Versteckter Alkohol in Lebensmitteln

Bei Rumkugeln oder Weinschaumcreme lässt schon die Produktbezeichnung erahnen, dass Alkohol darin steckt. Doch wer kommt auf die Idee, dass z. B. Torten, Suppen, Apfelsaft oder Brot Alkohol enthalten können? Wie gelangt er dort hinein? Alkohol kann entweder natürlicherweise in Lebensmitteln entstehen oder bei der  Herstellung zugesetzt werden. Doch wie erkennt man, wo Alkohol drin ist? Warum wird überhaupt Alkohol zugesetzt? Und sind die meist geringen Mengen gesundheitsschädlich? Hier finden Sie Antworten auf diese Fragen und erhalten Tipps, wie Sie Alkohol in Lebensmitteln vermeiden können.

Lebensmittel mit natürlichem Alkoholgehalt

Einige Lebensmittel enthalten von Natur aus Alkohol. Hierzu zählen z.B. Kefir und naturtrübe Fruchtsäfte wie auch Obst und Brot. Meistens erzeugen natürliche Bakterien, Pilze und Hefen den Alkohol. Beim Kefir wandelt der Kefirpilz Milchzucker in Alkohol um. In Fruchtsäften und Obst entsteht Alkohol durch den natürlichen Gärungsprozess. Bei der Brotherstellung produzieren die Hefen, die den Teig lockern auch etwas Alkohol. In Lebensmitteln mit natürlichem Alkoholgehalt liegt dieser meistens unter 0,3 Volumenprozent Alkohol.

Alkohol in verarbeiteten Lebensmitteln

Manchen Lebensmitteln wird während der Produktion Alkohol hinzugefügt. Dabei fungiert Alkohol als Konservierungsmittel oder als Geschmacksgeber. Da Alkohol desinfizierend wirkt, hilft er  Lebensmittel zu konservieren. Dies macht man sich beispielsweise im traditionellen Rumtopf zunutze, bei dem Früchte zum Haltbarmachen in Rum eingelegt werden. Darüber hinaus verleiht Alkohol einigen Lebensmitteln ihr spezielles, charakteristisches Aroma. Eine Liste von Lebensmitteln, die häufig Alkohol enthalten, finden Sie im Infokasten.

Alkohol in Lebensmitteln – meist kennzeichnungspflichtig

Wenn Alkohol als Zutat in Lebensmitteln eingesetzt wird, muss dies in der Zutatenliste des Produktes gekennzeichnet werden. Dort steht entweder Alkohol, Ethanol bzw. Ethylalkohol oder der Name des verwendeten alkoholischen Getränks, wie z.B. Weinbrand, Calvados oder Amaretto. Geringe Mengen Alkohol, die zum Lösen und Konservieren von Aromen genutzt werden, müssen nicht gekennzeichnet werden. Gleiches gilt für Alkohol, der natürlicherweise in Lebensmitteln entsteht. Dies betrifft vor allem Fruchtsäfte, Brot und Bananen. Auch lose Ware, die in Bäckereien, Restaurants oder Kantinen verkauft wird, enthält keinen Hinweis, ob Alkohol enthalten ist.

Tipp: Im Besser-Leben-Portal haben wir für unsere Kunden Listen mit den Inhaltsstoffen unserer real Marken zusammengestellt. Hier finden Sie unter anderem Informationen darüber, in welchen Lebensmitteln Alkohol als Trägerstoff von Aromen eingesetzt wird.

So vermeiden Sie Alkohol in Lebensmitteln

Wer auf Alkohol in Lebensmitteln verzichten möchte, sollte bei abgepackten Lebensmitteln das Zutatenverzeichnis genau anschauen, ob dort Alkohol oder alkoholhaltige Zutaten aufgeführt sind. In Bäckereien, Cafés, Kantinen und Restaurants kann man nachfragen, ob die Speisen mit Alkohol hergestellt wurden. Auch durch Riechen an den Lebensmitteln erhält man einen ersten Hinweis darauf, ob Alkohol im Produkt sein könnte.

Ist Alkohol in Lebensmitteln gesundheitsschädlich?

Die Menge an Alkohol, die über Lebensmittel aufgenommen wird – ob natürlicherweise vorhanden oder während der Herstellung zugefügt – ist normalerweise sehr gering. Diese geringen Mengen erzeugen keine berauschende Wirkung und werden von Experten als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Dies gilt auch für Kinder und Schwangere. Trockenen Alkoholikern wird jedoch empfohlen, keine Lebensmittel zu sich zu nehmen, die nach Alkohol schmecken oder riechen. Hierzu zählt auch alkoholfreies Bier und Malzbier. Schon geringe Mengen können bei diesen Personen möglicherweise zu einem Rückfall führen.

Übrigens: Auch der menschliche Körper produziert im Stoffwechsel geringe Mengen an Alkohol. Der normale Alkoholgehalt im Blut liegt bei 0,03 Promille.

Lebensmittel, die Alkohol enthalten können:

Süßwaren

LebensmittelBeispieleMöglicher Alkoholzusatz
SpeiseeisSchololaden- und LiköreisLikör (z.B. Amaretto), Branntwein (z.B. Calvados, Cognac, Rum), Weißwein
SüßigkeitenCremeschnitten, Schokoriegel, Rum-Trauben-Schokolade, Pralinen, Ostereier, WeingummiLikör, Branntwein, Obstbrand (z.B. Kirschwasser)
Konfitüren, KompottZwetschgen-, Sauerkirsch- und MarillenkonfitüreBranntwein (z.B. Whisky, Rum), Obstbrand (z.B. Kirschwasser)
SüßspeisenRote Grütze, ApfelkompottRotwein, Weißwein, Branntwein (z.B. Rum), Likör (z.B. Amaretto, Eierlikör)

Fertigprodukte

LebensmittelBeispieleMöglicher Alkoholzusatz
Suppen und SoßenOchsenschwanz-, Zwiebel- und Fischsuppe, BratensoßeRotwein, Weißwein, Branntwein
(z.B. Cognac), Likörwein (z.B. Sherry), Madeira
FleischgerichteHühnerfrikassee, Wildgerichte, Königsberger KlopseBranntweinessig, Weinessig, Weißwein, Rotwein
FischgerichteFischragout, Muscheln, Fischfilet, Forelle blauBranntweinessig, Weißwein
GemüseWeinsauerkraut, RotkohlBranntweinessig, Weinessig, Rotwein
KäsegerichteKäsefondueWeißwein, Obstbrand (z.B. Kirschwasser)

Backwaren

LebensmittelBeispieleMöglicher Alkoholzusatz
Kuchen und KleingebäckSchwarzwälder Kirschtorte, Herrentorte, Eierlikörkuchen, Rotweinkuchen, KrapfenBranntwein (z.B. Rum),
Obstbrand (z.B. Kirschwasser), Liköre aller Art, Rotwein, Weißwein

Quelle: Kamensky, J., 13.12.2013 „Versteckter Alkohol in Lebensmitteln“ auf der Homepage: Verbraucher Service Bayern