Kaffee Entzug: Wie reagiert der Körper, wenn auf Koffein verzichtet wird?

Wenngleich Kaffee zu den Lieblingsgetränken der Deutschen zählt, kann es wichtige Gründe für einen vollständigen Verzicht geben. Was bei einem Kaffee Entzug zu beachten ist und mit welchen Nebenwirkungen dieser verbunden sein kann, erfahren Sie im Folgenden.

1. Macht Kaffee süchtig?

Zunächst muss genauer beleuchtet werden, ob das Suchtpotenzial von Kaffee tatsächlich so hoch ist, wie es oftmals dargestellt wird. Wichtig hierbei ist zunächst, dass sich der Konsum von Kaffee bei jeder Person anders auswirkt, sodass keine allgemeingültigen Aussagen getroffen werden können. Ferner ist es umstritten, ob Koffein tatsächlich zu einer Abhängigkeit im medizinischen Sinne führen kann. Laut dem europäischen Klassifizierungssystem ist Koffeinsucht nachweisbar, nach nordamerikanischen Maßstäben kann man nicht von Sucht in Verbindung mit Kaffee sprechen. Einigkeit herrscht jedoch darüber, dass ein plötzlicher Verzicht auf Kaffee sowohl mit körperlichen als auch psychischen Nebenwirkungen verbunden sein kann.

Kaffeesucht
Viele Menschen können auf die morgendliche Tasse Kaffee nicht verzichten.

Ursächlich dafür ist laut zahlreichen Quellen wie beispielsweise der des Zentrums der Gesundheit oder auch des österreichischen Psychologen Werner Stangl die Wirkungsweise des Koffeins:

  • Koffein führt zu einer Verstärkung und Verlängerung der Wirkung von Adrenalin.
  • Es führt zudem zu einer Blockierung der Rezeptoren für Adenosin, welche ihrerseits dafür verantwortlich sind, dass die Ausschüttung von Dopamin und Adrenalin gehemmt wird.
  • Aufgrund der dadurch erhöhten Anzahl anregender Neurotransmitter fühlen sich Menschen durch Kaffee wacher und leistungsfähiger.

Fällt der Kaffee-Konsum plötzlich weg, entsteht ein körperliches Ungleichgewicht, das zu Symptomen führen kann, die im Punkt 3.2 genauer beschrieben werden.

Machen ein bis zwei Tassen Kaffee am Tag schon süchtig?

Da nicht jeder Kaffeetrinker auf das Getränk gleichermaßen reagiert, können hierüber keine allgemeinen Aussagen getroffen werden. Die Koffeinmenge von 400 Milligramm pro Tag sollte jedoch laut der Ärzte Zeitung nicht überschritten werden. Entscheidend hierbei ist immer auch die Tassengröße sowie die Stärke des Kaffees.


Beispiel:

In einen Kaffeebecher mit einer Füllmenge von 200 Millilitern wird etwa ein gehäufter Teelöffel gemahlener Kaffee gegeben. Dies entspricht einer Koffeinmenge von etwa 85 Milligramm. Dementsprechend sollten täglich nicht mehr als vier bis fünf Tassen Kaffee getrunken werden.


Falls Sie bereits bei einer oder zwei Tassen Kaffee mit Beschwerden zu kämpfen haben, sollten Sie allerdings die Koffeinmenge reduzieren oder vollends vom Kaffeekonsum absehen.

2. Wann ist es sinnvoll, auf Koffein zu verzichten?

Menschen mit Vorerkrankungen sollten sich stets bei ihrem Arzt beziehungsweise ihrer Ärztin darüber informieren, ob die Beschwerden durch Koffeinkonsum verschlimmert werden. In solchen Fällen ist ein Kaffee Entzug durchaus ratsam.

Aufgrund der hohen Anzahl an Stresshormonen, die aufgrund des Koffeins ausgeschüttet werden, sollten laut dem Zentrum der Gesundheit unter anderem Diabetiker darauf verzichten. Infolgedessen wird nämlich auch der Blutzuckerspiegel deutlich erhöht. Dieser bleibt aufgrund des gehemmten Glucose-Transports zunächst sehr hoch, nimmt dann jedoch stark ab, sobald die Wirkung des Koffeins nachlässt. Diese Schwankungen sind jedoch nicht nur für Diabetiker mit Problem verbunden, sie können beispielsweise auch Migräneattacken begünstigen.

Zudem sollte bei folgenden Erkrankungen/Beschwerden möglichst auf Koffein verzichtet beziehungsweise ein Kaffee Entzug durchgeführt werden:

3. Der Kaffee Entzug

Sollten Sie sich für einen Kaffee Entzug entscheiden, ist es am besten, ihn schonend und langsam durchzuführen. Auf diese Weise bleiben die Nebenwirkungen auf den Körper und die Psyche auf ein Minimum beschränkt.

3.1 Die Vorgehensweise

Bei einem Kaffee Entzug sollte die Menge an Koffein langsam herabgesetzt werden. Es empfiehlt sich, dabei wie folgt vorzugehen:

  1. Im Idealfall beginnen Sie mit dem Koffein Entzug zwei Tage vor dem Wochenende. Die ersten Tage sind für gewöhnlich mit den meisten Nebenwirkungen verbunden: So können Sie bei Beschwerden zu Hause bleiben und für Entspannung sorgen.
  2. Setzen Sie Ihre tägliche Dosis alle zwei Tage um etwa 15 Prozent herab, bis Sie vollständig auf Kaffee verzichten.
  3. Während dieser Zeit ist es sinnvoll, stets viel Wasser zu trinken und sich mäßig sportlich zu betätigen.

Wie lange dauert ein Kaffee Entzug?

Die meisten Nebenwirkungen treten in den ersten beiden Tage ab Beginn des Entzugs auf. Nach etwa acht Tagen sollte sich der Körper jedoch bereits so umgewöhnt haben, dass sich der Verzicht auf Kaffee nicht mehr bemerkbar macht.

3.2 Mögliche Nebenwirkungen

Beim Kaffee Entzug kann es jedoch auch zu Nebenwirkungen kommen, die je nach Person nur vereinzelt oder gesammelt auftreten. Dazu zählen laut dem Zentrum der Gesundheit die folgenden:

Kaffee Entzug Kopfschmerzen
Kopfweh gehört zu den möglichen Nebenwirkungen, die mit einem Kaffee Entzug verbunden sein können.
  • Erschöpfung: Während des Verzichts auf Koffein kann es durchaus sein, dass Sie sich motivationslos und erschöpft fühlen.k
  • Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten: Oftmals wird im Rahmen eines Kaffee Entzugs von Konzentrationsschwierigkeiten und gesteigerter Reizbarkeit berichtet. Aufgrund dessen sollte dieser nicht durchgeführt werden, wenn Sie in naher Zukunft wichtige geistige Leistungen, wie beispielsweise eine Prüfung, erbringen müssen.
  • Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit: Wegen der Umgewöhnung des Körpers kann es zu Kopfweh, Kreislaufproblemen und seltener Erbrechen kommen.

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Redakteurin Sybille Schäftner
Redaktionshinweise
Redaktion: Sybille Schäftner

Sybille Schäftner lebt und arbeitet in Köln. Bereits während ihres Studiums der Medienkulturwissenschaft und Musikvermittlung unterstützte sie das Redaktions-Team bei der inhaltlichen Gestaltung der Website sowie der Pflege der Social-Media-Auftritte und des firmeneigenen Blogs. Seit ihrem Abschluss als Bachelor of Arts ist sie in Vollzeit in der Online-Redaktion tätig.