene Aktivitäten, Entdeckungen und Erfahrungen bieten. Das ist oft nicht einfach, denn der Grat zwischen zu viel Freiraum und Überbehütung ist oft schmal.

Sicherheit fürs Baby

Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) empfiehlt als grobe Orientierung: Kinder sollten bis zum 3. Lebensjahr immer beaufsichtigt werden und niemals allein zu Hause gelassen werden. Die bke macht jedoch deutlich, dass dies nur eine grobe Orientierung bietet und abhängig von Entwicklungsstand und Situation ist. Säuglinge sollten ihr Bettchen bei ihren Eltern im Schlafzimmer haben. Wenn die Eltern in anderen Räumen der Wohnung beschäftigt sind, ist ein Babyfon oder -funk selbstverständlich: Die Kleinen brauchen anfangs ja noch ganz viel Babyschlaf, und diese Zeit können die jungen Eltern natürlich für sich selber nutzen, um Wichtiges zu erledigen – auch wenn es in Keller, Küche oder Garten ist. Wenn klar ist, dass Ihr Kind die nächste halbe Stunde tief und fest schlummert, können Sie sich auch ausnahmsweise kurz außer Reichweite des Babyfons aufhalten. Und was ist mit Geschwistern als Babysitter? Laut bke könnten Kinder ab 12 Jahren auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen, vorausgesetzt, sie trauen es sich zu und besitzen ein gewisses Maß an Verantwortungsbewusstsein. Die kleineren Kinder sollten dabei aber mindestens 3 Jahre alt sein: Babys zu hüten überfordert ältere Geschwister.

Live dabei dank Babyfon

Ein gutes Babyfon sollte leicht zu bedienen sein, eine optimale Reichweite besitzen und möglichst wenig Strahlung und Elektrosmog verursachen. Damit Ihr Baby sicher schlummern kann, ist eine verlässliche Funk- und Datenübertragung wichtig. Gut, wenn das Gerät schon bei kleinsten Geräuschen reagiert. Babyfone gibt es in analoger und digitaler Form auf dem Markt. Analoge Geräte übertragen nur dann, wenn sie ein Geräusch wahrnehmen. Wichtig ist, dass sie über mehrere Kanäle verfügen – wenn andere Geräte in naher Umgebung sind, kann es sonst zu Störungen kommen. Ein klarer Vorteil der analogen Geräte ist die deutlich geringere Belastung durch Elektrosmog. Bei digitalen Babyfonen ist die Strahlung höher, dafür senden sie durchgehend. Durch eine verschlüsselte Übertragung sind sie abhörsicher und nicht störanfällig. Oft sind zusätzliche Funktionen wie zum Beispiel die Übertragung der Raumtemperatur, eine Gegensprechanlage oder eine Videokamera vorhanden. Die Extra-Gadgets machen sich jedoch auch im Preis bemerkbar. Es ist aber auch möglich, das Smartphone mit einer passenden App als Babyfon zu nutzen. Dabei gibt es leider zwei Nachteile: 1. Der Schlafplatz Ihres Babys darf nicht in einem Funkloch liegen und 2. produziert das Handy deutlich mehr Elektrosmog als ein herkömmliches Babyfon. Wenn Sie aber ohne Extragerät unterwegs sind, ist das Smartphone ein guter Kompromiss.

Wann einen Babysitter?

Wenn Sie länger außer Haus sind, dann brauchen Sie einen richtigen Babysitter. Das können die Großeltern, die Tante oder ein großes Geschwister sein – vor allem, wenn nur der Schlaf Ihres Kindes beaufsichtigt werden muss. Oder Sie suchen sich in der Nachbarschaft jemanden, der für ein Honorar Ihr Kind beaufsichtigt. Auch hier gilt: Der Babysitter sollte über 13 Jahre alt sein. Dann darf er oder sie bis zu 2 Stunden zwischen 8 und 18 Uhr sitten – aber nur mit Einwilligung der Eltern. Ab 15 Jahren ist das nicht mehr nötig, und der oder die Jugendliche darf bis 20 Uhr aufpassen. Wenn Sie abends bis 22 Uhr ausgehen wollen, sollte Ihr Babysitter mindestens 16 Jahre alt sein. Es ist sinnvoll, schon im Vorfeld zu suchen und eine kleine Eingewöhnung einzuplanen. Toll, wenn Sie einen Stamm-Babysitter haben: Das gibt Ihnen und Ihrem Kind mehr Sicherheit. Und wenn sich die beiden mögen, wird sich Ihr Liebling bald auf seine große Freundin oder Freund freuen!