Wie Sie die Mikrowelle optimal nutzen

Die Mikrowelle optimal nutzen

Mikrowellengeräte gehören in vielen Haushalten längst zum Alltag. Die meisten nutzen sie überwiegend zum Auftauen und Aufwärmen. Aber schon dabei tauchen viele Unsicherheiten auf: Was wird auf welcher Leistungsstufe erhitzt? Welche Zeiteinstellung ist richtig? Was darf in die Mikrowelle und was nicht? An das Kochen mit der Mikrowelle trauen sich die meisten gar nicht heran. Viele Verbraucher fragen sich zudem, ob die Strahlung schädlich ist. Lesen Sie hier, wie Sie die Mikrowelle am besten nutzen, wie die schnellen Wellen funktionieren und ob sie Schaden anrichten können.

Mikrowellen bringen Wasser in Wallung

Herzstück einer jeden Mikrowelle ist das sogenannte Magnetron, ein Sender, der elektromagnetische Wellen erzeugt. Diese dringen in das Lebensmittel ein. Aufgrund ihrer Wellenlänge regen sie dort vor allem Moleküle mit sogenanntem Dipolmoment zum Schwingen an. Wasser ist so ein typisches Molekül. Aber auch Salze und Fette schwingen mit. Diese Schwingungen erzeugen Wärme direkt im Lebensmittel. Die Wärme wirkt also nicht wie im Backofen oder auf der Herdplatte von außen ein.

Energie und Zeit sparen bei kleinen Mengen

Mikrowellen sparen Energie und Zeit. Das gilt allerdings nur für kleine Mengen bis zu 500 g; denn bei der Mikrowelle gilt: doppelte Menge = doppelte Zeit! Während Sie im Ofen für zwei Kuchen etwa die gleiche Zeit benötigen wie für einen, erhöht sich die Garzeit in der Mikrowelle immer proportional zur Menge.

Ein weiterer Vorteil der Mikrowelle ist die Möglichkeit, fettarm und schonend zu garen. Vitamine bleiben allerdings nicht grundsätzlich besser erhalten. Wie beim Kochen auf dem Herd ist es entscheidend, die Garzeiten so kurz wie möglich zu halten und mit wenig Wasser zu garen, damit keine Nährstoffe in das Kochwasser ausgelaugt werden.

Grenzen der Mikrowelle

Da Mikrowellen das Wasser im Lebensmittel nur bis zum Siedepunkt erhitzen, sind Temperaturen über 100 °C nicht möglich. Deshalb können reine Mikrowellen nicht rösten und keine knusprige Kruste erzeugen. Dies funktioniert nur mit Kombigeräten, die gleichzeitig eine Hitzequelle wie z. B. einen Grill zuschalten können.

Trockene Lebensmittel kann man in der Mikrowelle nicht erwärmen. Wer etwa versucht, Brötchen darin aufzuwärmen, findet diese staubtrocken und steinhart vor. Ganze Eier, Schokoküsse oder Würstchen platzen in der Mikrowelle. Sie müssen vor dem Garen aufgeschlagen oder angeschnitten werden.

Geeignetes Geschirr

Nicht jedes Geschirr ist für die Mikrowelle geeignet. Metall darf auf keinen Fall hinein, da es Funken schlägt. Dies gilt auch für Geschirr mit Goldrand. Ideal sind Glas, Porzellan und hitzebeständige Kunststoffe. Achten Sie bei Kunststoffen auf die Bezeichnung „mikrowellengeeignet“.

Älteres Porzellan oder Steingut kann in der Mikrowelle Probleme bereiten. Ob es geeignet ist, können Sie testen, indem Sie das Geschirrstück leer ein bis zwei Minuten in die Mikrowelle stellen. Wird es heiß, eignet es sich nicht. Bitte stellen Sie bei dem Test eine Tasse Wasser mit in das Gerät, da Leerlauf der Mikrowelle schaden kann.

Auftauen mit der Mikrowelle

Tiefgefrorenes lässt sich in der Mikrowelle relativ schnell auftauen. Zu eilig sollte man es allerdings nicht haben. Das Auftauen gelingt am besten bei einer geringen Leistung von 100-250 Watt. Die meisten Geräte besitzen extra eine Auftaustufe mit geringer Leistung.

Insbesondere beim Auftauen können sich ausgeprägte hot spots und cold spots bilden, also verschiedene Bereiche mit extrem unterschiedlichen Temperaturen. Wo ein gefrorenes Lebensmittel zuerst schmilzt, bildet sich Wasser, das besonders viel Energie aufnimmt und sehr heiß wird. So kann es passieren, dass manche Teile des Lebensmittels noch gefroren sind, während andere Stellen bereits garen.

Hier hilft nur langsames Auftauen bei geringer Leistung und eine Ruhezeit, in der sich Temperaturunterschiede ausgleichen können. Bei Flüssigkeiten oder Suppen empfiehlt es sich, zwischendurch umzurühren. Aber Vorsicht vor Siedeverzug! Beim Umrühren kann es aus heißen Stellen spritzen. Das kann man verhindern, indem man in der Mikrowelle einen Plastiklöffel oder einen Glasstab in die Flüssigkeit stellt.

Speisen schnell aufwärmen

Bereits gekochte Speisen lassen sich prima in der Mikrowelle aufwärmen. Dies kann bei voller Leistung erfolgen. Oft ist jedoch eine etwas längere Zeit bei 400-500 Watt besser geeignet, um Speisen gleichmäßig zu erwärmen. Denn um Keime zu reduzieren, müssen die Speisen gleichmäßig auf mindestens 75 °C erhitzt werden. Auch beim Aufwärmen sollte man durch ein paar Minuten Ruhezeit einen Temperaturausgleich ermöglichen.

Gewusst wie: Kochen in der Mikrowelle

Vor allem wasserreiche Lebensmittel können ganz einfach in der Mikrowelle gegart werden. Eine Abdeckhaube verhindert das Austrocknen, kann Speisen allerdings auch matschig werden lassen. Grundsätzlich sollten die Lebensmittel erst nach dem Garen gesalzen werden.

Gemüse wird geputzt und zerkleinert auf einen Teller gegeben und mit einer Abdeckhaube bedeckt. Eventuell noch etwas Wasser oder Sahne zugeben. Je nach Menge, Ausgangstemperatur und Konsistenz etwa 2-6 Minuten bei 600 Watt garen.

Fleisch kann bei 500-750 Watt in etwa 3-5 Minuten ohne Wasser- und Fettzugabe gekocht werden. Braten mit knuspriger Kruste ist allerdings nur im Kombigerät mit Grill möglich. Wichtig ist, dass die Fleischstücke möglichst gleich dick sind, am besten maximal 2,5 cm. Gut geeignet sind Schweinefleisch und Geflügel, während Rind und Wild leicht zäh werden.

Kartoffeln, Reis und Nudeln lassen sich zwar mit viel Wasser auch in der Mikrowelle kochen, das lohnt sich jedoch nur für sehr kleine Mengen. Ansonsten lassen sich Lebensmittel, die quellen müssen besser im Topf auf dem Herd garen.

Wie sicher sind Mikrowellen?

Seit über 30 Jahren werden Mikrowellengeräte im Haushalt eingesetzt. Bisher sind keine negativen Auswirkungen auf Lebensmittel oder auf die menschliche Gesundheit bekannt. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung hält Mikrowellengeräte für sicher.

Mikrowellen verändern die Lebensmittel nicht, dazu reicht ihre Energie nicht aus. Aufgrund ihrer Wellenlänge können sie keine Strahlenschäden hervorrufen oder eine Strahlung (Ionisierung) im Lebensmittel erzeugen. Die Wirkung der Mikrowellen besteht allein in der Erzeugung von Wärme. Das Ergebnis im Lebensmittel ist letztlich das Gleiche wie bei einer herkömmlichen Erhitzung.

Im menschlichen Körper bewirken Mikrowellen ebenso wie im Lebensmittel eine lokale Erwärmung. Das macht man sich z. B. bei der Mikrowellentherapie von Sportverletzungen zunutze. Mikrowellengeräte im Haushalt sind komplett abgeschirmt, damit keine Strahlung nach außen dringt. Eine ganz geringe „Leckstrahlung“ ist nicht immer auszuschließen. Diese darf jedoch am Gerät nur minimal sein und nimmt bei weiterer Entfernung ohnehin rapide ab. Wer ein Gerät mit VDE- oder GS-Prüfsiegel kauft, kann sicher sein, keiner schädlichen Strahlung ausgesetzt zu werden.