Kaffeebohnen aufbewahren – so schützen Sie das Aroma

Kaffee ist ein relativ empfindliches Produkt: Seine mehr als 800 Aromen können durch äußere Einflüsse leicht zerstört werden beziehungsweise verlorengehen. Daher ist die richtige Aufbewahrung maßgeblich für den vollen Genuss.

1. Wieso Kaffeebohnen statt Kaffeepulver?

Die Qualität und der Geschmack von Kaffee können durch äußere Faktoren stark beeinträchtigt werden. Dazu zählt insbesondere der Kontakt mit:

Kaffeedose aus Keramik
Mahlen Sie Kaffee nach Möglichkeit erst unmittelbar vor dem Aufbrühen.
  • Luft (genauer: Sauerstoff)
  • Feuchtigkeit
  • Wärme
  • Licht
  • Fremdgerüchen

Bereits kürzeste Zeit nach der Kaffeeröstung beginnen die Bohnen, an Aroma zu verlieren. Dieser Effekt wird durch die oben genannten Faktoren verstärkt. So lässt der Kontakt mit Sauerstoff die in den Kaffeebohnen enthaltenen Öle oxidieren, wodurch der Kaffee nach längerer Zeit ranzig schmecken kann. Feuchtigkeit kann sich auf der Oberfläche der Bohnen ansammeln, im schlimmsten Fall zu Schimmelbildung führen und den Kaffee somit ungenießbar machen. Ist der Kaffee Wärme und Licht ausgesetzt, gehen die durch den Röstprozess entstandenen Aromen und Geschmacksstoffe ebenfalls schneller verloren. Den Duft anderer Lebensmittel, wie beispielsweise von Gewürzen, nimmt der Kaffee hingegen auf, sodass sein Geschmack verfälscht wird.

Wie lange kann man gemahlenen Kaffee und Kaffeebohnen aufbewahren?
Wie lange ist Kaffee nach dem Öffnen haltbar?

Generell gilt: Kaffee sollte möglichst schnell nach dem Rösten konsumiert werden. Bei Kaffeebohnen wird in etwa ein Zeitraum von vier bis sechs Wochen für den Verzehr empfohlen. Gemahlener Kaffee sollte hingegen noch eher (in maximal zwei Wochen) aufgebraucht sein.

Bohnen und Kaffeepulver sind sowohl abgepackt als auch nach dem Öffnen der Packung lange haltbar: ungeöffnet bis zu mehreren Jahren, nach Anbruch einige Wochen bis Monate. Allerdings büßt das Produkt auch bei idealer Lagerung zunehmend an Qualität und Geschmack ein – unabhängig von der Mindesthaltbarkeit.

Wenn Sie möglichst frischen Kaffee mit bestem Geschmack genießen wollen, sollten Sie auf Kaffeebohnen statt auf Kaffeemehl zurückgreifen: Die Bohnen bieten im Verhältnis zur Menge eine geringere Oberfläche und sind daher besser vor Geschmacksverlust geschützt. Daher können Sie die Kaffeebohnen länger aufbewahren.

Tipp: Achten Sie beim Kauf auf das Röstdatum, sofern dieses auf der Packung angegeben ist. So vermeiden Sie es, alten Kaffee zu kaufen.

2. Kaffeebohnen aufbewahren: der richtige Ort

Bei der Frage danach, wie man Kaffee aufbewahren soll, spielen zwei Dinge eine wichtige Rolle: das Gefäß beziehungsweise Behältnis, in dem sich die Kaffeebohnen oder das Pulver befinden, sowie der richtige Ort, um dieses zu lagern.

Aroma frisch gebrühter Kaffee
Abhängig davon, wie Sie Kaffeebohnen aufbewahren, wird das Heißgetränk bei der Zubereitung seine Aromen verbreiten.

Kaffee wird von den Röstereien in der Regel ideal verpackt:

  • Gemahlener Kaffee wird luftdicht in einer Vakuumverpackung verschlossen.
  • Kaffeebohnen befinden sich in speziellen Beuteln, die mit einem Aromaventil ausgestattet sind. Durch dieses kann Kohlendioxid, das aus den Bohnen austritt, ausdringen; Sauerstoff aus der Luft kann jedoch nicht an die Bohnen gelangen.

Kann ich Kaffee im Kühlschrank aufbewahren?

Von der Kaffeeaufbewahrung im Kühlschrank ist abzuraten: Dort können diverse Gerüche und Feuchtigkeit auftreten, die zum Geschmacksverlust beitragen können, sofern sie in die Verpackung eindringen. Selbst ein dichter Verschluss schützt nicht umfassend: Beim Herausnehmen aus dem Kühlschrank bildet sich durch den Temperaturunterschied Kondenswasser auf der Kaffeeoberfläche, welches sich negativ auswirkt und das Aroma beeinträchtigt oder die Bohnen verderben lässt.

Nach dem Anbrechen empfiehlt sich die Kaffeelagerung in einer Keramikdose. Belassen Sie die Bohnen oder das Pulver in der Originalverpackung und verschließen Sie diese möglichst luftdicht. Geben Sie die Packung anschließend in die Kaffeedose. Auch Vakuumbehälter eignen sich auf für die Kaffeelagerung. Der Kaffee sollte nicht umgefüllt werden, da er andernfalls stark mit Luft und entsprechend viel Sauerstoff in Berührung kommt.

Tipp: Auch vor durchsichtigen Kunststoff- oder Glasbehältern ist abzuraten – vor allem, wenn Sie den Kaffee in diese umfüllen: Kaffeebohnen sollten stets lichtgeschützt aufbewahrt werden.

Stellen Sie den Kaffee an einen verhältnismäßig kühlen Ort – beispielsweise in die Vorratskammer. Temperaturen unter 20 Grad Celsius gelten als ideal. Bei Zimmertemperatur wird der Verlust von Aromastoffen selbst in dicht abschließenden Behältnissen begünstigt.

Kann man Kaffee einfrieren?

Die Aufbewahrung von Kaffeebohnen in der Gefriertruhe ist nicht zu empfehlen. Zwar lassen sich die Bohnen portionsweise einfrieren und bei Bedarf entnehmen und verwenden. Allerdings sollte Kaffee immer möglichst frisch gekauft werden, um bestmöglichen Genuss beim Verzehr des Heißgetränks zu gewährleisten.

Verschiedene Kaffees und Zubehör:

3. Übersicht: Kaffee richtig lagern

Im Folgenden haben wir die beliebtesten Empfehlungen zur Kaffeelagerung für Sie zusammengestellt:

6 Tipps zur Kaffeeaufbewahrung

  • Kaufen Sie nicht auf Vorrat, sondern lieber kleine, frische Mengen. Achten Sie nach Möglichkeit auf das Röstdatum.
  • Greifen Sie zu Bohnen statt zu Pulver, diese verlieren langsamer an Qualität, Geschmack und Aroma. Mahlen Sie die Bohnen kurz vor dem Aufbrühen – und nur die Menge, die Sie benötigen.
  • Bewahren Sie die Kaffeebohnen möglichst kühl (bei bis zu 20 Grad Celsius) auf, lagern Sie sie jedoch nicht im Kühlschrank oder in der Kühltruhe.
  • Setzen Sie den Kaffee nach Möglichkeit weder Luft noch Licht, Feuchtigkeit oder Gerüchen aus.
  • Lagern Sie Kaffee in der Originalverpackung und verschließen Sie diese nach jeder Entnahme möglichst eng und dicht. Zusätzlich können Sie die Packung durch eine luftdicht umschließende Kaffeedose schützen.
  • Verbrauchen Sie Kaffee möglichst zeitnah nach dem Kauf.

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Redakteur Lars Ehrlich
Redaktionshinweise
Redaktion: Lars Ehrlich

Lars Ehrlich absolvierte während seines Studiums ein Praktikum bei einer Zeitschrift für Japan-Interessierte. Anschließend sammelte er als Werkstudent weitere Erfahrungen im redaktionellen Bereich. Seit 2016 unterstützt er das real.de-Team in der Online-Redaktion.