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Ab wann sehen Babys und was eigentlich genau?

Bereits im Bauch der Mutter können Babys sehen, allerdings wie auch nach der Geburt nur sehr unscharf. Der Sehsinn des Neugeborenen muss sich noch entwickeln, erst nach circa 24 Monaten ist er vollständig ausgereift. Auch die Augenfarbe verändert sich in diesem Zeitraum für gewöhnlich noch. Die Ausbildung des Sehsinns ist ein wichtiger und spannender Entwicklungsschritt bei Neugeborenen. Lesen Sie hier, was Sie als Eltern über die Augenentwicklung Ihres Babys wissen sollten, was Ihr Baby ab wann sehen kann und wie Sie dem Sehsinn schon während der Schwangerschaft auf die Sprünge helfen können.

Viel Spaß beim Lesen und alles Gute!
Ihr Meine Familie-Team

Was sehen ungeborene Babys im Bauch der Mutter?

Schon im 2. Schwangerschaftsmonat verfügt Ihr Baby über einen Sehsinn – die Augen und Augenlider beginnen bereits in der 7. bzw. 8. Schwangerschaftswoche zu wachsen. Der Fötus hält jedoch die Augen zunächst geschlossen und öffnet diese erst in der 28. Schwangerschaftswoche gänzlich, da jetzt auch seine Netzhaut gewachsen ist.

Tatsächlich ist der Gesichtssinn (auch Sehsinn genannt) der letzte der Sinne, den das Baby entwickelt.

Doch was sieht der Fötus dann im dunklen Mutterleib? In erster Linie kann das Baby nur zwischen Hell und Dunkelund somit auch zwischen Tag und Nacht unterscheiden. Fallen Lichtreize auf Mamas Bauch, dann erkennt es diese als einen rötlichen Ton und nimmt ihn für gewöhnlich als etwas Beruhigendes auf. Eine zu grelle Lichteinstrahlung sollte jedoch vermieden werden. Die rötliche Farbgebung im Mutterleib ist sehr wahrscheinlich auch der Grund, warum Babys Farben wie Rot und Violett lieben.

Kann ich in der Schwangerschaft das Sehvermögen des Babys stärken?

Zwar wird der Gesichtssinn erst nach der Geburt vollständig ausgereift, Sie können jedoch auch schon während der Schwangerschaft für die Stärkung des Sehvermögens Ihres Babys sorgen. Docosahexaensäure (DHA) sowie Folsäure tragen zu einer gesunden Entwicklung von Gehirn und Gesichtssinn bei – beide werden allgemein als Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft empfohlen.

  • Docosahexaensäure (DHA): ist natürlicher Bestandteil der Retina (Netzhaut) und zählt zu den Omega-3-Fettsäuren. Sie ist in unterschiedlichen Fischsorten enthalten, aber auch in Leinsamen und Walnüssen bzw. Lein-, Walnuss- oder Rapsöl.
  • Folsäure: wird auch Vitamin B9 genannt. Sie kann vom Körper nicht selbst produziert werden, ist aber für den menschlichen Organismus und seine Entwicklung essenziell. Sie ist in verschiedenen Gemüsesorten wie Salat, Kohl oder Tomaten enthalten, in Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten sowie Eigelb. Während der Schwangerschaft sollten täglich circa 550 Mikrogramm Folsäure eingenommen werden.

Was sehen Babys direkt nach der Geburt?

In der Regel öffnet das Baby direkt nach der Geburt die Augen. Zwar ist die Stimme der Mutter ausschlaggebend dafür, dass das Neugeborene sie erkennt, doch es reagiert auch auf optische Reize. Zu Beginn sieht der Säugling nur verschwommen, doch schon nach kurzer Zeit erkennt er Objekte in einer Entfernung von etwa 8 bis 10 Zentimetern sowie starke Kontraste. Auch Farben realisiert das Neugeborene nur schwer und nimmt primär Graustufen wahr. Gehirn und Retina müssen sich erst auf die vielen neuen Eindrücke einstellen und lernen nach und nach, das Gesehene zu verarbeiten.

In den ersten 6 Wochen nach der Geburt kann es vollkommen normal sein, dass beide Augen nicht in dieselbe Richtung schauen. Das liegt vor allem daran, dass die Augenmuskulatur erst durch die optischen Anreize der Welt außerhalb des Mutterleibes trainiert und so das binokulare Sehen erlernt wird.

Warum sehen Babys zunächst unscharf?

Die auf den ersten Blick als langsam empfundene Entwicklung des Auges passiert nicht ohne Grund, sondern ist eine natürliche Schutzfunktion des Körpers für das Baby: Nach wenigen Tagen erkennt das Neugeborene Distanzen von etwa 20 bis 30 Zentimetern. Diese Schärfe im Nahbereich ist genau auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt, denn in exakt dieser Entfernung befindet sich das Gesicht der Mutter, wenn das Kind zum Stillen an die Brust angelegt wird. Doch nicht nur beim Stillen, auch bei der direkten Interaktion mit dem Kind beugen sich Erwachsene besonders nah an das Baby, sodass sie sich in dessen Schärfebereich befinden – sei es beim Wickeln, Spielen oder Kuscheln. Alles, was außerhalb seiner grundlegenden Notwendigkeiten wie Nahrung, Geborgenheit oder Wärme liegt, wird aus dem Blick- und damit Wahrnehmungsfeld des Babys ausgeblendet. Dies schützt vor Überforderung und damit verbundenem Stress.

Stellen Sie besonders in den ersten Tagen viel Blickkontakt her, beispielsweise wenn Sie das Baby stillen oder es auf dem Wickeltisch liegt – dies stärkt die emotionale Bindung zu Ihrem Neugeborenen.

Wie entwickelt sich das Sehvermögen des Babys?

Die Sehentwicklung des Auges Ihres Babys erfolgt in den ersten Monaten seines Lebens. Erst mit circa 2, jedoch maximal 3 Jahren ist die Sehkraft vollends ausgereift. Selbstverständlich verläuft die Entwicklung des Sehsinns individuell, jedoch können Sie sich in etwa an den folgenden Entwicklungsstadien orientieren:

Bereits bei der U2, also der 2. Vorsorgeuntersuchung zwischen dem 3. und 10. Lebenstag des Neugeborenen, werden die Augen und die Sehkraft des Babys gecheckt. Der erste Besuch beim Augenarzt steht in der Regel nach 6 bis 12 Monaten nach der Geburt an. Hier wird eine Vorsorgeuntersuchung vorgenommen, um Augenkrankheiten ausschließen bzw. frühzeitig erkennen zu können oder eine Sehschwäche festzustellen. Selbstverständlich sollten Sie den Arzt schon früher aufsuchen, wenn Sie Auffälligkeiten ausmachen.

Wie kann ich die Sehentwicklung meines Babys positiv beeinflussen?

Zwar verläuft die Entwicklung des Sehsinns bei Babys natürlich, jedoch können Sie die visuelle Wahrnehmung Ihres Kindes auch fördern und positiv beeinflussen.

  • In den ersten 4 Wochen: Bringen Sie Ihr Gesicht so oft wie möglich in die Sichtweite (bis maximal 30 Zentimeter) Ihres Sprösslings. So kann sich das Baby Ihre Gesichtszüge besonders gut einprägen.
  • In den ersten 4 Monaten: Trainieren Sie die Augenbewegungen des Babys, indem Sie es beispielsweise mal von der linken und mal von der rechten Seite füttern. Außerdem können Sie das Baby auch einen roten Gegenstand mit den Augen verfolgen lassen. Starke Farben und Kontraste stimulieren ebenfalls den Sehsinn.
  • Zwischen 4 und 8 Monaten: Ein Mobile über dem Babybettchen – am besten eines, das sich bewegt – schult die Bewegung der Augen. Auch Bilderbücher mit starken Farben und Kontrasten sowie bunte Bausteine können in dieser Zeit den Sehsinn sowie die Hand-Augen-Koordination trainieren.
  • Zwischen 8 und 12 Monaten: Spiele wie Verstecken oder das klassische „Guck-Guck“ sind nicht nur spaßig, sondern auch gut für die Entwicklung des Sehsinns. Mithilfe von Bilderbüchern können Sie Ihrem Kind auch den Zusammenhang zwischen einem Bild und einem entsprechenden Wort näherbringen.
  • Kleinkinder: Auch wenn der Sehsinn ab dem 2. Lebensjahr weitestgehend entwickelt ist, helfen Spiele wie „Ich sehe was, was du nicht siehst“, „Schatzsuche“ oder „Finde den Unterschied“, diesen weiter zu schulen und zu verbessern.

Generell ist Tageslicht sehr wichtig für die Entwicklung der Augen: Gehen Sie daher regelmäßig mit Ihrem Kind an die frische Luft, beispielsweise für einen Spaziergang oder auf den Spielplatz.

Wie erkenne ich eine Sehschwäche oder andere Augenkrankheiten bei meinem Baby?

Ob Ihr Baby eine Sehschwäche oder eine andere Krankheit an den Augen hat, können Eltern nicht immer ohne ärztliche Hilfe feststellen. Neben dem regelmäßigen Routinegang zum Augenarzt sollten Sie diesen daher zudem bei folgenden Anzeichen direkt aufsuchen:

  • (dauerhaftes) Schielen (nach dem 2. Monat, davor kann gelegentliches Schielen normal sein)
  • Augenzittern
  • sehr stark tränende Augen
  • Schiefhalten des Kopfes (zwanghaft)
  • auffälliges Augenreiben
  • starke Lichtscheue
  • auf Fotos mit Blitzlicht: weiße Pupillen deutlich sichtbar
  • rote oder oft verkrustete Augen
  • häufiges Rollen mit den Augen

Was passiert, wenn das Babyauge verklebt ist?

Bei vielen Babys kommt es vor, dass das Auge erst tränt und anschließend verklebt. Grund dafür ist eine Verengung des Tränenkanals – hier staut sich Flüssigkeit und Keime können sich vermehren. Tritt daraufhin eine Entzündung auf, verklebt das Auge recht schnell. Dies ist jedoch kein Grund zur Beunruhigung – gehen Sie einfach wie folgt vor:

  • Nehmen Sie einen weichen Waschlappen und tränken Sie diesen in lauwarmem Wasser.
  • Entfernen Sie nun die Verkrustungen. Wischen Sie dabei von außen Richtung Nase.
  • Sollte dies öfter vorkommen: Massieren Sie den Tränenkanal des Babys vorsichtig, indem Sie den (desinfizierten) Finger sanft auf die Augenwinkel legen.

Warum sind die Augen vieler Babys nach der Geburt blau?

Die meisten Babys haben nach der Geburt blaue Augen. Grund dafür ist das Farbpigment Melanin, das bei Neugeborenen noch sehr niedrig dosiert ist. Es bildet sich erst im Laufe der ersten 12 Monate und setzt sich dann an der Iris fest. Wird in diesem Zeitraum wenig Melanin produziert, bleiben die Augen des Babys blau. Je mehr der Körper den Farbstoff bildet, desto dunkler wird die Farbe der Iris.

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