Wie wirkt Kaffee auf den Magen-Darm-Trakt?

Viele Mythen ranken sich um die Wirkung von Kaffee auf den Magen-Darm-Trakt. Fördert Kaffee wirklich die Verdauung und ist er auf leeren Magen am Morgen wirklich weniger bekömmlich? Antworten zu diesen und weiteren Fragen erhalten Sie im Folgenden.

1. Kaffee auf nüchternen Magen

Während des Röst- und Brühvorgangs entstehen verschiedene Säure-, Gerb- und Bitterstoffe, die sich direkt auf den Magen-Darm-Trakt auswirken können.

Kaffeebohnen
In den Kaffeebohnen befinden sich Bitterstoffe, deren Entfaltung vom Röst- und Brühverfahren abhängig sind.

Die Stoffe gelten als stimulierend bei der Produktion von Magen- und Gallensäften, was zu einer erhöhten Säurebildung führt und schließlich unter Umständen Magenschmerzen und Sodbrennen auslösen kann. Eine ähnliche Wirkung besitzt das ebenfalls im Kaffee enthaltene Koffein. Somit sind die Bitterstoffe dafür verantwortlich, dass gerade der Kaffee vor dem Frühstück auf nüchternen Magen von vielen Menschen als magenreizend empfunden wird.

Ist entkoffeinierter Kaffee verträglicher für den Magen?

Die Bitterstoffe, die einen empfindlichen Magen reizen können, entstehen hauptsächlich bei der Röstung der Kaffeebohnen und sind damit nicht nur vom Koffeingehalt abhängig. Daher muss koffeinfreier Kaffee auch nicht zwangsläufig schonender als normaler Kaffee für den Magen sein.

Lesen Sie hier Wissenswertes rund ums Thema Kaffee und Gesundheit.

2. Fördert Kaffee die Verdauung?

Viele Menschen schwören auf den Genuss von Kaffee bei Verdauungsproblemen. Tatsächlich wird dem Genussmittel eine verdauungsfördernde Wirkung nachgesagt. Obwohl heutzutage noch wenig über das Zusammenspiel zwischen Bitterstoffen und dem Verdauungssystem bekannt ist, lassen sich in neueren Studien durchaus Zusammenhänge zwischen dem Kaffeetrinken und der Verdauung beobachten:

Kaffee und Verdauungssystem
Kaffee wird von vielen Menschen als verdaungsfördernd empfunden.

Eine europäische Kooperationsstudie , an der Wissenschaftlicher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung beteiligt waren, zeigte jüngst, dass nicht nur die Bitterstoffe selbst, sondern auch die Bitterstoffrezeptoren, also die empfundene Bitterkeit des Genussmittels, dafür verantwortlich sind, die Regulation der Magensäure zu beeinflussen. Dadurch wird die Darm-Peristaltik, also die Muskelbewegung des Darms gefördert, sodass die Verdauung angekurbelt wird.

Lesen Sie hier mehr über die Wirkungsweise von Kaffee auf den Körper.

3. Wie kann ich die Wirkung der Bitterstoffe im Kaffee abmildern?

Wenn Sie einen ohnehin schon empfindlichen Magen haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten, magenschonenderen als herkömmlichen Kaffee zu genießen. So hat beispielsweise die Art der Verarbeitung des Kaffees einen erheblichen Einfluss auf die Menge der Bitterstoffe im Kaffee. Demnach hat beispielsweise eine kurze Röstung der Kaffeebohnen zur Folge, dass mehr Säure in den Bohnen verbleibt und letztlich im Kaffee landet. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten:

  • Greifen Sie zu Arabica-Bohnen, denn Robusta-Bohnen gelten als säurereicher.
  • Wählen Sie Kaffeebohnen, die länger geröstet wurden, denn eine längere Röstung bringt in der Regel einen vergleichsweisen magenschonenden Kaffee hervor.
  • Trinken Sie Ihren Kaffee mit Milch oder Sahne. Der Kaffee kann dann als verträglicher empfunden werden, denn die Zusätze wirken wie ein Puffer, wodurch die im Kaffee befindliche Säure abgemildert wird.
Säurearmer Kaffee kann eine magenschonende Alternative zu normalem Kaffee sein. Erfahren Sie hier mehr.
  • Auch das Brühverfahren kann Einfluss auf die Bekömmlichkeit des Kaffees haben. So gilt der Espresso wegen der kurzen Kontaktzeit mit dem Wasser beim Aufbrühen als magenfreundlicher, da weniger Bitterstoffe aus dem Kaffeepulver gelöst werden.

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Redakteur Hannah Heber
Redaktionshinweise
Redaktion: Hannah Linda Heber

Hannah Linda Heber unterstützte während ihres Praxissemesters im Studiengang Online-Redakteur an der TH Köln die Online-Redaktion und ist seit Februar 2018 fester Bestandteil des Teams.