Espresso: Kleines Getränk, großer Genuss

1. Espresso: Klein und stark

Espresso – der italienisch klingende Name dieser Kaffeespezialität deutet bereits auf deren Herkunft hin: Das beliebte Heißgetränk wurde nämlich um 1900 herum in Mailand zum ersten Mal hergestellt und genossen. Bald schon war der Espresso in Ländern auf der ganzen Welt beliebt.

Was unterscheidet Espresso von normalem Kaffee?

Espresso unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von normalem Kaffee. Dies betrifft die Weiterverarbeitung der geernteten Kaffeebohnen ebenso wie die Zubereitung und schließlich die Optik, das Aroma und die Inhaltsstoffe des Getränks als solches.

Unterschiede bei der Bohnenverarbeitung:

  • Röstung: Für einen Espresso werden die Kaffeebohnen in der Regel länger und damit dunkler geröstet als für Kaffee. Dadurch enthält Espresso auch weniger Säure.
  • Mischung: Der Anteil an Robusta-Bohnen ist im Vergleich zu herkömmlichem Kaffee höher (bei diesem verwendet man vor allem Arabica-Bohnen).
  • Mahlgrad: Während Filterkaffeepulver meist einen mittleren Mahlgrad aufweist, werden die Bohnen für die Espressozubereitung besonders fein gemahlen.

Unterschiede bei der Zubereitung:

  • Menge: Zwischen 25 und 30 Milliliter Wasser werden bei der Zubereitung eines Espressos verwendet, eine Tasse Filterkaffee fast etwa 125 Milliliter.
  • Druck: Echter Espresso entsteht nur dadurch, dass das Wasser mit hohem Druck durch das Kaffeemehl gepresst wird.
  • Dauer: Die Durchlaufzeit des Wassers durch das Pulver beträgt bei einem Espresso rund 25 Sekunden.
  • Maschine: Statt durch einen Filter zu laufen, wird Espresso durch ein Sieb gedrückt, in dem sich das Kaffeepulver befindet.

Unterschiede bei Optik, Aroma und Inhaltsstoffen:

  • Koffein: Zwar ist der Koffeingehalt einer Tasse Espresso geringer als bei einer Tasse Filterkaffee, dafür liegt eine höhere Konzentration vor.
  • Crema: Auf der Oberfläche weist ein Espresso eine stabile, schaumige Schicht auf, die hell und haselnussfarben ist – die sogenannte Crema.
  • Konsistenz: Espresso ist häufig etwas dickflüssiger als Kaffee.
  • Aroma: Nicht nur das Koffein, auch Geschmacksstoffe sind in Espresso höher konzentriert. Das Ergebnis ist ein intensives Aroma.

2. Espresso Zubereitung

Nur wenn die gemahlenen Kaffeebohnen auf ganz bestimmte Weise zubereitet werden, entsteht ein echter Espresso. Im Folgenden Kapitel zeigen wir Ihnen, wie Sie mithilfe einer Siebträgermaschine auch zuhause in den Genuss des schwarzen Getränks kommen. Wenn Sie kein solches Gerät besitzen oder anschaffen möchten, finden Sie im Anschluss eine alternative Möglichkeit, um Espresso herzustellen.

2.1 Siebträgermaschine

Siebträgermaschine von DeLonghi
Espressomaschine von DeLonghi

Der Begriff Espressomaschine wird oft synonym mit Siebträgermaschine verwendet. Tatsächlich gibt es keinen besseren Weg, um die Kaffeespezialität zuzubereiten. Grundsätzlich gibt es zwei Arten dieser Maschine, die sich hinsichtlich ihrer Handhabung voneinander unterscheiden:

  • Halbautomaten besitzen kein Mahlwerk, weshalb Sie das Mahlen der Bohnen selbst durchführen müssen.
  • Handhebelmaschinen verfügen über einen Hebel, mit dem händisch der Druck zur Espressozubereitung erzeugt werden muss.

Darüber hinaus sind auch Vollautomaten sowie Supervollautomaten erhältlich, die sich für die Herstellung von Espresso eignen. Vollautomaten bestimmen die Wassermenge automatisch, während Supervollautomaten zusätzlich über ein integriertes Mahlwerk verfügen.

So kochen Sie einen Espresso mit einer Siebträgermaschine:

  1. Geben Sie die frisch- und sehr fein gemahlenen Kaffeebohnen in den Siebträger. Eine Menge von sieben bis acht Gramm ist für einen Espresso ausreichend. Stellen Sie sicher, dass das Pulver ebenmäßig verteilt ist und streichen Sie die Oberfläche glatt.
  2. Nun drücken Sie das Kaffeemehl im Sieb fest. Kenner bezeichnen diesen Vorgang als Tampern, das entsprechende Utensil dafür als Tamper. Während des Pressens sollten Sie ein wenig Kraft aufwenden, denn es sollte ein Druck von 15 bis 19 Kilogramm zustande kommen.
  3. Setzen Sie den Siebträger in die Maschine ein und starten Sie die Zubereitung. Nach 25 bis 30 Sekunden sollte der Vorgang beendet werden, eine höhere Durchlaufzeit kann dem Geschmack schaden. Das Wasser sollte dabei eine Temperatur zwischen 85 und 95 Grad Celsius aufweisen.

Welches Kaffeepulver eignet sich für eine Siebträgermaschine?

Für eine Siebträgermaschine empfiehlt sich besonders fein gemahlenes Kaffeepulver, wobei Mischung und Röstung für die Zubereitung von Espresso ausgelegt sein sollten. Ist der Mahlgrad des Pulvers zu grob, wird das Wasser zu schnell hindurchgepresst und kann nicht alle Aromen aufnehmen.

2.2 Kapselmaschine: Die Alternative

Auch ohne Maschine mit Siebträger müssen Sie nicht unbedingt auf den Genuss eines Espressos verzichten. Dem Original sehr nahe kommen Sie beispielweise mit einer Kapselmaschine, die auf die Herstellung von Espresso ausgelegt ist. Hierbei wird das Wasser ebenfalls mit hohem Druck durch Kapseln gepresst, in denen sich das Kaffeepulver befindet.

Bekannte Hersteller von solchen Maschinen sind unter anderem:

  • Nestlé: Nespresso
  • illy: Iperespresso

Sollte ich Espressotassen vorwärmen, bevor ich Espresso darin serviere?

Ja, das Vorwärmen von Espressotassen ist empfehlenswert, weil das Getränk dann nicht so schnell an Temperatur verliert – schließlich wird Espresso von den meisten Menschen am liebsten heiß getrunken. Einige Espressomaschinen besitzen die Möglichkeit, Tassen vorzuwärmen. Alternativ können Sie das Geschirr zum Beispiel auch mit heißem Wasser ausspülen.

3. Espressobohnen: Bekannte Marken

Lavazza Espressobohnen
Lavazza ist einer der bekanntesten Produzenten von Espressobohnen.

Grundsätzlich gibt es keinen Unterschied zwischen Kaffee- und Espressobohnen. Für welches der beiden Heißgetränke sich die Bohnen eher eignen, darüber entscheidet vor allem die Weiterverarbeitung nach der Ernte, insbesondere die Mischung der verschiedenen Sorten und die Röstung. Bekannte Marken beziehungsweise Unternehmen, die Espressobohnen anbieten, sind unter anderem:

  • Lavazza
  • Segafredo Zanetti
  • Jacobs
  • Dallmayr
  • Tchibo
  • illy

4. Variationen von Espresso

Cappuccino mit Keks
Espresso in einer seiner beliebtesten Darreichungsformen: als Cappuccino.

Schwarz und ungesüßt, das ist die klassisch-italienische Art, Espresso zu genießen – aber natürlich nicht die einzige. Wir stellen Ihnen einige populäre Getränke auf Espressobasis vor:

  • Caffè americano: Mit Wasser verlängerter Espresso
  • Espresso corretto: Espresso mit einem Schuss Alkohol (oft Grappa)
  • Affogato: Espresso mit Speiseeis
  • Macchiato: Espresso mit ein wenig aufgeschäumter Milch
  • Cappuccino: Mit Milchschaum versetzter Espresso
  • Latte macchiato: Erwärmte Milch, zu der etwas Espresso gegeben wird

5. Zubehör

Mit dem passenden Zubehör können Sie Ihren Espresso noch leichter zubereiten und am Ende noch besser genießen.

Enthält Espresso wirklich mehr Koffein als Kaffee?

Nein, eine Tasse Espresso enthält in Wahrheit weniger Koffein als eine Tasse Filterkaffee. Das liegt in erster Linie an der geringeren Wassermenge. Relativ betrachtet ist der Koffeingehalt von Espresso indes höher als der von Kaffee.

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Redakteur Simon Scholl
Redaktionshinweise
Redaktion: Simon Scholl

Simon Scholl unterstützt die Online-Redaktion von real.de seit Juni 2018. Zuvor studierte er Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften in Siegen und Bamberg und schrieb für verschiedene Publikationen im Print- und Online-Bereich. Er lebt in Düsseldorf.