Osterbräuche: So feiert man von Irland bis Russland

Ostern, Tradition, feiern, Eier, Hase, Brauch, Bräuche, Länder, Sitten, Europa, Lamm

Bei uns gehören der Osterhase, gefärbte Eier und das Eiersuchen traditionell zum Osterfest. Doch das ist keineswegs überall so. Die Osterbräuche in Europa sind erstaunlich unterschiedlich ‒ sowohl die Rituale, als auch das, was zu Ostern gegessen wird. Während in Deutschland traditionell das Osterlamm zum Ostermenü gehört, als Braten oder im übertragenen Sinn als Kuchen, gibt es anderswo speziellen Osterpudding oder duftende Osterbrötchen. Wie unterschiedlich die Europäer Ostern feiern und welche Spezialitäten auf dem Ostertisch keineswegs fehlen dürfen, lesen Sie hier.

So wird Ostern in Skandinavien gefeiert

Im hohen Norden schlagen sich die Finnen zu Ostern freundschaftlich mit Birkenruten – das soll Glück bringen und die Zweige sollen die Palmwedel symbolisieren, mit denen Jesus in Jerusalem empfangen wurde. Am Sonntag vor Ostern sieht man zudem junge Mädchen mit von Ruß geschwärzten Gesichtern, Kopftüchern und geschmückten Weidenkätzchen von Tür zu Tür gehen und Süßigkeiten sammeln. Die finnischen Kinder machen am Ostersonntag Krach mit allem, was sie zur Hand haben. Damit wollen sie die stille Zeit zwischen Karfreitag und Ostersonntag beenden und den Winter vertreiben. Verspeist wird in Finnland zu Ostern Hammelfleisch und der „Mämmi", ein gebackener Malzpudding.

In Norwegen ist es Brauch, sich an Ostern in eine Hütte in den noch schneebedeckten Bergen zurückzuziehen. Das Ritual geht auf eine alte Volkssage zurück: Gegen Ende der letzten Eiszeit, als sich Eis und Gletscher langsam nach Norden zurückzogen, soll der Stammestrottel eines Volkes den Gletschern nachgelaufen sein und so Norwegen entdeckt haben. Die Norweger, die sich mit Humor als Nachfahren dieses Mannes ansehen, machen es ihm nach und suchen Ostern eisige Gebiete auf, anstatt sich zu freuen, dass der lange, eisige nordische Winter vorüber ist. Manch einer freut sich auch auf sein erstes Osterbier unter freiem Himmel, bei frischen 10 °C. Ansonsten gehören traditionell Ostereier und das Osterlamm zum norwegischen Menü.

Zu Ostern trinken Schweden gerne Påskmust (Påsk = Ostern), ein Limonadengetränk, das es nur zu Ostern gibt. Kinder verkleiden sich als „Osterhexen" und ziehen mit einem Besen und einem Kessel oder Topf von Haus zu Haus, um Süßigkeiten zu sammeln. Von den Eltern bekommen sie ein großes, mit Süßigkeiten gefülltes Papposterei geschenkt.

Die Osterbräuche in Zentral- und Westeuropa

Am Karfreitag isst man in Großbritannien traditionell „cross buns", Rosinenbrötchen mit einem eingeritzten Kreuz. In manchen Gegenden werden zudem bunte Eier an abschüssigen Straßen um die Wette hinuntergerollt bis die Schale kaputt ist.

In Irland geht es Ostern eher ruhig zu. Ostersonntag wird Lauchsuppe und Lamm gegessen. Zudem finden symbolische Heringsbegräbnisse statt: Die Heringe werden zu Grabe getragen, um zu symbolisieren, dass die strenge Fastenzeit, in der Heringe Hauptmahlzeit waren, nun zu Ende ist. Nicht selten werden diese Heringsbegräbnisse von den örtlichen Metzgern initiiert, die wahrscheinlich froh sind, wieder Fleisch und Wurst verkaufen zu können.

In Österreich glaubt man, dass ein am Gründonnerstag gelegtes Ei Glück bringt. Deshalb wird in manchen Gegenden eines dieser Eier auf dem Dachboden versteckt als Schutz vor Feuer. Zudem isst man am Gründonnerstag vorwiegend Grünes wie Spinat oder Kräutersuppe.

In der Schweiz wechseln die Osterbräuche von Kanton zu Kanton. Aber auch hier gibt es eine Reihe kurioser Traditionen: Im Schweizer Kanton Wallis ziehen Ostersonntag kurz vor Sonnenaufgang Prozessionen auf einen Hügel, um das Sonnenlicht zu begrüßen. Vor Freude werden oben drei Purzelbäume geschlagen. Und um die Erde nicht zu stören, lief man früher an Karfreitag nur barfuß durch die Straßen.

Ostern in südeuropäischen Ländern

In Frankreich wird an Ostern typischerweise Lamm gegessen. Chocolatiers fertigen vielerorts von Hand Schokoladenfiguren und Osterglocken an. Die Glocken sind ein wichtiges Symbol, da von Gründonnerstag bis Ostersonntag keine einzige Kirchenglocke läutet. Den Kindern wird erzählt, dass die Kirchenglocken nach Rom fliegen, um vom Papst gesegnet zu werden. Auf dem Rückweg sind die Glocken mit Süßigkeiten gefüllt, die sie unterwegs verlieren – so können die Kinder überall Süßigkeiten finden, auch an den unmöglichsten Orten. Wenn am Ostersonntag die Glocken wieder läuten, umarmen und küssen sich Bekannte und Verwandte, um so ihre Freude auszudrücken.

In Spanien gibt es die „Mona de pasqua“, die Osterkringel. Die süßen Hefekränze werden mit hart gekochten Ostereiern geschmückt. Traditionell schenkt der Pate seinem Patenkind bis zur Kommunion je einen Kringel, wobei jedes Jahr ein Ei mehr hinzukommt. In vielen Gegenden finden Prozessionen verschiedener Bruderschaften statt, bei denen Jesus- und Heiligenfiguren durch die Straßen getragen werden. Einige Bruderschaften laufen auch mit spitzen Kapuzen vermummt durch die Straßen oder tragen als „Büßer" eiserne Ketten.

Lamm gehört auch in Griechenland zum traditionellen Osteressen. Sonntags wird die Majiritsa, eine Suppe aus den Innereien des Lamms gegessen. Das Lamm selbst wird dann im Laufe des Tages am Spieß gegrillt. Höhepunkt des Osterfestes ist die Messe in der Nacht zum Sonntag, zu der die Gemeinde weiße Kerzen anzündet. Um Mitternacht werden alle Kerzen gelöscht – bis auf eine. An dieser einen Flamme werden alle Kerzen wieder entzündet, als Symbol für das auferstandene Leben.

In Italien gibt es am Ostermontag zum Frühstück traditionell die mit Gemüse und Ei gefüllte „Torta Rustica“. Eine weitere österliche Backspezialität ist die „Colomba Pasquale“ (Ostertaube). Der taubenförmige Topfkuchen aus Hefeteig enthält kandierte Früchte, Mandeln und Rosinen. Karfreitag finden traditionell Schweigemärsche statt, zu denen die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet wird, dafür werden Kerzen in die Fenster gestellt.

Osteuropa

In Bulgarien wird zu Ostern das süße Osterbrot gebacken ‒ allerdings nur von unverheirateten Mädchen, so will es der Brauch. Am Lazarustag schmücken sich unverheiratete Mädchen mit Kränzen aus Weidenzweigen, die am Palmsonntag in einen Fluss geworfen werden. Der Legende nach heiratet das Mädchen, dessen Kranz am schnellsten schwimmt, noch im gleichen Jahr. Am Ostersonntag werden zudem gefärbte Eier gegeneinander gestoßen. Demjenigen, dessen Ei dabei nicht beschädigt wird, ist für das ganze Jahr Gesundheit beschert.

Auf der polnischen Ostertafel finden sich eine Reihe traditioneller Speisen, wie das Osterbrot mit Kreuz oder das aus Zucker gefertigte Lamm. Eine polnische Besonderheit: Ostern wird hier feucht-fröhlich gefeiert. Und der als „Tag des Wassergießens" bekannte Ostermontag heißt nicht umsonst so: Spaziergänger werden mit Wasserpistolen oder Wasserbomben bespritzt. Warum? 966 wurde der damalige polnische Herrscher getauft und damit stellvertretend für das polnische Volk zum katholischen Christentum bekehrt. Und das wird noch heute gefeiert.

In Russland feiert man das Ende der Fastenzeit mit einem gehaltvollen Nachtisch, dem „Pascha", einem Osterquark in Pyramidenform. Zudem gibt es den Osterkuchen „Kulitsch". Die bis Samstagabend andauernde Fastenzeit endet erst mit der Ostermesse, die von Einbruch der Dunkelheit bis tief in die Nacht stattfindet. Gefärbte Eier und der Osterkuchen werden mit in die Kirche genommen, um sie vor dem Verzehr weihen zu lassen. Nach Ende der Messe stoßen die Russen mit mitgebrachten roten Eiern an, die Glück bringen sollen. Gemeinsam mit dem Kuchen und dem Nachtisch werden sie noch in der Kirche gegessen.

In Tschechien „schlagen" männliche Jugendliche am Ostermontag Mädchen mit einer geflochtenen Osterrute, damit sie das ganze Jahr über gesund und fröhlich bleiben. Der Sage nach soll durch den Rutenschlag die Wachstumskraft des Baumes auf die Mädchen übergehen. Die Osterruten werden aus jungen Weidenzweigen geflochten und mit bunten Bändern verziert. Als Dank bekommen die Jungen von den Mädchen bemalte Eier, sogenannte „kraslice". Gegessen wird häufig Lammfleisch.

In Ungarn werden Frauen und Mädchen am Ostermontag von verwandten oder befreundeten Männern mit Parfüm besprengt. Als Gegenleistung bewirten sie die Männer mit Ostereiern und anderen Köstlichkeiten. Noch vor 50 Jahren verwendete man statt Parfüm kaltes Wasser, das aus einem Eimer gegossen wurde. Die traditionell gekleideten Frauen wurden begossen, damit sie „schön blühen" und nicht „verwelken".

Tipp: Sind Sie noch auf der Suche nach passenden Ostergeschenken oder den Zutaten für Ihr Ostermenü? Dann schauen Sie doch mal in Ihrem real Markt vorbei. Von Osterkörbchen und Eier-Malfarben über Schokoladeneier und Osterhasen bis zu gutem Lammbraten ‒ bei uns werden Sie sicher fündig.

Osterkranz

Rezepte: Osterkranz

(ergibt ca. 16 Stück)

  • 500 g Weizenmehl
  • 40 g Hefe
  • 250 ml Milch
  • 1 EL Birnen-Dicksaft
  • 1 Ei
  • 50 ml Raps-Kernöl
  • 75 g Honig 
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1/2 TL Meersalz
  • 1 Msp. Piment
  • 100 g gemahlene Haselnüsse
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 Eigelb (zum Bestreichen)

Mehl in eine Rührschüssel sieben, Hefe darüber bröckeln, lauwarme Milch, Birnen-Dicksaft und Raps-Kernöl zugeben. Alles miteinander verrühren. Anschließend Honig und die restlichen Zutaten bis auf das Eigelb zugeben. Alles gut verkneten und mindestens 30 Minuten gehen lassen. Den Teig nochmals gut durchkneten und in drei gleichgroße Stücke teilen. Diese rund kneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche in gleichlange, etwa 90 cm lange Rollen formen. Die drei Rollen nebeneinanderlegen und daraus einen Zopf flechten. Den Zopf ringförmig auf ein Backblech setzen und die Enden zusammendrücken. Mit dem verquirlten Eigelb bestreichen und nochmals 30 Minuten gehen lassen. Anschließend im vorgeheizten Backofen bei 200 °C ca. 35 - 40 Minuten backen.