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Nachhaltigkeit

Purer Genuss mit gutem Gewissen

42 Südtiroler Apfelbauern und -bäuerinnen haben sich 2013 unter dem Namen Bio Meran zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen, um für Lager und Vertrieb ihrer Früchte die Kräfte zu bündeln. Ihre Bäume wachsen in ganz Südtirol in der Bergluft der Dolomiten.

Über zweihundert Hektar bewirtschaften die Mitglieder insgesamt. „Es ist ein sehr respektvoller Umgang mit der Natur“, sagt Lang, „Schädlinge werden mit Nützlingen vertrieben, und die biodynamischen Präparate sorgen für die Stärkung von Boden und Pflanzen. So steigern wir die Fruchtbarkeit, und die Humusschicht wächst. Kamille und Baldrian, Schachtelhalm, Brennnessel und Schafgarbe werden aufbereitet und zu bestimmten Momenten der Mondphasen versprüht, Mist reift in Rinderhörnern zu Kompost heran und wird als Dünger eingesetzt. 

Was Bio Meran für Äpfel ist, gilt gleichermaßen für Biolatina, eine Genossenschaft in Sabaudia, auf halbem Wege zwischen Rom und Neapel, für vielerlei Sorten Salate, Fenchel, Radieschen, Möhren, Rettiche, Spinat, Datteltomaten, zahlreiche Kräuter und auch Ausgefalleneres wie Aloe Vera, Puntarelle oder Erdnüsse und Kiwis. Die Seeluft des Mittelmeers und die Wärme des italienischen Südens, aber auch die Hingabe und Sorgfalt, mit der hier gearbeitet wird, drückt sich in knackigen, würzigen Wurzeln und Blättern aus. Biolatina arbeitet bereits seit 1992 nach den Demeter-Richtlinien.

Von der Verantwortung für die Zukunft und dem Bestreben, Verbrauchern die Möglichkeit der Entscheidung zu geben, ist auch die Arbeit auf den Dominique Farms geprägt. An der karibischen Küste, am Fuße der kolumbianischen Sierra Nevada recken Bananenstauden ihre grünen Blätterwedel der Sonne entgegen. Hier werden die Pflanzen von den Ausläufern der Anden vor Wirbelstürmen geschützt und aus den beinahe 6000 Meter hohen Bergen durch zahlreiche Flüsse mit reichlich Schmelzwasser versorgt, das viel vulkanische Mineralien und fruchtbaren Schlick mitbringt. Außerdem sorgen heiße Tage und kühle Nächte dieses Mikroklimas für die Bildung von besonders viel Fruchtzucker.

Doch die Santa-Marta-Bananen sind nicht nur besonders köstlich, sie entstammen auch einem Unternehmen, in dem alles erdenklich Mögliche für ein integres und gesundes Arbeiten mit und in der Natur getan wird. „Biosecurity-Maßnahmen sind extrem wichtig, um dem verheerenden Bananenpilz entgegenzuwirken. Vor allem brauchen wir aber widerstandsfähige Pflanzen in einem stabilen, natürlichen Ökosystem“, erklärt Besitzer und Geschäftsführer Louis Hesselholt, „nur dann sind wir tatsächlich geschützt.“ Im natürlichen Regenwald der Tropen habe der Bananenpilz überhaupt keine Chance, in einer Monokultur jedoch, wie den herkömmlichen Bananenplantagen, verbreite er sich rasant. Dort kommen deshalb große Mengen Fungizide zum Einsatz, die nicht zuletzt auch die Arbeiter gesundheitlich stark in Mitleidenschaft ziehen. „Als Bio- und Demeterproduzent setzen wir lieber auf möglichst große Artenvielfalt“, sagt Hesselholt. Bei uns wachsen zwischen den Bananen mehrere Sorten Mangos, Schlangenbohnen, Ingwer und viele Bodendecker. Darüber hinaus haben wir in Zusammenarbeit mit der hiesigen Universität unsere eigenen biodynamischen Mittel und Dünger entwickelt, die vollständig aus Rohstoffen von unseren Anwesen, aus dem Regenwald der Sierra Nevada, von den Flussufern und anderen naturbelassenen Gegenden entstehen.“ Seit Anfang 2019 bietet real in einem für die Branche revolutionären Schritt Bananen unverpackt und ausschließlich in Bio- und Demeterqualität an, um das Engagement auf den Dominique Farms zu unterstützen. Das ist echter Genuss mit gutem Gewissen.

Was auch für die Avocados gilt, die über den Bio-Großhändler Lehmann Natur aus Andalusien im Süden Spaniens in die Obst- und Gemüseabteilungen der real-Märkte kommen. Die Avocados, die bei Firmengründer Friedrich Lehmann auf fünfzig Hektar neben Granatäpfeln, Kumquats, Kakis und Mispeln wachsen, stammen tatsächlich aus einer Art Paradies. Seit fünfundzwanzig Jahren erforscht Lehmann hier die ökologische Landwirtschaft und Permakultur. „Es ist die Landwirtschaft der Zukunft“, ist der agile Anfangsiebziger überzeugt, „ein Arbeiten mit der Natur, in einem vollkommen.

Fotografen: Arne Landwehr, Rui Camilo, Johannes Grau