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Nachhaltigkeit

Obst und Gemüse unverhüllt

Laut einer Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung waren im Jahr 2017 rund 63 Prozent von in Deutschland verkauftem Obst und Gemüse vorverpackt. Der Bedarf an Plastik für Obstverpackung hat sich in den Jahren 2000 bis 2016 dafür fast verdoppelt, der für Gemüse sogar um 186 Prozent zugenommen.

Ein verheerender Trend.

Aber es geht auch anders. In unsere Obst- und Gemüseabteilungen lassen wir seit einiger Zeit die Tradition des guten alten Wochenmarkts wiederaufleben. Lose aufgeschüttete, leuchtend rote, duftende Erdbeeren, Berge von saftig grünen Äpfeln und Birnen, große Holzschaufeln, grüne und braune Papiertüten – ein Anblick, der zunehmend das Bild in den real-Märkten bestimmt. „Das sieht viel schöner aus und spricht einen mehr an“, sagt real-Chef Patrick Müller-Sarmiento. Salatköpfe dürfen uns nun ihre Blätter ohne Verpackung entgegenstrecken, Karotten, Tomaten und Gurken leuchten ebenso unverhüllt wie Äpfel, Bananen, Mango und Ingwer; all das und noch viel mehr liegt lose in wiederverwendbaren Steigen. Und es funktioniert tadellos: „Die Kunden nehmen das gut an und gehen mit der Ware wirklich verantwortungsvoll um.“

Doch es geht uns um mehr. „Wir müssen ganz neu über Nachhaltigkeit und Ressourcen nachdenken“, ist Patrick Müller-Sarmiento überzeugt. Natürlich können wir nicht alles sofort ändern, vieles muss erst noch entwickelt werden. „Ganz ohne Verpackung geht es noch nicht, aber wir sind jetzt bei fünfzig Prozent, und das darf man schon als mutig bezeichnen.“ Die ersten Schritte sind also getan.

Unsere Kunden haben unseren Mut und unser Vertrauen belohnt: Sie greifen gern direkt zu und freuen sich, genau die Menge kaufen zu können, die sie möchten und brauchen. Da wir sowohl Bio-zertifiziertes Obst und Gemüse als auch konventionell erzeugtes anbieten, galt es eine besondere Hürde zu nehmen: Bei loser Ware muss jedes einzelne Stück identifiziert werden können. Also tragen die Trauben kleine Demeter-Halsschleifen, die Äpfel, Gurken, Birnen Aufkleber aus (biologisch abbaubarem) Papier. Die schönste und eleganteste Lösung ist jedoch eine ganz neue: „real bio“ prangt es in brauner Schrift auf der glänzenden rot- grünen Schale der Mangofrüchte, wie eine Tätowierung mit einem Laserstrahl eingebrannt. „Es kommt immer darauf an, welche Technik beim Erzeuger zur Verfügung steht“, erklärt Oliver Buckermann, verantwortlich für Obst und Gemüse bei uns.

„Wir wünschen uns natürlich, dass die Kunden unsere Bemühungen schätzen, hinhören, zuhören, mitgehen und nicht nur den Preis sehen“, sagt Patrick Müller-Sarmiento. „Wir reden viel übers Klima, und wir streiken dafür. Mit unserer Aktion geben wir jedem Einzelnen die Möglichkeit, tatkräftig etwas für weniger Plastik und Verpackungsmüll zu tun. Und zwar sofort.“

Fotograf: Oliver Buckermann