Damit nichts in die Hose geht

Toben, spielen und im Wasser abkühlen – Kinder genießen den Sommer draußen. Die Wärme macht Kleidung überflüssig. Eine ideale Gelegenheit, sich mit der Sauberkeitserziehung zu beschäftigen. Denn: Ohne Windel nehmen unsere Kleinen ihre Körperfunktionen viel schneller wahr. Das macht uns der Trend „Attachment Parenting“ vor. Nutzen Sie die Chance des Sommers!

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Windelfrei - geht das?

Das große Plus im Sommer: Im Garten und auf Wiesen toben unsere Kleinen gerne nackig herum. Da kann nichts in die Hose bzw. Windel gehen, aber sicht- und fühlbar das Bein herunterlaufen. Kinder nehmen nun bewusst wahr, was passiert. Das funktioniert auch mit einer leichten Baumwollhose. Die Windelfreiheit schult das Körpergefühl und hilft, Zeichen des Körpers wahrzunehmen, wie eben Harn- und Stuhldrang. Und das ist eine faszinierende Angelegenheit für unsere Kleinsten: Oft sind sie erstaunt von dem, was im Töpfchen landet. Das ist auch gut so! Erziehen Sie Ihrem Kind keine falschen Hemmungen an, sondern lassen Sie es auf seine Leistung stolz sein. Mit dem Töpfchen im Freien klappt das noch mal besser.

Die Bedeutung von „Attachment Parenting“

Erst mit zwei Jahren ist Ihr Kind in der Lage, seine Schließmuskeln zu kontrollieren. Das heißt aber nicht, dass es das dann automatisch tut. Verfechter der totalen „Windelfrei-Methode“ propagieren dagegen, dass Babys von Geburt an ganz bewusst „machen“ - und es durch die Windel verlernen. Sie halten die Babys ab, wenn sie das Gefühl haben, es würde gleich losgehen. Das ist eine radikale Methode und verlangt eine absolute Konzentration aufs Kind. Das entspricht dem „Attachment Parenting“ - auf Deutsch: der bindungsorientierten Elternschaft. Der Name ist Programm: Um eine tiefe Bindung und Vertrauen zu erzeugen, stehen die Bedürfnisse des Kindes im Vordergrund. Nähe entsteht durch langes Stillen und Tragen, aber auch durch das Schlafen im Familienbett. Und im Extremfall bedeutet das eben auch, Babys ohne Windeln aufzuziehen. Mit Sicherheit führt das zu einer intensiven Konzentration aufs Baby. Aber es stellt hohe Ansprüche an die Eltern, meist an die Mutter.

Was wir von Attachment Parenting lernen können

Auch wenn die Windelfrei-Methode deshalb nicht für jede Familie geeignet ist, so können wir uns doch einiges davon abschauen. Bezogen auf das Sauberwerden heißt das, sich aufs Kind zu konzentrieren und es sehr bewusst wahrzunehmen und zu beobachten. Will Ihr Kind alleine sein, wenn es sich in die Windel entleert? Oder reagiert es mit Abneigung, wenn Sie es wickeln wollen? Gibt es bestimmte Zeiten, in denen es sein großes Geschäft macht? Meldet es sich mit Worten oder Gesten, wenn etwas in der Windel gelandet ist? Dann ist es ratsam, ein Töpfchen bereitzustellen. Machen Sie Ihr Kind spielerisch mit dem Toilettengang vertraut. Zeigen Sie ihm, wie man die Hose herunterzieht und sich richtig auf die Toilette setzt - dabei helfen Pull-down-Windeln. Druck ist dabei fehl am Platz - das hilft weder Ihnen noch Ihrem Kind. Lob hingegen sollte großgeschrieben werden. Geschwister können helfen: Sie gehen spielerisch mit dem Thema um und freuen sich, wenn sie ihrem kleinen Bruder oder ihrer Schwester zeigen können, wie das mit dem „Pipimachen“ richtig geht. Streichen Sie Trinkverbote vor dem Schlafen sowie langes Auf-dem-Topf-Sitzen, sondern lassen Sie Ihr Kind entscheiden. Ab und zu eine kleine Erinnerung kann dabei helfen. Lassen Sie Ihrem Kind so viel Zeit wie nötig - mit dem Töpfchen-Kennenlernen, aber auch mit dem dauerhaften Sauberwerden selbst.