Spargel – Deutschlands beliebtestes Stangengemüse

Spargelliebhaber freuen sich: Endlich ist die Zeit des Wartens vorbei – die Spargelsaison ist eröffnet! Nun kann wieder bis zum Johannistag geschlemmt werden. Der Spargelgenuss hat eine erstaunlich lange Tradition. Bereits vor 4.500 Jahren entdeckten die Ägypter das feine Gemüse für sich und kultivierten es. Auch die Römer und Griechen schätzten die Sprosse sehr. Heute ist frischer Spargel von April bis Juni das begehrteste Saisongemüse. Erfahren Sie hier, worin sich weißer, grüner und violetter Spargel unterscheiden und mit welchen Tricks Sie aus den Stangen eine wahre Delikatesse zaubern können.

Grün, weiß oder violett – Sorten für jeden Geschmack

Im Handel werden verschiedene Spargelsorten angeboten: insbesondere grüner, weißer und violetter Spargel. Sie unterscheiden sich durch das Anbauverfahren und die damit verbundene Lichteinwirkung.

Der vor allem in Deutschland viel verzehrte weiße Spargel wächst vollkommen im Dunkeln: Die Sprosse werden im Frühjahr durch aufgeschüttete Erdwälle vor dem Sonnenlicht geschützt. Sobald die Stangen gerade durch die Erde lugen, werden sie sofort gestochen. So bleiben auch die Spitzen des sogenannten Bleichspargels blütenweiß. Dieses aufwendige Ernteverfahren ist ein wesentlicher Grund für den stolzen Preis der weißen Stangen.

Grüner Spargel ist vor allem in den USA und in südeuropäischen Ländern wegen seines kräftig-würzigen Aromas sehr beliebt. Die Spargelstangen wachsen oberirdisch und werden geschnitten, sobald sie etwa        15 cm aus der Erde herausragen. Die grüne Farbe entsteht durch den Lichteinfluss. Verantwortlich dafür ist der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll, den Pflanzen bei Licht natürlicherweise bilden.

Nicht ganz so verbreitet ist der violette Spargel, der wegen seines feinen, etwas milderen Geschmacks besonders in Frankreich geschätzt wird. Gestochen wird der violette Spargel, wenn die Spitzen die Erdoberfläche schon leicht durchbrochen haben. Bei Lichteinwirkung färben sich die Spitzen durch den rötlichen Pflanzenfarbstoff Anthocyan violett.

Spargel-Zubereitung: eine vielfältige Delikatesse

Spargel lässt sich vielfältig zubereiten. Viele schwören auf die klassische Variante mit Sauce Hollandaise und Schinken. Aber probieren Sie auch mal exotische Zubereitungen wie gebratenen grünen Spargel mit getrockneten Tomaten, Kapern und Sardellen. Allerdings wählen Spargelkenner nur dezentere Beilagen, um den Eigengeschmack nicht zu stark zu überdecken. Leicht gebräunte Butter und frisch gehackte Kräuter können das Eigenaroma des Spargels genauso effektvoll unterstreichen, wie aufwändige Saucen.

8 Dinge, die Sie schon immer über Spargel wissen wollten…

  • 1) Warum wird frischer Spargel nur so kurze Zeit angeboten?

    Frischer Spargel aus deutscher Ernte ist von Ende April bis zum 24. Juni erhältlich. Die Spargelsaison endet jedes Jahr am Johannistag, dem 24. Juni. Der Grund: Zwischen dem 24. Juni und dem ersten Frost liegen noch mindestens 100 Tage - Zeit, die der Spargel braucht, um genügend Kraft für das nächste Jahr zu sammeln. Von der Spargelpflanze überwintert nur der Wurzelstock, alles andere stirbt im frühen Winter ab. Im Frühjahr können sich so an der Oberseite des Wurzelstockes neue Knospen bilden, aus denen später die neuen Spargelstangen entstehen.

  • 2) Was sollte man beim Spargelkauf beachten?

    Frische Spargel-Stangen erkennen Sie an fest geschlossenen Köpfen und feucht-saftigen Enden. Die äußere Haut sollte nicht trocken sein und bei leichtem Druck nicht nachgeben. Je nachdem, ob Sie Spargel als Hauptgericht oder Beilage servieren wollen, sollten Sie 200-500 g pro Person rechnen. 200 g sind als Beilage ausreichend, als Hauptgericht können echte Spargelliebhaber gut und gerne 500 g vertragen.

  • 3) Wie bewahre ich Spargel am besten auf?

    Spargel hält sich bei richtiger Lagerung problemlos 4-6 Tage im Kühlschrank. Schlagen Sie den Spargel dafür in ein feuchtes Küchentuch ein und legen ihn in das Gemüsefach des Kühlschranks. Ist der Spargel allerdings schon geschält, sollte er möglichst bald verzehrt werden - am gleichen oder spätestens am nächsten Tag.

  • 4) Kann ich Spargel auch einfrieren?

    Wenn Sie auch noch nach dem 24. Juni Heißhunger auf Spargel haben, ist das kein Problem – mit einem ausreichenden Spargelvorrat in der Tiefkühltruhe. Die Stangen können ohne große Qualitätsverluste bis zu 6 Monaten eingefroren werden. Schälen Sie dafür die Stangen und frieren sie den Spargel in Tüten verpackt portionsweise ein. Ausnahme: Gekochter Spargel sollte besser nicht eingefroren werden, da er an Geschmack verliert. Bei der Zubereitung können Sie den gefrorenen Spargel direkt ins kochende Wasser geben, ohne ihn vorher auftauen zu müssen. Je nach Dicke der Stangen verlängert sich die Kochzeit nur um einige Minuten.

    TIPP: Wer auch außerhalb der Spargelsaison nicht auf Spargelgenuss verzichten möchte: Bei real gibt es auch tiefgekühlten Spargel und Spargel in Konserven und Gläsern!

  • 5) Wie bereite ich den Spargel vor?

    Weißen Spargel waschen und mit einem geeigneten Sparschäler oder einem scharfen Messer vom Kopf zum Ende hin dünn schälen, ohne dabei die Köpfe zu verletzen. Die Spargel-Enden und die holzigen Stellen abschneiden. Grüner Spargel dagegen muss nicht geschält werden, nur bei etwas dickeren Stangen schält man das untere Drittel und schneidet die Enden ab.

  • 6) Was sollte man bei der Zubereitung beachten?

    Zucker, Salz oder ein Schuss Zitrone im Kochwasser – was ist am besten? Früher schmeckte Spargel oft bitter, was durch etwas Zucker im Wasser ausgeglichen wurde. Bitterer Geschmack kommt heutzutage nur noch selten vor, weshalb etwas Salz im Kochwasser vollkommen ausreicht. Grüner Spargel benötigt rund 12 Minuten Kochzeit, weißer Spargel etwa 10-15 Minuten, je nach dicke des Spargels. Nach Belieben kann das Gemüse anschließend mit etwas Zucker, Butter oder Zitronensaft verfeinert werden.

  • 7) Kann ich Spargel auch roh essen?

    Spargel ist nicht giftig und schmeckt auch roh sehr lecker. Allerdings entfalten sich die typischen Aromastoffe des Spargels erst durch das Kochen. Es empfiehlt sich, nur die dünnen, zarten Stangen ungekocht zu verzehren. Gerade die dünnen Spargelspitzen eigenen sich besonders gut für Schinkenröllchen, Spargel-Lasagne oder Salate.

  • 8) Warum wurde Spargel früher überwiegend mit den Fingern gegessen?

    Das Essen von Spargel mit den Fingern war früher üblich, da die Bestecke der damaligen Zeit aus Silber oder nicht-rostfreiem Stahl waren und durch die schwefelhaltige Verbindungen im Spargel angelaufen sind. Das ist heute kein Problem mehr – Spargel kann problemlos mit Messer und Gabel genossen werden.

Wir haben Ihnen Appetit gemacht? Dann probieren Sie doch mal Gebratenen Lachs auf grünem Spargel, Tomatensalat und frittierter Petersilie oder köstlichen Spargel mit veganer Sauce Hollandaise.