So hängen Sie den Stress ab

Zwischen Arbeit, Familie und Haushalt kann es manchmal ganz schön stressig werden. Was gibt es da Besseres, als einen entspannten Abend auf der Couch? Bewegung! – sagen Sportwissenschaftler und Mediziner. Warum schwitzen besser ist als dösen und mit welchen Sportarten Sie Ihr Stresslevel ganz einfach wieder senken, lesen Sie hier.

Anti-Stress-Workouts

Stress – was ist das eigentlich?

Jeder fünfte Deutsche leidet an stressbedingten Symptomen wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Herzrasen oder Verspannungen. Ob in der Schule oder im Büro, ja sogar in der Freizeit fühlen sich immer mehr Menschen gestresst. Auch das Leben als Mama hält so einiges an Stresspotenzial bereit – sei es der Streit zwischen zwei bockigen Geschwistern, die Sorge um das verschnupfte Baby oder ein verschleppter Familienkonflikt. Aber was genau ist eigentlich Stress und wie wird er verursacht? Stress ist eine natürliche Alarmreaktion des Körpers. Sobald Sie in eine „bedrohliche“ Lage geraten, setzt Ihr Körper automatisch eine Reihe von Maßnahmen in Gang. Innerhalb weniger Sekunden läuft Ihr Herz-Kreislaufsystem auf Hochtouren. Ihr Puls erhöht sich, der Blutdruck steigt, die Atmung wird schneller. Auch die Muskulatur reagiert mit Anspannung. Es kommt zur Ausschüttung von Stresshormonen. Reichlich übertrieben für ein normales Alltagsproblem? Kann schon sein. Aber übel nehmen können Sie Ihrem Körper diese Kettenreaktion nicht. Denn evolutionsbiologisch gesehen erledigt er nur seinen Job. Nämlich Sie vor Gefahren zu schützen und auf genau zwei Handlungsoptionen vorzubereiten: Kampf oder Flucht. Beide Aktionen dienen als Stressventil. Dass die „Gefahr“ in unserem Zeitalter nicht mehr der angreifende Säbelzahntiger ist und Sie vor Ihrem schnupfnasigen Baby nicht einfach flüchten können, das weiß Ihr Körper natürlich nicht. Und so zirkulieren die Stresshormone weiter im Organismus und suchen vergeblich nach einem Ventil. Die Bildung anderer Hormone wird dadurch geblockt und der Alarmzustand hält an. Wir zeigen Ihnen, wie Sie hartnäckige Stresshormone wieder aus Ihrem System verbannen und warum das mit Sport besonders gut funktioniert.

Runter von der Couch – warum Bewegung die Lösung ist

Kennen Sie das? Ein anstrengender Tag geht zu Ende und die Vorfreude auf das heimische Sofa ist groß. Nachrichten oder Lieblingsserie einschalten, Füße hochlegen und entspannen. Für viele ist dieses oder ein ähnliches Feierabend-Ritual das Mittel der Wahl, um Stress abzubauen. Wissenschaftlern zufolge ist diese Strategie aber nicht so wirkungsvoll wie vermutet. Klar, Entspannung tut gut bei Stress. Studien zeigen jedoch, dass Aktivität und Bewegung oft weitaus effektiver sind. Vor allem „aerobe“ Bewegung, also Bewegung mit mittlerer Intensität, trägt dazu bei, dass die Stimmung sich aufhellt und der Stresspegel sinkt. Verantwortlich dafür sind die Botenstoffe Endorphin und Serotonin, auch als Glückshormone bekannt, die während eines Workouts freigesetzt werden. Mit 30 bis 60 Minuten Bewegung können Sie die innere Anspannung optimal ausgleichen und die Stresshormone wieder in Balance bringen. Und das Beste: Durch regelmäßigen Ausdauersport gehen Sie nicht nur mit akuten Stresssituationen besser um. Auch Ihre allgemeine Anfälligkeit für Stress wird auf diese Weise positiv beeinflusst.

Diese Sportarten sind echte Stresskiller

Doch welche Sportarten eignen sich am besten zur Stressbewältigung? Grundsätzlich stehen Ihnen alle Arten von sportlichen Aktivitäten offen – von Taekwondo bis Salsa. Lassen Sie sich am besten von Ihren individuellen Vorlieben und Interessen leiten. Suchen Sie sich etwas aus, das Ihnen Spaß macht oder das Sie schon immer einmal ausprobieren wollten. Vielleicht finden Sie ja sogar eine Sportart, die Sie gemeinsam mit Ihren Kindern ausüben können. Vermeiden Sie Sportarten, die Sie sehr schnell an Ihre körperliche Belastungsgrenze bringen. Das Ziel sollte immer eine moderate Anstrengung sein, die Sie mindestens für eine halbe Stunde aufrechterhalten können. Wir haben die besten Stresskiller für Sie zusammengestellt.

Lauf Mama, lauf!

Laufen ist ein echter Klassiker und erfreut sich nicht umsonst großer Beliebtheit. Denn es stärkt Ihr Herz, stimuliert die Knochenbildung und bringt den Kreislauf schnell in Schwung. Beim Laufen bestimmen Sie selbst das Tempo und können nicht nur frische Luft schnappen, sondern auch die Natur genießen. Mit der richtigen Kleidung lässt sich sowohl im Sommer als auch im Winter Kilometer für Kilometer Stress abbauen. Dabei kann Ihr Kind, dank Kinderwagen, ganz einfach mitgenommen werden, wenn Sie Ihre Runden drehen. Also schnüren Sie die Turnschuhe und laufen Sie drauf los! Tipp für Anfänger: Wählen Sie zunächst kurze Distanzen und vergessen Sie nicht: Es geht nicht um Geschwindigkeit. Gehen Sie zwischendurch ruhig ein paar Meter, wenn nötig. 

Teamsport – gemeinsam aktiv

In der Gruppe macht Bewegung noch mehr Spaß. Und Team-Aktivitäten gibt es im Sport mindestens genauso viele, wie schlechte Ausreden. Ob auf dem Tennisplatz oder Volleyball-Feld, beim Tischtennis oder bei der Wassergymnastik – aktive Mitstreiter sind nicht nur gut für die Motivation. Ein paar nette Sportsfreunde sorgen außerdem dafür, dass die Zeit wie im Flug vergeht und Anstrengung zur Nebensache wird. Informieren Sie sich, welche Angebote es in Ihrer Nähe gibt. Oder trommeln Sie Eltern aus der Nachbarschaft zusammen und rufen Sie eine Sportgruppe ins Leben. Vielleicht können Sie auch die Zeit, in denen Ihre Kids auf dem Fußballplatz oder im Ballett-Studio sind, für Ihr eigenes Workout nutzen.

Yoga – kraftvoller Ausgleich

Beim Yoga dreht sich alles um Balance – körperlich wie geistig. Atmung und Bewegung werden in kraftvollen Haltungen fließend kombiniert. Das fördert nicht nur Körpergefühl und Konzentration. Richtig ausgeführt bietet Yoga ein perfektes Ganzkörpertraining und bringt vor allem für Vielsitzer und Menschen mit Rückenproblemen viele Vorteile. Dank YouTube und Co können Sie ganz bequem Zuhause praktizieren. Tipp gegen faule Ausreden: Rollen Sie Ihre Yogamatte doch einfach mitten im Wohnzimmer aus. Sie werden sehen: schon bald wird der Zwischenstopp auf der Matte zur Feierabend-Routine. Und bis zur Couch ist es nach dem Workout dann auch nur noch ein Katzensprung. Übrigens: Die meisten Basic-Übungen sind auch für Kinder geeignet. Lassen Sie Ihre Kids doch einfach ein bisschen mit Ihnen herumturnen.

Tanzen Sie den Stress weg

Tanzen macht glücklich. Und außerdem gesund – Studien zeigen, dass Sie nicht nur Stress abbauen, wenn Sie das Tanzbein schwingen. Rhythmische Bewegungen verbessern außerdem die Koordination, vertreiben Müdigkeit und verleihen Selbstbewusstsein. Vor allem für Sportmuffel ist Tanzen eine gute Wahl. Denn mit der richtigen Musik wird die körperliche Anstrengung schnell zur Nebensache. Im Vordergrund steht der Spaß. Also Schuhe aus und los – tanzen Sie sich mit jedem Schritt ein Stückchen weiter aus Ihrer Komfortzone heraus. Tipp für Anfänger: Tänze mit einem langsamen Grundtempo, zum Beispiel Slow-Fox oder Rumba, eignen sich für den Einstieg besonders gut. Natürlich spricht auch nichts gegen einen ausgelassen Familien-Tanz im eigenen Wohnzimmer – welches Kind würde sich da schon lange bitten lassen?

Sie sehen, Bewegung ist ein echter Stresskiller und mindestens so vielseitig wie das Leben selbst. Also verpassen Sie Ihrem Sofa öfter mal den Laufpass nach einem stressigen Tag. Finden Sie heraus, in welcher Sportart Ihr persönliches Stressventil verborgen liegt und starten Sie durch in ein ausgeglicheneres Leben.

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