Vorratsschädlinge: Wie Sie Motten und Maden vermeiden!

Was ist das für ein klumpiges Gespinst im Müsli? Und woher kommen die kleinen Löcher in den Haselnüssen? Fraßschäden und Spinnfäden sind typische Anzeichen für einen Schädlingsbefall. Nun gilt es, entschlossen zu handeln, um die Plagegeister loszuwerden. Denn Schädlinge in Lebensmitteln sind nicht nur unappetitlich, sondern können auch Allergien und Erkrankungen auslösen. Welche Schädlinge es gibt, wie man sich vor ihnen schützt und was bei einem Befall zu tun ist, erfahren Sie hier.

Vorratsschädlinge: Insekten, Mäuse & Co.

Was wir gerne essen, lockt leider auch verschiedene Tiere an. Da wir heute vor größeren Tieren meist gut geschützt sind, sind es vor allem kleinere, die unbemerkt in unsere Lebensmittel vordringen. Zu den Vorratsschädlingen zählen vor allem Insekten wie Fliegen, Motten, Milben, Ameisen, Käfer und Schaben.

Zu erkennen an Fraßspuren, Spinnfäden und Kot

Nicht immer sind die Tiere selbst oder ihre Larven im Lebensmittel zu erkennen. Meistens fällt ihre Anwesenheit durch Fraßspuren und Löcher auf. Manche Schädlinge hinterlassen auch Spinnfäden bzw. dichte Gespinste oder Kokons, aus denen die Nachkommen geschlüpft sind. Zudem können Reste von Häutungen, Haare oder Kot die Lebensmittel verunreinigen.

Schäden an Lebensmitteln, Möbeln und Gesundheit

Die Aktivitäten der Schädlinge sind nicht nur unappetitlich, sondern können Lebensmitteln und Menschen in vielfältiger Hinsicht schaden. Beispielsweise verändert sich die Struktur der Lebensmittel, so dass diese ihre wertvollen Inhaltsstoffe verlieren oder Back- und Keimfähigkeit einbüßen können. Die Lebensmittel können zudem einen unangenehmen Geschmack und Geruch entwickeln. Bei Menschen können die Hinterlassenschaften der Tiere die Haut reizen, Allergien, Entzündungen oder Magen-Darmprobleme verursachen. Manche Schädlinge übertragen auch Krankheitserreger oder Parasiten. Nicht zuletzt ist es ärgerlich, wenn die kleinen Plagegeister Löcher in die Küchenmöbel bohren, um ihre Brut dort abzulegen oder um sich zu verpuppen.

Welche Schädlinge gibt es?

Damit Sie mögliche Schädlinge erkennen können, führen wir einige besonders häufig vorkommende Arten auf.

  • Mehlmotten

    finden sich vor allem in Mehl, Getreidekörnern und -flocken, im Müsli, aber auch an Nüssen und Samen, Hülsenfrüchte, Schokolade, Trockenfrüchte oder Kräutertees. Die gelblich-weißen, teils grünlichen oder rötlichen Raupen sind einen bis 20 Millimeter lang und schlüpfen aus ovalen weißen Eiern. Beim Fressen spinnen sie einen klebrigen Seidenfaden, der die Lebensmittel verklumpt. Sie sitzen häufig in Gespinströhren und verpuppen sich außerhalb der Lebensmittel. Aus ihnen entsteht die silbrig-graue Motte, die etwa zwei Wochen lebt.

  • Dörrobstmotten

    lieben getrocknetes Obst, sind aber auch auf Schokolade und Nüssen zu finden. Sie verhalten sich ähnlich wie Mehlmotten. Die Raupen, die optisch denen der Mehlmotten ähneln, kriechen auf der Suche nach Verpuppungsplätzen über Wände und Decken. Die aus den Raupen entstehenden Motten unterscheiden sich jedoch durch bräunlich-rote Flügelenden von den Mehlmotten.

  • Milben

    können Getreideprodukte (Mehlmilben) und zuckerreiche Lebensmittel wie Trockenobst, Marmelade oder Fruchtsäfte (Backobstmilbe) befallen. Sie gedeihen am besten in feuchter Wärme. Ein Milbenbefall ist zu erkennen am unangenehmen Geruch und Geschmack von Getreide bzw. an Häutungsresten, Kot oder Fäulnis in Trockenobst. Milben können Hautreizungen, Allergien und andere Erkrankungen auslösen.

  • Speckkäfer

    sind unter den Käfern, die Lebensmittel befallen, besonders gefürchtet. Der etwa 10 Millimeter große schwarze Käfer mit brauner Binde bevorzugt tierische Lebensmittel wie Speck, Fleisch und Wurst. Er frisst aber auch gerne Löcher in Leder oder Textilien. Die Larven bohren sich zur Verpuppung selbst durch härtere Materialien. Da Speckkäfer besonders schwer zu bekämpfen sind, ist oft die Hilfe von Fachleuten erforderlich.

  • Fruchtfliegen

    (Essig- oder Taufliegen) werden von sauren und gärenden Gerüchen angelockt. Sie mögen insbesondere reifes bzw. faulendes Obst und Gemüse, aber auch Essig, Wein oder Bier. In diesen Lebensmitteln legen die kleinen bräunlich-roten Fliegen ihre Eier ab. Schon nach einem Tag schlüpfen die Larven, die sich wiederum nach wenigen Tagen verpuppen und neue Fliegen bilden.

  • Stuben- bzw. Schmeißfliegen

    „fliegen“ vor allem auf tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Käse. Sie sind aber auch an faulenden Lebensmitteln sowie an Exkrementen zu finden. Hier legen sie gerne ihre Eier ab, aus denen bereits nach kurzer Zeit weißliche, etwa 10 Millimeter lange Maden schlüpfen. Da Fliegen sich bevorzugt an „unsauberen“ Orten aufhalten, übertragen sie häufig Krankheitserreger.

  • Ameisen

    haben es insbesondere auf zuckerreiche Nahrungsmittel abgesehen. Sie bilden Straßen quer durch die Wohnung und verursachen Fraßschäden an Lebensmitteln.

  • Schaben (Kakerlaken)

    sind bei Dunkelheit aktiv und verschwinden blitzschnell, wenn man das Licht anmacht. Die flachen schwarzen, gelblich-bräunlichen oder rötlichen Tiere bevorzugen weiche, saftige Lebensmitteln wie Gemüse, Fleisch, Essensreste oder Fauliges. Neben Schäden durch Fraß und Verunreinigungen übertragen sie auch Krankheitserreger und können Allergien auslösen. Um Schaben dauerhaft loszuwerden, ist meist die Hilfe von Fachleuten erforderlich.


Was tun bei Schädlingsbefall?

Befallene Lebensmittel müssen sofort entfernt werden. Durchsuchen Sie alle Vorräte und werfen lieber zu viel als zu wenig weg, um einen erneuten Befall zu vermeiden. Die Lebensmittel am besten in einem fest verschlossenen Beutel oder Gefäß im Müll außerhalb des Hauses entsorgen. Wenn nötig, können die Schädlinge abgetötet werden, indem man sie einfriert, mit kochendem Wasser übergießt oder im Backofen auf über 80 °C erhitzt. Alle Schränke komplett ausräumen und gründlich reinigen. Dabei auch Ritzen und sonstige Ecken kontrollieren. Saugen Sie möglichst mit der Fugendüse des Staubsaugers. Wischen Sie die Schränke feucht aus und trocknen Sie diese vor dem Einräumen wieder.

Schädlingsbekämpfung mit chemischen Mitteln?

Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel sollten nicht unbedingt auf eigene Faust angewendet werden. Insbesondere Sprays können sich auf Lebensmitteln und Möbeln absetzen und möglicherweise Gesundheitsschäden hervorrufen. Im Zweifelsfall wenden Sie sich besser an professionelle Schädlingsbekämpfer. Für manche Schädlinge werden Köderdosen angeboten, mit denen sich die Tiere wirkungsvoll entfernen lassen.

Keine Chance für Schädlinge: So beugen Sie vor

Schädlinge gelangen auf zwei Wegen in den Haushalt: Sie werden entweder mit dem Einkauf durch befallene Lebensmittel eingeschleppt, oder sie finden durch Türen, Fenster, Ritzen und Schächte Einlass in den Haushalt. Um einen Befall zu vermeiden, sollte der Zugang verhindert und den Schädlingen das Leben möglichst schwer gemacht werden.

  • Achten Sie beim Einkauf auf einwandfreie Ware ohne Löcher in der Verpackung, Gespinste, Verpuppungen oder Ähnliches.
  • Lagern Sie Ihre Vorräte in fest verschlossenen Behältern möglichst trocken und kühl.
  • Vorräte nicht zu lange lagern und regelmäßig kontrollieren.
  • Reinigen Sie Vorratsschränke regelmäßig und lüften Sie die Vorratsräume.
  • Beim Lüften von Wohnung und Vorratsräumen möglichst das Licht ausschalten, um keine Insekten anzulocken.
  • Entfernen Sie Abfälle, faulige Lebensmittel und Essensreste regelmäßig aus dem Haus. Waschen Sie die Abfallbehälter aus.
  • Dichten Sie Fugen, Ritzen und Löcher ab, durch die Schädlinge ins Haus gelangen könnten.