Sie haben in Ihren Browsereinstellungen Cookies deaktiviert. Wir nutzen Cookies auf der real.de für eine Vielzahl von Funktionen.
Wenn Sie die Website vollumfänglich nutzen möchten, sollten Sie das Setzen von Cookies über Ihre Browsereinstellungen zulassen.
Nachhaltigkeit

Bio-Wein und Nachhaltigkeit - Ein Blick hinter die Kulissen

Als Handelsunternehmen stehen wir besonders in der Pflicht, Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen. Als Lebensmittelhändler sind wir nah dran – nah am Kunden, aber vor allem an der Natur. Von Feld, Weide und Meer trennt uns meist nur ein Lieferant. Ein gutes Beispiel ist der Weinbau. Die biologisch bewirtschaftete Rebfläche wächst stetig, auch in Deutschland. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat sie sich verdreifacht. In Deutschland sind Bio-Wein, nachhaltig erzeugter Wein, Fairtrade-Wein und umweltfreundlicher Wein sehr erfolgreich und spielen auch bei unserer Sortimentsgestaltung eine wichtige Rolle. Aber was genau bedeuten all diese Begriffe?

„Bio“ findet im Weinbau vor allem in den Weinbergen statt. Eines der wichtigsten Ziele ist ein gesundes, vielfältiges Bodenleben. Bodenverdichtung und Erosion werden vermieden, etwa durch Begrünung von Rebzeilen. Bio heißt aber auch ein verantwortungsvoller Umgang mit Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Mineralischer Stickstoffdünger ist verboten, dagegen werden organische Düngemittel wie Kompost verwendet. Beim Pflanzenschutz sind nur wenige Mittel zugelassen, beispielsweise Schwefel und Kupfer. Eine weitere EU-Verordnung regelt auch die Arbeit im Keller. Die Grenzwerte für Schwefel (Sulfite) wurden im Vergleich zu konventionell erzeugten Weinen herabgesetzt, bestimmte Behandlungsstoffe sind verboten, ebenso wie die Verwendung von genmanipulierten Hefen. Dies alles steckt hinter dem gemeinschaftlichen EU-Bio-Logo, einem grünen Blatt, dessen Kontur von Sternen gebildet wird.

Während die EU-Bestimmungen den Rahmen setzen, werden Details durch Verbände wie Ecovin, Bioland und Naturland geregelt, und zwar meist strenger als gefordert. Bei biodynamischem Weinbau - hier ist Demeter der am weitesten verbreitete Verband - handelt es sich um eine besonders strenge Form des Bioweinbaus, die davon ausgeht, dass alles miteinander zusammenhängt wie in einem Organismus und entsprechend gehandelt werden muss. Für Winzer wir Fred Prinz eine Selbstverständlichkeit. „Wir legen viel Wert auf die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Weinberge. Die Umstellung auf den ökologischen Weinbau war daher selbstverständlich“, sagt er mit Überzeugung.

Die Erkenntnisse und Zielsetzungen der biologischen oder ökologischen Landwirtschaft werden jedoch auch von vielen Winzern beachtet, die nicht solchen Verbänden angeschlossen sind. Schließlich kann jeder wirtschaften wie ein Ökowinzer, auch ohne Verbandsmitgliedschaft. Viele versuchen, dem Ideal so nah wie möglich zu kommen. Wie beispielsweise Theresa Breuer aus dem Rheingau: „Im Bewusstsein der Verpflichtung zum langfristigen Schutz der Natur haben wir den Weg zum naturnahen nachhaltigen Weinbau eingeschlagen. Geringe Erträge, Aufweichung der Monokultur und saisonale Begrünung sind dafür Voraussetzung; die Stärkung der Rebe und die Erhaltung des Bodenlebens stehen im Vordergrund. Wir erhoffen uns, im Weingut immer besser zu werden und uns selbst besser kennenzulernen.“

Und die Nachhaltigkeit? Nachhaltigkeit ist ein umfassender Begriff, der die gesamte Aktivität eines Weinguts im Blick hat. Das betrifft nicht nur die Bewirtschaftung der Rebflächen oder die Arbeit im Keller, sondern auch Energie, Abfall- und Abwasserwirtschaft und sogar soziale Komponenten wie den Umgang mit den Mitarbeitern. Der Verband Fair ’n Green, dem rund vierzig Weingüter angehören, analysiert den gesamten Produktionsprozess im Weingut, um Empfehlungen zu geben, wie die Nachhaltigkeitsbilanz verbessert werden kann. Ökostrom und Wärmedämmung, mehr Elektromobilität, Recycling, sogar der Verzicht auf Flugreisen können solche Empfehlungen sein, ebenso der Verzicht auf Mineraldünger – was wiederum ein Berührungspunkt mit den Ökowinzern ist. Das 2009 an der Hochschule Heilbronn gegründete Deutsche Institut für Nachhaltige Entwicklung DINE vergibt das von ihm entwickelte FairChoice-Label an Weinbaubetriebe, die hinsichtlich ökonomischer, ökologischer und sozialer Kriterien regelmäßig untersucht und bewertet werden. „Öko“ ist also nur ein Teilbereich der Nachhaltigkeit, aber ein wichtiger. „Im Endeffekt geht es darum, im Einklang mit der Natur die beste Qualität zu erzielen. Mir geht es um die Nachhaltigkeit: Wenn eines meiner Kinder später auch mal Weinbau betreiben möchte, braucht es einen funktionierenden Weinberg. Der Verein Fair ’n Green, dem ich mich angeschlossen habe, durchleuchtet das ganze Unternehmen“, sagt Winzer Alexander Stodden vom Weingut Jean Stodden an der Ahr.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, real zu einem Ort zu machen, an dem alle Menschen „das Gute leben“ können. Wir sind davon überzeugt, dass nur ein Weg zu diesem Ziel führt: Es ist der nachhaltige. Unterstützen Sie uns und gehen Sie den Weg mit uns.

Wir arbeiten vorzugsweise mit Produzenten und Lieferanten zusammen, die unsere Werte teilen.

Fotograf: Christof Herdt, Johannes Grau, Arne Landwehr