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 Ratgeber

Boote – Das passende Wasserfahrzeug für Ihren Ausflug

Ob Schlauchboot oder Kanu – Je nach Gewässer und Einsatzzweck eignen sich bestimmte Bootstypen ganz besonders. Wir helfen Ihnen, das richtige Boot auszusuchen.

1. Was macht ein Boot aus?

Frau sitzt mit zwei Mädchen, circa sieben Jahre alt, in einem kleinen, aufblasbaren Schlauchboot. Sie und eines der Kinder hält ein Paddel ins Wasser. Das Wasser um sie herum ist Poolwasser. Alle drei lächeln.

Ein Boot ist ein kleines Wasserfahrzeug. Von einem Schiff ist es insofern abzugrenzen, dass es nicht eingedeckt ist, also über keine Decks oder Aufbauten verfügt. Außerdem ist ein Boot meist kürzer als ein Schiff und wird in der Regel nicht über einen Motor, sondern durch Ruder oder Paddel angetrieben. Eine Ausnahme bilden große Schlauchboote mit optionalem Außenbordmotor und Motorboote. Der Vorteil der kleinen Boote ist, dass sie ohne Führerschein gefahren werden dürfen: Bis zu einer Länge von 15 Metern und einer Leistung von 15 PS ist in den meisten Fällen kein Sportbootführerschein notwendig. Beliebte Wasserfahrzeuge, die ohne Führerschein gefahren werden dürfen, sind:

Beliebte Wasserfahrzeuge, die ohne Führerschein gefahren werden dürfen, sind:

  • Schlauchboote
  • Kanus: Kajaks und Kanadier
  • Motorboote
  • Ruderboote
  • Kinderboote

2. Verschiedene Modelle

Je nach geplanter Bootstour und zu befahrendem Gewässer bieten sich unterschiedliche Boote an. Um herauszufinden, welches Gefährt das richtige für Ihren speziellen Einsatzzweck ist, können folgende Fragen hilfreich sein:

  • Planen Sie einen kurzen Ausflug oder eine lange Wanderfahrt?
  • Werden Sie ausschließlich ruhige Gewässer befahren?
  • Wie viele Personen sollen an Bord passen?
Beachten Sie auch die maximale Nutzlast des Bootes. Eine Überbeladung ist gefährlich und wird von der Wasserschutzpolizei angemahnt.
  • Für einen kurzen Ausflug eignen sich Schlauchboote und Kajaks besonders gut. Kanadier bieten genug Stauraum für Gepäck, um eine Wanderfahrt zu unternehmen.
  • In ruhigen Gewässern können alle Boote problemlos gefahren werden, für Wildwasserfahrten eignen sich ausschließlich Kajaks.
  • Sowohl Kanadier als auch Schlauchboote werden in Überlängen angeboten, sodass Familien und Gruppen bis zu acht Personen darin Platz finden.

2.1 Schlauchboot

Schlauchboote sind zusammenfaltbare Boote, die zum Einsatz mit Luft oder Gas aufgepumpt werden. Dabei werden voneinander abgetrennte Luftkammern befüllt, sodass das Boot nicht kentert, sollte die Kunststoffhülle an einer Stelle beschädigt werden.

Kleine Modelle werden auch Gummiboot oder Badeboot genannt. Eingesetzt als Beiboot eines größeren Schiffs heißen die Schlauchboote Tender.

Es werden verschiedene Schlauchboote angeboten, die sich in

  • Länge,
  • Ausstattung,
  • Material und
  • Beschaffenheit des Boot-Bodens

unterscheiden. Von diesen Kriterien abhängig ist der passende Einsatzzweck. Es wird differenziert zwischen Spaßbooten und große Modelle, die auch als Angelboote oder für Wandertouren geeignet sind.

Kleines Schlauchboot zum Aufpusten
Spaßboot
  • Bis zu 2 Meter lang
  • Für kurze Fahrten geeignet
  • Groß genug für 2 Personen
  • Preisgünstig
  • Meist aufblasbarer Boden
  • Meist kurze Haltbarkeit
  • Im Boot Aufstehen nicht möglich

Großes Schlauchboot mit solidem Boden und festem Schlauch. An den Seiten befinden sich eine Haftleine und Griffe, zwei Paddel sind in einer Halterung befestigt und zwei Sitzbänke sind im Inneren des Bootes zu sehen.
Großes Schlauchboot
  • In der Regel bis zu 5 Meter lang
  • Groß genug für bis zu acht Personen
  • Im Vergleich höhere Anschaffungskosten
  • Meist solider Einlegeboden
  • Besteht oft aus langlebigen Materialien wie PVC oder Neopren
  • Aufstehen und Umsetzen im Boot möglich

Materialien

Haltbarkeit und Reißfestigkeit sind bei der Auswahl des Materials besonders wichtig, da der Kunststoffschlauch die Luft im Inneren zuverlässig halten muss. Bei Fahrten in niedrigem Gewässer kann es sonst leicht zu Beschädigungen kommen, wenn das Boot ein Hindernis unter Wasser streift. Bewährt haben sich folgende Materialien:

  • PVC (Polyvinylchlorid)
  • Kombination aus Hypalon und Neopren
  • Gummierte Gewebe

Neben den vollaufblasbaren Modellen werden auch solche angeboten, die über einen festen Rumpf aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK-Rumpf) verfügen. Diese Schlauchboote sind im Vergleich allerdings schwerer.

Der Boden

Neben dem aufblasbaren Schlauch, der für den notwendigen Auftrieb sorgt, ist der zweite Bestandteil des Schlauchboots der Boden. Dieser ist entweder ebenfalls aufblasbar (überprüfen Sie den Druck mithilfe eines Manometers), oder als solide Bodenplatte gearbeitet, die nach dem Aufpusten in das Boot gelegt wird. Feste Böden sind meist aus:

Bild von einem Elektro-Außenbordmotor
Elektro-Außenbordmotor
  • Holzlatten, an die leicht beispielsweise eine Transportkiste angeschraubt werden kann
  • Aluminium, diese Böden sind leicht und besonders robust
Außenbordmotor

An den großen Schlauchbootmodellen kann oft ein Außenbordmotor angebracht werden. Das maximal zulässige Außenborder-Gewicht entscheidet dabei darüber, wie schwer und leistungsstark der angebrachte Motor sein darf. Es werden aufladbare Elektro- sowie Benzinmotoren angeboten: Je größer das Schlauchboot ist, umso schwerer und leistungsstärker kann der Motor sein.

Beachten Sie: Um einen Außenborder an Ihrem Boot zu montieren, benötigen Sie eine Außenbordmotorbefestigung.
Verstauen und Transport des Schlauchboots

Kleine Modelle können leicht zusammengepackt werden, um sie zu verstauen oder zu transportieren. Beachten Sie dabei, dass der Kunststoff vor dem Zusammenlegen vollkommen trocken ist, damit sich kein Schimmel bildet. Außerdem kann ein Boot nicht unbegrenzt oft geknickt werden, bevor es zu Materialermüdung an den Faltkanten kommt. Große Schlauchboote können Sie mit Luft gefüllt an Land lagern, Sie benötigen dann allerdings eine passende Persenning (Schutzhülle). Zum Transport werden die großen Modelle über Bootstrailer (Anhänger) von Ihrem PKW gezogen.

2.2 Kinderboote

Kinderboote sind eine Unterart der aufblasbaren Spaßboote: Sie sind besonders klein und damit speziell für Kinder geeignet. Außerdem sind sie in bunten und verspielten Designs erhältlich. Ab sechs Jahren können Kinder selbstständig damit fahren, aber um die Sicherheit der jungen Paddler zu gewährleisten, müssen einige Besonderheiten beachtet werden:

  • Das Boot benötigt für Ausfahrten ohne Aufsicht eine rundum befestigte Haftleine, an der sich das Kind im Fall eines Kenterns festhalten kann
  • Kinder sollten beim Bootfahren immer Schwimmwesten in Signalfarben tragen
  • In einem wasserdichten Beutel kann ein Handy mitgenommen werden, damit das Kind im Notfall Hilfe rufen kann
Kinderboot in der Form eines Fischs, in dessen Rückenbereich man sitzen kann. Vorn hat es hervorstehende Fischaugen und hinten einen abstehenden Schwanz. Flossen, Schuppen, Mund und Bäckchen sind aufgemalt.
Badeboot für kleine Kinder
Kleines aufblasbares Schlauchboot mit Griffen und Haftleine. Zur Verzierung sind Rennstreifen aufgemalt.
Schlauchboot für Kinder ab sechs Jahren

2.3 Kanus: Kajaks und Kanadier

Grundsätzlich werden Kanus in Kajaks und Kanadier (auch Canadier) unterschieden. Allen Kanus ist gemeinsam, dass sich der Paddler in Fahrtrichtung im Boot befindet und die Paddel nicht befestigt sind, sondern frei geführt werden. Die Vorzüge dieser speziellen Wasserfahrzeuge sind:

  • Wendigkeit
  • Hohe erreichbare Geschwindigkeit
  • Kippstabilität und somit seltenes Kentern

Sowohl Kajaks als auch Kanadier sind aufblasbar, aus Holz oder Kunststoff erhältlich.

Offenes Kajak
Kajak
  • Oft geschlossenes Boot mit Sitzluke
  • Flacher und schmaler als Kanadier
  • Paddeln im Sitzen mit Doppelpaddel
  • Einzel- oder Doppelsitzer
  • Unterschiedliche Modelle für verschiedene Gewässerarten

Kanadier mit drei Sitzbänken.
Kanadier
  • Offenes Boot
  • Größer als Kajaks
  • Paddeln meist im Knien mit Stechpaddel
  • Platz für mehrere Personen
  • Für Seen und ruhige Gewässer geeignet

Während sich der Kanadier aufgrund seiner Größe bestens für Bootswanderungen eignet, da er sowohl Gepäck als auch mehrere Personen transportieren kann, ist das Kajak optimal zum Wassersport geeignet. Es werden unterschiedliche Modelle für verschiedene Sport- und Gewässerarten angeboten, sodass es als „Allround-Boot“ bezeichnet wird:

  • Wildwasserkajak
  • Seekajak
  • Wanderkajak oder Tourenkajak
  • Faltkajak

3. Bootszubehör

Um Ihr Boot optimal nutzen zu können, werden unterschiedliche Ergänzungen angeboten.

Zubehör für Kanus und Schlauchboote

Drei rote Wimpel an dünnen Stangen in einer kleinen Halterung.
Flaggensockel mit Flagge

Um das Boot im Wasser besonders sichtbar zu machen


Halterung aus Plastik mit runder Klammerung.
Halterung für Paddel

Um die Paddel während der Fahrt ablegen zu können


Trailer mit langer Stange, daran Auflageflächen für ein Boot. Hinten befinden sich zwei Gummireifen.
Bootstrailer oder Anhänger

Um Boote mit einem PKW zu transportieren


Ein Boot steht auf einem Trailer und ist mit einer Abdeckung aus grauer Plastikfolie abgedeckt.
Persenning oder Abdeckung

Um Boote abzudecken, wenn sie nicht gebraucht werden

Spezielles Zubehör für Schlauchboote

Zwei Ventile aus Plastik
Ersatzventil

Um verlorene oder kaputte Ventile zu ersetzen


Gelbes, rechteckiges Patch aus Plastik
Reparaturset und Reparaturpatch

Um Lecks schnell zu schließen


Fußpumpe mit Luftschlauch und Ersatzventilen
Pumpe

Um das Gummiboot aufzupumpen

Zubehör für den Bootsausflug

Tonnenförmiger Sack aus Plastik mit Gurten zum Tragen
Packsack

Um Gepäck wasserdicht zu verstauen


Gummischuhe mit geriffelter Sohle und Oberseite aus Neopren
Wasserschuhe

Um auch in niedrigem Wasser komfortabel gehen zu können

FAQ

  • Welche Boote eignen sich für Anfänger?

    Am besten geeignet für einen Einstieg in den Wassersport ist ein kleines Schlauchboot, da es günstig in der Anschaffung und leicht zu handhaben ist. Sobald Sie sich sicher im Umgang mit dem Boot fühlen, können Sie in ein größeres Modell und auch einen Außenbordmotor investieren. Um in den Kanusport einzusteigen sind Vereine und Gruppen anderer Kanuten zu empfehlen, in denen Sie den Sport zusammen mit erfahrenen Paddlern lernen können.

  • Was ist der Unterschied zwischen einem Kajak und einem Kanadier?

    Beide Bootstypen sind Kanus, die sich hauptsächlich hinsichtlich ihrer Größe unterscheiden. Ein Kajak ist schmaler und kürzer als ein Kanadier. Dadurch ist es wendiger und tendenziell schneller. Ein Kanadier bietet dafür bessere Möglichkeiten, Gepäck und mehrere Personen zu transportieren. Zudem werden Kajaks im Sitzen mit Paddeln und Kanadier im Knien mit Stechpaddeln fortbewegt. Kajaks eigenen sich für viele Wassersportarten und unterschiedliche Gewässer, während Kanadier für Ausflüge in ruhige Gewässer bevorzugt werden. Erfahren Sie in diesem Kapitel weitere Details zu Kanus.

  • Wann benötige ich einen Bootsführerschein?

    In Deutschland benötigen Sie für die meisten Gewässer erst dann einen Sportbootführerschein, wenn die Länge Ihres Bootes 15 Meter überschreitet oder der Außenbordmotor über eine höhere Leistung als 15 PS verfügt. Deshalb benötigen Sie für Schlauchboote und Kanus in der Regel keinen Bootsführerschein. Beachten Sie aber, dass für manche Flüsse und Seen gesonderte Richtlinien gelten. Lesen Sie in diesem Kapitel Wissenswertes über zulässige Außenbord-Motoren.

Redakteur Amelie Vogel
Redaktionshinweise
Redaktion: Amelie Vogel

Amelie Vogel hat Kunstgeschichte und Germanistik in Köln studiert. Nachdem sie eine Weile als selbstständige Texterin und Konzeptionerin im Marketing gearbeitet hat, unterstützt sie seit 2020 das Team der Online-Redaktion.

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