Milchkaffee – Zubereitung & Wissenswertes

Milchkaffee ist ein koffeinhaltiges Kaffeegetränk. Im Gegensatz zu anderen Kaffeespezialitäten wie Cappuccino überwiegt bei einem solchen Heißgetränk nicht der Kaffee-, sondern der Milchanteil beziehungsweise wird im Mischverhältnis 50/50 aufgegossen.

1. Mehr als Kaffee mit Milch – zwei Zutaten, viele Namen

Milchkaffee ist mittlerweile ein echter Kaffeeklassiker und eine gute Alternative zum klassischen Kaffee, dem ein Schuss (Kondens-)Milch zugegeben wird. Viele schätzen den milden Geschmack durch die Kombination aus kräftiger Kaffeenote und cremig-sahniger Milch. Bei der Zubereitung wird zunächst ein geringer Anteil Filterkaffee oder Espresso in die Tasse gegossen, die dann mit heißer Milch und Milchschaum aufgefüllt wird. Der Anteil der Milch variiert dabei je nach Rezept.

Milchkaffee
Ein Milchkaffee wird klassischerweise in einer tiefen, breiten Tasse serviert. Der Koffeingehalt fällt dabei geringer aus als beim klassischen Café Crèma.

Der Ursprung des Milchkaffees ist nicht eindeutig zu verordnen, mit hoher Wahrscheinlichkeit stammt er jedoch aus dem Süden Europas. Dabei darf die Begrifflichkeit „Milchkaffee“ keineswegs mit „Kaffee mit Milch“ gleichgesetzt werden. Stattdessen handelt es sich sowohl um die deutsche Interpretation des vermutlich südländischen Heißgetränks als auch um einen Überbegriff für verschiedene Zubereitungsformen: Häufig werden Begriffe wie Milchkaffee, Café au Lait und Caffé Latte synonym verwendet, schließlich handelt es sich bei allen Variationen um eine koffeinhaltige Kaffeevariation mit einem hohen Milchanteil.

Tatsächlich gibt es jedoch regionale Unterschiede bei der Zubereitung und bezüglich des Milch- beziehungsweise Kaffeeanteils sowie der verwendeten Bohnen, da jedes Land seine eigene Interpretation des Milchkaffees etabliert hat. Des Weiteren wird entweder Filterkaffee oder Espresso für einen Milchkaffee verwendet.

Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede aller Milchkaffee-Rezepte haben wir in folgender Tabelle für Sie zusammengefasst.

Gemeinsamkeiten Unterschiede
  • Hoher Milchanteil
  • Warme (nicht gekochte!) Milch wird verwendet
  • Geringer Koffeingehalt
  • Vollmundige, kräftige Crema
  • Milchanteil kann variieren (mindestens 50 Prozent)
  • Mit Filterkaffee oder Espresso zubereitet
  • Mit oder ohne Milchschaum
  • In einer großen Tasse, Glas oder Schale zubereitet

Milchkaffee, Cappuccino und Latte macchiato – was sind die Unterschiede?

Bei allen drei Variationen handelt es sich um Kaffeespezialitäten, die mit heißer Milch zubereitet werden. Die Unterschiede liegen im Milchanteil, der Art der Zubereitung und des verwendeten Gefäßes: Latte macchiato wird gemeinhin in einem hohen Glas serviert und hat einen höheren Milchanteil als Milchkaffee und Cappuccino. Außerdem wird bei diesem Heißgetränk erst der Milchschaum und dann der Espresso eingefüllt, sodass eine Drei-Schichten-Optik entsteht. Im Gegensatz zum Latte macchiato hat ein Milchkaffee keine einzelnen Schichten. Beim Milchkaffee und Cappuccino wird normalerweise erst ein Espresso aufgekocht, bevor dann die Milch zugegossen wird. Beim Cappuccino wird zudem in erster Linie Milchschaum verwendet und das Getränk wird in einer bauchigen Cappuccinotasse serviert.

2. Milchkaffee zubereiten

Wir stellen Ihnen die länderspezifischen Zubereitungsarten vor:

2.1 Deutschland: Milchkaffee

In Deutschland wird der Milchkaffee seltener zum Frühstück getrunken, sondern eher in der Mittagszeit und zum Kuchen am Nachmittag serviert.

Die Zubereitung erfolgt in großen Tassen mit einem Fassungsvolumen von etwa 200 Millilitern. Verwenden Sie bei der Herstellung des Filterkaffees eine aromatische Kaffeemischung.

  • Erhitzen Sie etwa 100 Milliliter Milch.
  • Füllen Sie die Hälfte der Tasse mit Filterkaffee auf.
  • Geben Sie anschließend die Milch hinzu.

Milchschaum wird in Deutschland nur selten verwendet. Zudem wird die Kaffeespezialität häufig in einer Cappucchinotasse serviert.

Welche Milch verwende ich für Milchkaffee?

Klassischerweise wird für den Milchkaffee Milch mit einem Fettgehalt von 3,5 Prozent verwendet, da diese besonders cremig ist und sich auch gut zu Milchschaum aufschäumen lässt. Wer nicht unbedingt Wert auf einen cremigen Milchschaum legt und Kalorien sparen möchte, kann auch zu einer fettreduzierten Milch greifen.

Vegane Variationen werden mit Soja-, Hafer- oder Kokosmilch zubereitet. Auch bei solchen Milchsorten ist die Herstellung eines festen Schaumes schwierig.

2.2 Niederlande: Koffie verkeerd

In den Niederlanden wird Milchkaffee als Koffie verkeerd bezeichnet, was sich mit „falscher oder verkehrter Kaffee“ übersetzen lässt. Das Adjektiv „verkehrt“ bezieht sich damit auf das Verhältnis zwischen Milch und Kaffee: Im Gegensatz zum klassischen Kaffee überwiegt wie bei anderen Milchkaffees der Anteil der Milch.

Der niederländische Milchkaffee wird nicht in einer großen Tasse oder Schale, sondern in einem kleinen Glas serviert. Wie beim Latte macchiato wird zunächst Milch in das Glas gegeben, welches dann mit Kaffee aufgefüllt wird. Das Verhältnis beträgt dabei etwa zwei zu drei. Anschließend setzen die Niederländer eine Sahnehaube auf den Koffie verkeerd, verzieren den Milchkaffee mit Schokopulver oder Zimt und servieren das Heißgetränk mit einer Keksvariation.

2.3 Frankreich: Café au Lait

Der französische Café au Lait besteht aus einem kräftigen Filterkaffee einer aromatischen Arabicaröstung, der mit heißer Milch aufgegossen wird. Das Verhältnis beträgt dabei eins zu eins. Ein Café au Lait wird traditionell nicht in einer Tasse, sondern in einer henkellosen Schale – französisch Bol – serviert, üblicherweise zu Frühstück. Dazu isst der Franzose Gebäck, welches er in seinen Milchkaffee tunkt. Typisch sind Leckereien wie:

  • Baguette
  • Croissant
  • Eclair

Übrigens: In Paris hat der Café au Lait einen eigenen Namen, dort wird er als Café crème bezeichnet. Im restlichen Teil Frankreichs wird darunter ein klassischer Kaffee aus einem Vollautomaten bezeichnet.

2.4 Schweiz: Schale

Schweizer Schale
Schale – der Schweizer Milchkaffee als Frühstückskaffee

Namensgebend für den Schweizer Milchkaffee ist das Gefäß, in dem er serviert wird: Statt einer Tasse kommt auch hier eine tiefe Schale ohne Henkel zum Einsatz. Der Anteil von Milch zu Kaffee entspricht dem Verhältnis eins zu eins, das heißt 50 Prozent Kaffee und 50 Prozent Milch. Wie der französische Café au Lait wird auch die Schale mit kräftigem Filterkaffee zubereitet. Milchschaum zusätzlich zur heißen Milch wird hier nur selten verwendet.

2.5 Italien: Caffé Latte

In Italien wird ein Milchkaffee immer mit Espresso aus einer starken Kaffeemischung und nicht mit Filterkaffee sowie mit Milchschaum anstatt heißer Milch zubereitet. Alternativ dazu kann auch ein Lungo oder Doppio verwendet werden. Der Kaffee wird traditionell in einer Siebträgermaschine zubereitet und die Milch mit der Dampflanze aufgeschäumt. Bei einem Caffé Latte ist der Milchanteil wesentlich höher als der Kaffeeanteil: Das Verhältnis liegt bei etwa vier zu eins.

Latte Art
Kaffeegenuss auf italienische Weise: Latte Art auf einem Café Latte

2.6 Spanien: Café con leche

Café con leche ist die spanische Form des Milchkaffees. Auch bei dieser Variation beträgt das Verhältnis zwischen Milch und Kaffee eins zu eins. Allerdings wird beim Café con leche kein Filterkaffee, sondern ein kräftiger Espresso verwendet, der in einer Maschine zubereitet wurde. Klassischerweise wird heiße Milch, seltener Milchschaum verwendet.

Eine Milchkaffee-Variation ist der Cortado, der auch in Portugal bekannt ist. Hierbei wird aufgeschäumte Milch verwendet.

2.7 Österreich: Wiener Melange

Unter einer Melange versteht der Österreicher diverse Kaffeespezialitäten mit Milch. Die Wiener Melange besteht dabei aus einem starken Espresso, der mit Zucker und Honig vermischt und dann mit heißer Milch aufgegossen wird. Serviert wird der Milchkaffee mit einer Haube aus geschäumter Milch.

Kein Milchkaffee im eigentlichen Sinne ist die österreichische Spezialität Kapuziner. Das Heißgetränk ist Teil der Wiener Kaffeehauskultur und besteht aus einem Mokka mit wenigen Tropfen Schlagobers. Vermutlich entwickelte sich aus dem Kapuziner der Cappuccino, worauf der ähnliche Klang des Namens hindeutet.

3. Milchschaum für den Milchkaffee zubereiten

Für die meisten Milchkaffee-Zubereitungen wird nicht nur Espresso beziehungsweise Filterkaffee und heiße Milch, sondern auch ein fester Milchschaum benötigt. Hierzu kommt eines der folgenden Geräte zum Einsatz:

Darüber hinaus bereiten manche Kaffeevollautomaten Milchkaffee auf Knopfdruck zu – inklusive aufgeschäumter Milch. Gehen Sie bei der Zubereitung von Milchschaum mit einer Dampfdüse folgendermaßen vor:

  1. Geben Sie zunächst Milch in ein kleines Kännchen. Die Menge variiert je nachdem, welche Milchkaffee-Variation Sie zubereiten möchten.
  2. Lassen Sie zunächst das kondensierte Wasser aus der Dampflanze ab und positionieren Sie sie etwa ein bis zwei Zentimeter unterhalb der Oberfläche.
  3. Durch Betätigen der Düse beginnt nun die Ziehphase, in der die Milch mit Luft verwirbelt wird. Es entstehen grobporige Bläschen.
  4. Nach etwa einer Minute hat die Milch Zimmertemperatur erreicht, sodass Sie mit der zweiten Phase des Aufschäumens beginnen können.
  5. In der Rollphase werden die entstehenden Bläschen besonders fein verwirbelt. Halten Sie hierzu die Dampflanze schräg in das Milchkännchen.
  6. Sobald die Milch etwa 60 Grad Celsius erreicht hat, ist der Milchschaum fertig.

Anschließend sollte das Espressopulver in den Siebträger gegeben und das Kaffeegetränk innerhalb von 25 Sekunden zubereitet werden.

Wie viele Kalorien hat ein Milchkaffee?

Espresso oder Filterkaffee haben so gut wie keine Kalorien, weswegen bei der Berechnung lediglich der Nährwert der Milch betrachtet wird. Ein typischer Milchkaffee enthält etwa 100 Milliliter Milch: Handelt es sich hierbei um Vollmilch, müssen Sie dafür 70 Kalorien berechnen, fettfreie Milch hat hingegen nur 50 Kalorien pro 100 Milliliter. Hinzu kommt der Nährwert des Zuckers, falls Sie Ihren Milchkaffee süßen möchten. Dieser liegt bei etwa 25 Kalorien pro Teelöffel.

Verwandte Artikel

Redakteurin Miriam Gebbing
Redaktionshinweise
Redaktion: Miriam Gebbing

Nach ihrem Bachelor-Abschluss absolvierte Miriam Gebbing ein halbjähriges Praktikum in der Online-Redaktion und war anschließend während ihres Master-Studiums in den Bereichen Literatur sowie Sprach- und Kommunikationswissenschaft als Werkstudentin tätig. Seit September 2017 ist sie fester Teil des Teams.