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Waldorf-Pädagogik und Maria Montessori: Was ist das? Und wem hilft sie?

Die Waldorf-Schulen, von Rudolf Steiner vor 150 Jahren gegründet, sind so aktuell wie nie: Ihre Zahl nimmt zu. Auch die Montessori-Pädagogik gewinnt an Bedeutung. Beide stellen das traditionelle Schulsystem mit seinen Noten infrage und verfolgen alternative Lernkonzepte. Was unterscheidet die Waldorf-Pädagogik von der traditionellen Schule? Und wie ist es mit der Montessori-Pädagogik? Welche Vor- und Nachteile haben sie? Hier eine Übersicht, die etwas mehr Klarheit in die Konzepte bringt.

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Die Gründer: Rudolf Steiner und Maria Montessori

Die Waldorf-Pädagogik wurde von Rudolf Steiner begründet, die Montessori-Pädagogik von Maria Montessori. Beide wirkten vor allem in der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und sind aktueller denn je.

Wer war Rudolf Steiner?

1861 in Österreich-Ungarn geboren, war er Pädagoge, Naturwissenschaftler, Philosoph, Künstler und Schriftsteller. Er beschäftigte sich mit der Anthroposophie, die den Menschen als spirituelles Wesen versteht. Er wehrte sich generell gegen die Vorstellung, man könnte den Menschen allein durch Naturwissenschaften beschreiben. Karma und Reinkarnation beschäftigten ihn. Er war kirchlich nicht gebunden und eher Freidenker und Humanist.

Wer war Maria Montessori?

1870 geboren in Italien, studierte sie als erste Frau Italiens Medizin, später auch Psychologie und Pädagogik. Ausgehend von der Beobachtung, dass die Entwicklung geistig behinderter Kinder im Italien des frühen 20. Jahrhunderts nicht gefördert wurde, setzte sie sich für diese ein. Die Basis ihrer Lehre ist ein christliches Menschenbild, sie war gläubige Katholikin.

Wie sieht Montessori das Kind?

Nach Montessori verfügt das Kind seit der Embryonalzeit über einen eigenen, inneren Bauplan der Seele. Deshalb soll es weniger unterrichtet als vielmehr seelisch-geistig in seiner Entwicklung gefördert werden. Nach Montessori benötigt das Kind, das innerlich schon über ein aktives Seelenleben verfügt, eine Umgebung, die ihm Fürsorge, Wärme, Einfühlung, Gewährenlassen und Liebe bietet. Gleichzeitig braucht es auch sinnvolle Reize, um sich entwickeln zu können. Verhaltensauffällig werden solche Kinder, deren Bedürfnisse in einer ihrer Lebensphasen nicht gestillt werden.

Wie sieht Steiner das Kind?

Für Steiner sind Kinder Reinkarnationen früherer Wesen, die sich aus einem Seelengeist und einer Leiblichkeit zusammensetzen. Die Aufgabe des Erziehers ist das Zusammenführen beider Ebenen. Da das Kind noch nah an den Erlebnissen der jenseitigen Welt ist, kann man ihm nur als sensibler, unvoreingenommener Beobachter gegenübertreten. Statt ihm eine Erziehung überzustülpen, soll die eigentliche Natur des Kindes wahrgenommen werden.

Beide Konzepte stimmen darin überein, dass das Kind nicht ein unwissendes, zu erziehendes Wesen, sondern eine Art Knospe ist, deren Aufblühen durch den Erzieher nur unterstützt, nicht verantwortet wird.

Wie lernt das Kind?

Nach Montessori erleben Kinder ihre Umwelt anders als Erwachsene, nämlich wesentlich intensiver, mit allen Sinnen, dies nennt sie den „absorbierenden Geist.

So kann sich das Kind im Austausch mit seiner Umwelt entwickeln, es lernt, indem es lebt, jeder Eindruck verändert das Kind. Durch das Erkennen von Ordnung, von Wiedererkennen bestimmter Muster und Regeln lernen Kinder, sich in der Welt zurechtzufinden. Deshalb stehen ihm im Unterricht Materialien (zum Beispiel ein Nagelbrett zum Erlernen von Mathematik) zur Verfügung, von denen es sich das aussucht, womit es sich beschäftigen möchte. Diese Materialien werden teilweise von den Lehrern selbst hergestellt und bilden den Kern des Konzeptes. So entscheidet jedes Kind selbst, was und wie es lernt.

Die Zeit zwischen der Geburt und dem 6. Lebensjahr bezeichnet Montessori als „sensible Phase“, weil dort die größte Lernbereitschaft zu beobachten ist. So ist die Montessori-Pädagogik vor allem im Vor- und Grundschulbereich vertreten.

Auch in Waldorf-Schulen gibt es keine voneinander getrennten Fächer, denn alles, was das Kind lernt, soll ein ganzheitliches Erlebnis sein und mit allen Sinnen erfasst werden. Dabei beschränkt man sich nicht auf das Künstlerische, wobei dieses in jedes Fach integriert wird. Daher kommt auch der Begriff „Namen tanzen“.

Die Waldorf-Pädagogik ist auf ein Lernen bis zum Schulabschluss – sei es Abitur oder mittlere Reife – ausgelegt. Bis zum 15. Lebensjahr werden Haupt- und Realschule sowie Gymnasium nicht getrennt, sondern gemeinsam unterrichtet.

In sogenannten „Epochen“ werden jeweils mehrere Wochen lang einzelne Themen am Stück behandelt, anstatt jeden Tag in mehrere Fächer zu unterteilen. Dies soll dem sinnlosen Auswendig-Lernen vorbeugen und das vernetzte Langzeitgedächtnis fördern. So kann ein mathematisches Thema wie die Geometrie oder ein Geschichtsthema wie das Mittelalter über mehrere Wochen verfolgt und von unterschiedlichen Aspekten her betrachtet werden.

Wo liegen die Vorteile und Grenzen der Montessori- und Waldorf-Pädagogik?

Beide Systeme wollen nicht ein bestimmtes Wissen vermitteln, sondern den Kindern ermöglichen, sich frei zu entwickeln. Es gibt keine Noten, es wird nur verbal beurteilt, was das Kind geleistet hat bzw. wie es sich entwickelt. Am Ende des Jahres soll in Waldorf-Schulen ein Zeugnisspruch den Charakter und soziale sowie kognitive Fähigkeiten des Schülers erfassen.

Beachten Sie: Das Waldorf-Schulsystem stellt hinsichtlich der Abiturprüfung, die extern abgelegt werden muss und bestimmtes Wissen abfragt, eine Schwierigkeit dar. Fällt es Kindern schwer, selbstständig diszipliniert zu arbeiten, sind sie weniger geeignet für dieses Schulsystem.

Die Montessori-Pädagogik ist häufig in das ganz normale Schulsystem integriert und arbeitet teilweise mit einem Pflichtpensum, ergänzt durch freiwillige Aufgaben. Entsprechend werden die Schulabschlüsse am Ende doch ganz traditionell mit Noten erreicht.

Welche Rolle hat der Erzieher?

Nach Montessori liefert der Erzieher dem Kind als Partner Hilfestellung zur Selbsterziehung. Statt ihm direkt Hilfe anzubieten, wenn etwas nicht sofort klappt, wird dem Kind die Freiheit gelassen, es weiter auszuprobieren. So soll das Kind lernen, sich selbst zu helfen und konzentriert zu arbeiten. Die Würde und Persönlichkeit des Kindes sollen vom Erzieher geachtet werden. Montessori-Pädagogik kann in Aufbauseminaren gelernt werden. Die Lehrer haben in der Regel zuvor ein Pädagogikstudium und ein Referendariat abgeleistet und sind meist Beamte.

Nach Steiner kann nicht nach einer vorgefertigten Theorie gelehrt werden, sondern der Erziehende lauscht dem Lebensplan, der sich aus den Anlagen des Kindes ergibt, und folgt damit seiner Intuition. Dem Erzieher kommt eine große Verantwortung zu, da das Kind zu Anfang seiner Entwicklung durch Nachahmung seines Verhaltens lernt. So sollte dieser sich erst selbst kennenlernen („Selbsterziehung“), bevor er dem Kind als Vorbild gegenübertritt. Waldorf-Schulen bilden ihre Lehrer selber aus und stellen sie ein. Ein Lehrer begleitet die Klasse ganzheitlich über mehrere Jahre – es gibt keine Fachlehrer.

Die Vor- und Nachteile von Waldorf- und Montessori-Pädagogik

Wenn man Stärken und Schwächen der Systeme kennt, fällt die Entscheidung leichter.

Die Vorteile:

  • Jedes Kind wird individuell gefördert und nicht unter Druck gesetzt.

  • Kinder bekommen die Zeit, die sie brauchen.

  • Die Klasse und der Lehrer bieten ein stabiles soziales Umfeld.

  • Die Chance, individuelle Begabungen zu entdecken und zu fördern, ist höher als in der Regelschule.

  • Waldorf-Schulen haben Werkstätten, wo auch handwerkliches Geschick gefördert wird.

  • Gerade musische Begabungen werden bei Steiner unterstützt: Jeder Schüler muss ein Instrument spielen.

  • Die Schule wird als Lebensraum begriffen und geht eine enge Verbindung zum Elternhaus ein. Die Lehrer sind überdurchschnittlich motiviert.

  • In der Regel besuchen Kinder mit engagierten und gebildeten Eltern diese Schulen. Entsprechend homogen ist die Schülerschaft.

  • Kreativität und Selbstständigkeit werden bei motivierten Schülern gefördert.

Die Nachteile:

  • Selbst wenn es nach Einkommen der Eltern gestaffelte Schulgelder gibt: Der Besuch einer Freien Schule, wie es die Waldorf- und manchmal auch die Montessori-Schulen sind, kostet Geld.

  • Freie Schulen kosten Zeit: Ein persönliches Engagement der Eltern wird erwartet und ist notwendig.

  • Oft ist der Schulweg weit und die Schulfreunde wohnen entsprechend weit weg. Das macht es schwer, außerhalb der Schule seinen Freundeskreis zu pflegen.

  • Die Fokussierung auf einen einzigen Lehrer über so eine lange Zeit kann zur Belastung werden, wenn sich ein Kind mit diesem Lehrer nicht versteht.

  • Sport spielt keine so große Rolle – in Zeiten der Bewegungsarmut ein Manko.

  • Auch Naturwissenschaften kommen eher zu kurz. Das kann in einer Zeit, die bestimmt ist von IT und Technik, beruflich zum Problem werden.

  • Bequeme Kinder können leistungsmäßig so zurückfallen, dass sie extern keinen qualifizierten Schulabschluss erwerben.

Fazit:

Letztlich bleibt es Ihrem Kind und Ihnen überlassen, für welche Schulform Sie sich entscheiden. Sind Sie bereit, sich finanziell für die schulische Förderung Ihres Kindes zu engagieren und auch Teile Ihrer Freizeit zu investieren? Sind Sie der Auffassung, dass Ihr Kind die Disziplin und Selbstwirksamkeit entwickeln kann, ohne externen Druck zu lernen? Dann können alternative Schulformen wie Montessori oder Waldorf eine Chance sein, seine kreative Entfaltung und sozialen Fähigkeiten zu stärken.

Sind Sie dagegen zeitlich sowie finanziell nicht so flexibel und haben Bedenken, ob der Sprung von „keine Noten und lernen, was und wie man will“ hin zur allgemeinen Hochschulreife gelingen kann, ist ein allgemeinbildendes Gymnasium wohl besser geeignet.

Es hängt vor allem von der Persönlichkeit des Kindes ab, welche Schulform am besten zu ihm passt. Schnuppern Sie am Tag der offenen Tür der Schulen einmal hinein und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wie ihm die jeweilige Schule gefällt und was es sich wünscht. Dann werden Sie am Ende die richtige Entscheidung fällen.

Dagmar von Cramm

Unsere Ernährungs-Expertin
hat bereits zahlreiche Bücher
und Zeitschriften über gesunde
Ernährung und Kochen veröffentlicht.
Ihr Spezialgebiet? Essen mit Kindern – schließlich ist sie nicht nur Food-Journalistin und Ernährungs-Wissenschaftlerin, sondern auch dreifache Mutter!

Fragen und Antworten zum "Meine Familie" Vorteilsprogramm

Wann erhält man das „Meine Familie“-Begrüßungspaket?

Das „Meine Familie“-Begrüßungspaket erhalten einmalig alle beim „Meine Familie“-Vorteilsprogramm angemeldeten Kinder im Alter von 0 bis 24 Monaten.

Woran liegt es, wenn die Vorteilspost während eines Quartals ausbleibt?

Für Kinder, die ihr viertes Lebensjahr erreicht haben, werden nur noch zweimal jährlich Vorteilscoupons per Post versendet. Dies kann der Grund dafür sein, dass Teilnehmer am „Meine Familie“-Programm plötzlich weniger Post erhalten als vorher.

Was ist zu tun, wenn ein bei „Meine Familie“ angemeldetes Kind zum Geburtstag keine Geburtstagspost bekommen hat?

In seltenen Fällen kann die Geburtstagspost eines Kindes verspätet eintreffen. Sollte die Post auch nach einer gewissen Wartezeit noch nicht eingetroffen sein, wenden Sie sich bitte über das Kontaktformular an den „Meine Familie“-Kundenservice.

Was könnte der Grund dafür sein, wenn trotz Anmeldung eines Kindes zwischen 0 und 24 Monaten beim „Meine Familie“-Vorteilsprogramm kein Begrüßungspaket beim Teilnehmer ankommt?

Sobald ein Kind im entsprechenden Alter bei „Meine Familie“ angemeldet wurde, wird der Versand des Begrüßungspakets automatisch veranlasst. Bitte beachten Sie, dass der Versandprozess einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Wir bitten Sie im Zweifelsfall um ein wenig Geduld. Wird ein Kind bereits während der Schwangerschaft angemeldet, wird Versand des Begrüßungspakets erst nach dem eingetragenen Geburtstermin veranlasst.

Wie können Daten, die bei der Anmeldung beim „Meine Familie“ Programm angegeben wurden, geändert werden?

Die im real Konto hinterlegten Daten können jederzeit eingesehen und bearbeitet werden. Nach dem Login unter www.real.de kann der Datensatz geändert, ergänzt oder gelöscht sowie Kinder neu angemeldet werden. Um die Änderungen zu übernehmen, muss abschließend der Button „Änderungen speichern“ angeklickt werden.

Sind die „Meine Familie“-Vorteilscoupons auch im real Onlineshop einlösbar?

Die „Meine Familie“-Coupons sind leider nicht im Onlineshop einlösbar. Der real Onlineshop bietet jedoch sehr häufig eigene Rabattaktionen und Preisnachlässe auf ganze Artikelsortimente.