Kaffeesorten

1. Kaffeesorten: Von beliebten Klassikern bis zu begehrten Exoten

Kaffee bedeutet nicht nur Genuss, sondern dank der unzähligen erhältlichen Kaffeesorten auch Vielfallt. Der Begriff Kaffeesorte wird dabei im allgemeinen Sprachgebrauch oft weit gefasst und meint synonym die unterschiedlichen Kaffeepflanzenarten ebenso wie deren Bohnen. Weit über 100 verschiedene Kaffeepflanzenarten sind bekannt. Die Zahl der Kaffeesorten beziehungsweise Bohnen ist noch um ein Vielfaches größer, weil ihr Geschmack von Region zu Region variiert – Arabica-Bohnen aus Brasilien schmecken beispielsweise anders als Arabica-Bohnen aus Afrika. Damit Sie den Überblick über die bedeutenden Kaffeesorten behalten, haben wir in den folgenden Kapiteln die wichtigsten Informationen für Sie zusammengetragen.

2. Kaffeesorten im Überblick

In der folgenden Tabelle haben wir für Sie die Eigenschaften der gängigsten Kaffeesorten übersichtlich zusammengestellt. Wenn Sie mehr über die einzelnen Sorten erfahren möchten, klicken Sie einfach auf deren Namen.

Kaffeesorte Aroma & Geschmack Koffeingehalt
Arabica
  • Vielschichtig und vollmundig
  • Dezente Säure
  • Mild
Relativ wenig
Robusta
  • Intensiv, erdig, leicht nussig
  • Bitterer als Arabica
Hoch
Liberica
  • Intensiv, erdig, leicht nussig
  • Bitterer als Arabica
Hoch
Excelsa
  • Sehr kräftig und erdig
  • Unterscheidet sich deutlich von Arabica
Normal
Maragogype
  • Mild
  • Säurearm
Wenig

Im fertigen Getränk vereint sich schließlich eine Vielzahl von Geschmacksnoten. Das nachfolgende Kaffee-Aromarad vermittelt Ihnen einen kleinen Eindruck, welche Aromen Kaffee in sich vereinen kann:

Kaffee Aromarad Tchibo
Kaffee-Aromarad (© Tchibo)

3. Kaffeepflanzen, Kaffeearten und Kaffeesorten

Grundlage für die zahlreichen Kaffeesorten bilden unterschiedliche Kaffeepflanzen: Sie liefern mit den Kaffeebohnen, wie die in den Früchten enthaltenen Samen genannt werden, den Ausgangsstoff für das schwarze Heißgetränk und prägen das allgemeine Aroma. Lesen Sie in den nächsten Abschnitten, welche Kaffeepflanzen es gibt und welche Eigenheiten sie beziehungsweise ihre Bohnen aufweisen.

Infografik zu Kaffeesorten

3.1 Arabica

Arabica Kaffeebohne
Typisch für die Arabica-Bohne: der geschwungene Einschnitt

Arabica (Coffea arabica) gilt als die hochwertigste und gleichzeitig am meisten verbreitete Kaffeepflanzenart der Welt: Ihre Bohnen stellen die Basis für zahllose Kaffeesorten dar, schätzungsweise 60 Prozent des international produzierten Kaffees besteht aus Arabica-Bohnen. Besonders folgende Eigenschaften zeichnen diese Kaffeesorte aus:

  • Facettenreiches und doch ausgewogenes Aroma
  • Leicht süßlicher, fruchtiger Geschmack
  • Milder, da weniger Bitterstoffe als andere Kaffeesorten
  • Geringerer Koffeingehalt als andere Bohnen
  • Ideal geeignet für Filterkaffee
  • Geschwungener Einschnitt an der Oberseite

Der Anbau von Arabica-Kaffee ist vergleichsweise aufwendig, da die Pflanzen am besten in relativ großen Höhen und bei ausgewogenem Klima gedeihen. Erstmalig kam Arabica in Äthiopien vor, wo diese Kaffeeart noch heute kultiviert wird. Weitere Anbaugebiete befinden sich vor allem in:

  • Mittel- und Südamerika (Brasilien, Kolumbien, Peru, Mexiko)
  • Afrika (Äthiopien, Kenia)
  • Südostasien (Indonesien, Papua-Neuguinea)

3.2 Robusta

Auf Platz zwei der weltweit populärsten Kaffeearten liegt Robusta. Circa 40 Prozent der Kaffeeproduktion entfallen auf die Bohnen des auch als Coffea canephora bekannten Gewächses. Die Robusta trägt ihren Namen übrigens nicht zu Unrecht, denn verglichen mit der Arabica-Pflanze ist sie deutlich widerstandsfähiger und genügsamer. Dadurch kann sie flexibler angebaut werden und liefert ertragreiche Ernten. Merkmale der Robusta und ihrer Kaffeesorten sind insbesondere:

  • Intensives Aroma mit wenig Säure
  • Herber, gehaltvoller Geschmack
  • Enthält rund doppelt so viel Koffein wie Arabica
  • Bewirkt eine gute Crema, daher oft in Espressomischungen zu finden
  • Gerader Einschnitt an der Oberseite

Robusta-Pflanzen werden vorwiegend im Flachland kultiviert und können auch verhältnismäßig hohen Temperaturen standhalten. Die einzelnen Kaffeesorten der Robusta stammen vorwiegend aus den folgenden Regionen:

  • Südamerika (Brasilien)
  • Afrika (Angola, Liberia, Madagaskar)
  • Südostasien (Vietnam, Thailand, Sri Lanka)

Was ist der Unterschied zwischen Arabica und Robusta?

Bei Arabica und Robusta handelt es sich um zwei Kaffeearten beziehungsweise auch Kaffeesorten, die aus den gleichnamigen Pflanzen gewonnen werden. Die Bohnen unterscheiden sich zum einen äußerlich: Arabica-Bohnen sind länglich und weisen einen geschwungenen Einschnitt auf, während Robusta-Bohnen rundlicher sind und über einen geraden Einschnitt verfügen. Zum anderen gibt es zwischen den Kaffeesorten geschmackliche Unterschiede. So ist Arabica-Kaffee säurehaltiger, mit einem vollmundigen wie vielfältigen Aroma, während Robusta intensiv und erdig schmeckt. Zudem enthält Robusta ungefähr doppelt so viel Koffein wie Arabica.

3.3 Liberica

Zu den nicht so häufig angebauten Kaffeepflanzen zählt Liberica (Coffea liberica). Sie gilt als besonders robust und kann unter Bedingungen wachsen, die für andere Kaffeearten wenig geeignet sind. Folgende Eigenheiten kennzeichnen die Kaffeesorten der Liberica:

  • Recht schwach ausgeprägtes Aroma
  • Geringerer Zuckergehalt und trockener als Arabica und Robusta
  • Enthält viel Koffein

Da die Nachfrage nach Liberica eher gering ist, wird diese Art nicht so oft angebaut. Die Bohnen der auf Liberica basierenden Kaffeesorten stammen meist aus den folgenden Gebieten:

  • Westafrika (Liberia, Sierra Leone)
  • Südostasien (Philippinen, Vietnam, Indonesien)

Welche Kaffeesorte eignet sich für Vollautomaten?

Die meisten Kaffeesorten eignen sich für die Zubereitung in einem Vollautomaten, deshalb handelt es sich in erster Linie um eine Frage des persönlichen Geschmacks. Vermeiden sollten Sie lediglich Kaffeebohnen, die besonders viel Öl enthalten: Dieses könnte die Funktionsweise des Mahlwerks beeinträchtigen und es im schlimmsten Fall beschädigen. Um sicherzustellen, dass eine Kaffeesorte für die Zubereitung in einem Vollautomaten geeignet ist, können Sie zudem auf entsprechende Hinweise des Produzenten auf der Verpackung oder in der Produktbeschreibung achten.

3.4 Excelsa

Mit etwa einem Prozent hat die Kaffeesorte Excelsa zwar einen verschwindend geringen Anteil am internationalen Kaffeemarkt. Eben weil sie so selten ist, wird sie jedoch von vielen Liebhabern sehr geschätzt. Ihren Ursprung hat die Kaffeesorte Excelsa mitten in Afrika, genauer am Tschadsee, wo diese Art kurz nach Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt wurde. Besondere Merkmale von Excelsa sind:

  • Intensives Aroma
  • Erdiger, ungewöhnlicher Geschmack
  • Selten und wertvoll

Excelsa wird fast ausschließlich im Tschad in Zentralafrika angebaut. Da die Pflanzen sehr widerstandsfähig sind, benötigen sie relativ wenig Wasser und gedeihen auch auf trockenen Böden.

Welche Kaffeesorten sind besonders säurearm?

Eine Kaffeesorte, die sehr wenig Säure enthält und daher den Magen im Vergleich zu anderen Sorten schonen soll, ist Maragogype. Allerdings ist Maragogype selten und hochpreisig. Eine gängigere Alternative ist die Robusta-Bohne: Auch sie ist im Vergleich zu anderen Sorten säurearm.

3.5 Maragogype

Die Kaffeesorte oder -art Maragogype stellt eine Kreuzung zwischen Arabica und Liberica dar. Da die Maragogype-Bohnen ungewöhnlich groß sind – rund 30 bis 40 Prozent größer als zum Beispiel Arabica –, werden sie auch als Elefantenbohnen bezeichnet. Ihren Namen verdankt die Sorte dem Ort ihrer Entdeckung, der sich nahe der Stadt Maragogype in Brasilien befindet. Die folgenden Aspekte sind charakteristisch für die Kaffeesorte:

  • Mildes Aroma
  • Besitzt wenig Säure und soll magenschonend sein
  • Meist besonders hell geröstet
  • Recht koffeinarm
  • Sehr große Bohnen

Die wichtigsten Ursprungsländer dieser Kaffeesorte sind heute Mexiko und Nicaragua in Mittelamerika.

Kaffee Gürtel am Äquator
Kaffee wird häufig entlang der Äquatorlinie angebaut.

4. Die wertvollsten Kaffeesorten der Welt

Arabica ist nicht gleich Arabica: Aus einer Kaffeeart lassen sich viele verschiedene Kaffeesorten gewinnen. Unterschiedliche klimatische Bedingungen in den Anbaugebieten sowie die verschiedenartige Weiterverarbeitung der Bohnen nach der Ernte (etwa die Röstung) grenzen die einzelnen Kaffeesorten voneinander ab und erzeugen individuelle Aromen. Oft werden die Sorten im alltäglichen Sprachgebrauch schlicht nach ihrer Art benannt, zum Beispiel Arabica oder Robusta. Einige Kaffeesorten sind jedoch so begehrt und exklusiv, dass ihre Namen weltweite Berühmtheit erlangt haben. Lernen Sie nachfolgend die wertvollsten Kaffeesorten der Welt kennen!

4.1 Jamaica Blue Mountain

Bei Jamaica Blue Mountain handelt es sich um eine besondere Variante der Kaffeesorte Arabica. Sie wird ausschließlich in einem hochgelegenen Gebiet auf der Insel Jamaika kultiviert und zählt zu den teuersten Kaffeesorten der Welt. Verantwortlich für den hohen Wert sind insbesondere folgende Aspekte:

  • Geschmack: Jamaica Blue Mountain schmeckt intensiv, vielfältig und ist dabei vergleichsweise mild und süß.
  • Reifezeit: Die Kaffeebohnen reifen überdurchschnittlich lange, wodurch sich das Aroma besonders gut ausprägen kann.
  • Ernte und Verpackung: Diese Kaffeesorte wird nicht maschinell, sondern per Hand gepflückt und in speziellen Holzfässern gelagert.
  • Ertrag: Geringe Ernteerträge machen Jamaica Blue Mountain zu einer begehrten Rarität.

Wie viele Kaffeesorten gibt es auf der Welt?

Weltweit gibt es über 120 verschiedene Kaffeepflanzenarten, die die Grundlage für eine geradezu unüberschaubar große Anzahl an Kaffeesorten bilden. Die wichtigsten Arten sind Arabica und Robusta, deren Sorten im Alltag oft genauso bezeichnet werden. Einige besonders exklusive Kaffeesorten sind auch namentlich bekannt, etwa Jamaica Blue Mountain und Kopi Luwak.

4.2 Kopi Luwak

Fleckenmusang Schleichkatze
Macht die teuerste Kaffeesorte der Welt: der Fleckenmusang.

Es ist die teuerste Kaffeesorte der Welt und eine Mischung aus Arabica, Liberica und Excelsa: Kopi Luwak, umgangssprachlich auch Katzenkaffee genannt. Aus Indonesien stammend, ist das Besondere an dieser Sorte ihr Werdegang von der Kaffeefrucht zur Bohne:

  • Eine indonesische Schleichkatze, der Fleckenmusang, frisst die Kaffeekirschen, in denen sich die Kaffeebohnen befinden.
  • Verdaut wird nur das Fruchtfleisch, die Kerne (also die Kaffeebohnen) scheidet das Tier wieder aus.
  • Zuvor haben Enzyme im Verdauungstrakt der Schleichkatze den Bohnen unter anderem Bitterstoffe entzogen.
  • Die ausgeschiedenen Kaffeebohnen werden eingesammelt und zur Kaffeesorte Kopi Luwak weiterverarbeitet.

Der Geschmack von aufgebrühtem Kopi Luwak wird als erdig, süßlich und mild beschrieben.

Der Name dieser Kaffeesorte setzt sich zusammen aus dem indonesischen Wort für Kaffee (Kopi) und dem Namen des Fleckenmusangs (Luwak), der maßgeblich an der „Herstellung“ der Sorte beteiligt ist.

Die Produktion der Kaffeesorte ist unter Tierschützern umstritten, da die Tiere hierfür nicht immer artgerecht gehalten werden.

4.3 Kona-Kaffee

Genau wie Jamaica Blue Mountain besteht auch die Kaffeesorte Kona-Kaffee im Grunde aus Arabica-Bohnen. Ihr Name leitet sich vom Anbaugebiet, dem Kona-Distrikt im Westen Hawaiis, ab. Hawaiianischer Kona gilt als eine der wertvollsten Kaffeesorten der Welt.

Die Bohnen der Kaffeesorte Kona werden in drei Kategorien eingeteilt:

  • Typ I: Bohnen, die zu zweit in einer Kirsche gereift sind. Dadurch sind sie auf der einen Seite flach und auf der anderen gewölbt.
  • Typ II: Bohnen, die einzeln in einer Kirsche reifen und eine runde Form besitzen (deshalb auch Perlbohne genannt). Diese Exemplare sind verhältnismäßig selten und entsprechend wertvoll.
  • Typ III: Bohnen, die den hohen Qualitätsansprüchen an die Kaffeesorte nicht gerecht werden, und deshalb nicht als Kona-Kaffee beworben oder verkauft werden dürfen.

Da der Preis für diese Kaffeesorte sehr hoch ist, wird sie häufig in Mischungen oder Blends zusammen mit anderen Sorten angeboten. Der Mindestanteil an Kona liegt hier bei zehn Prozent. Wenn Sie reinen Kona-Kaffee genießen möchten, achten Sie darauf, dass auf der Packung ein entsprechender Hinweis zu finden ist („100 % Kona Coffee“). Der Geschmack von Kona soll fruchtig-süß sowie mild und voluminös ausfallen.

Was ist die teuerste Kaffeesorte der Welt?

Als teuerste Kaffeesorte der Welt gilt Kopi Luwak aus Indonesien mit einem Kilopreis mehreren Hundert Euro. Sie besteht aus Arabica-, Liberica- und Excelsa-Bohnen, die von Schleichkatzen ausgeschieden werden, nachdem sie die Früchte der Kaffeepflanzen gefressen haben.

4.4 Black Ivory

Die exklusive Kaffeesorte Black Ivory stammt aus Thailand und wird auf ähnliche Weise gewonnen wie Kopi Luwak – mit dem Unterschied, dass nicht Schleichkatzen an der Produktion beteiligt sind, sondern Elefanten. Ihnen werden Arabica-Bohnen zu fressen gegeben, die sie anschließend wieder ausscheiden und die zuvor durch Verdauungsenzyme von Bitterstoffen befreit werden.

Geschmacklich soll die Kaffeesorte Black Ivory insbesondere folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Mild und sanft
  • Fruchtig
  • Süß bis schokoladig

4.5 St. Helena Kaffee

Eine Insel im Atlantik, westlich von Südafrika, hat durch die nach ihr benannte Kaffeesorte internationale Berühmtheit erlangt: St. Helena Kaffee verführte einst schon Napoleon und gilt heute als eine der luxuriösesten Kaffeesorten der Welt. Gründe dafür sind die kleine Fläche des Anbaugebietes sowie die Kultivierung, die nahezu vollständig in Handarbeit stattfindet.

Kenner beschreiben den Geschmack der Kaffeesorte St. Helena unter anderem mit folgenden Worten:

  • Vollmundig
  • Schokoladig, nussig
  • Dezenter Säuregehalt
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Redakteur Simon Scholl
Redaktionshinweise
Redaktion: Simon Scholl

Simon Scholl unterstützt die Online-Redaktion seit Juni 2018. Zuvor studierte er Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften in Siegen und Bamberg und schrieb für verschiedene Publikationen im Print- und Online-Bereich. Er lebt in Düsseldorf.