Leichter süßen mit Zuckeraustauschstoffen

Süßes ist lecker, liefert jedoch zusätzliche Kalorien und kann die Zähne schädigen. Um Süßes ohne diese Nachteile zu essen, wird Zucker gerne durch kalorienarme Stoffe ersetzt. Neben Süßstoffen kommen häufig Zuckeraustauschstoffe zum Einsatz. Die schmecken fast genauso süß, haben aber weniger Kalorien als Zucker. Zudem treiben sie den Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe und verursachen keine Karies. Darüber hinaus besitzen sie einige praktische technologische Eigenschaften. Wir erklären, was Zuckeralkohole sind und stellen einige vor. Zudem erfahren Sie, welche gesundheitlichen Chancen und Risiken der Zuckerersatz bietet.

Zuckeraustauschstoffe: überwiegend Zuckeralkohole

Als Zuckeraustauschstoffe bezeichnet man süß schmeckende Kohlenhydrate, die dem Zucker im Geschmack sehr ähneln. Sie beeinflussen jedoch den Blutzuckerspiegel weniger stark als normaler Zucker, da sie das Hormon Insulin nicht brauchen, das normalerweise Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert. Zu den Zuckeraustauschstoffen zählen die Zuckerart Fruktose und vor allem die sogenannt Zuckeralkohole. Die wohl bekanntesten Zuckeralkohole sind Xylit, Sorbit und Mannit. Sie kommen in einigen Nahrungsmitteln, wie z.B. Pflaumen, Kirschen und Pfirsichen natürlicherweise vor. Man kann sie aber auch durch chemische Prozesse aus Zucker herstellen. Zuckeraustauschstoffe sind als Zusatzstoffe für Lebensmittel zugelassen. Hier gehören sie gemeinsam mit den Süßstoffen zu der Gruppe der Süßungsmittel.

Zuckeraustauschstoffe: Weniger süß und weniger Kalorien

Die meisten Zuckeralkohole schmecken etwas weniger süß als der herkömmliche Zucker. Zudem werden Zuckeralkohole von unserem Körper nur teilweise verdaut, weshalb sie mit 2,4 Kalorien pro Gramm etwas weniger Kalorien liefern als normaler Zucker, mit rund 4 Kalorien pro Gramm. Das unterscheidet Zuckeraustauschstoffe auch von Süßstoffen, die überhaupt keine Kalorien liefern.

Zuckeralkohole tragen zwar den Alkohol im Namen, wirken aber nicht berauschend. Chemiker bezeichnen nämlich bestimmte Stoffe, die in ihrer Formel eine OH-Gruppe tragen, als Alkohole.

Verwendung in Süßwaren und Non-Food-Produkten

Wegen ihrer vielfältigen technologischen Eigenschaften werden Zuckeralkohole gerne und häufig in der Industrie eingesetzt. In Süßwaren dienen sie als kalorienarme und zahnfreundliche Alternative zu Zucker. In manchen Süßwaren, wie z.B. Dominosteinen und Lebkuchen sorgen sie zudem für die typische, feuchte Konsistenz. Und bei Belegkirschen erzeugen sie den typischen Glanz.

Aber nicht nur in Lebensmitteln sind Zuckeralkohole zu finden. Sie schützen auch Tabakwaren, Schuhcremes und Farben vor dem Austrocknen. In Cremes und Salben sorgen sie dafür, die cremige Konsistenz zu erhalten.

Die wichtigsten Zuckeralkohole

(E-Nummer 420) findet sich als Zusatzstoff in vielen Süßwaren, Diät- und Light-Produkten. Neben seiner Funktion als Süßungsmittel wird Sorbit auch als Feuchthaltemittel benutzt und bewahrt Lebensmittel vor dem Austrocknen.

(E-Nummer 967) wird ebenfalls als Feuchthaltemittel verwendet. Zudem ist Xylit in Zahncremes und Zahnpflegekaugummis enthalten, da es eine karies-vorbeugende Wirkung besitzt.

(E-Nummer 421) findet vor allem in der Pharmaindustrie Verwendung. Daneben dient es auch als Zuckeraustauschstoff in Lebensmitteln

Gesundheitlich unbedenklich, aber abführend

Aus gesundheitlicher Sicht sind Zuckeralkohole unbedenklich. Sie werden als Zusatzstoffe grundsätzlich erst nach gründlicher Prüfung zugelassen. In größeren Mengen können Zuckeralkohole allerdings abführend wirken. Denn im Darm werden Zuckeralkohole nur sehr langsam aufgenommen. So gelangen sie auch in die unteren Darmabschnitte, wo sie Wasser binden und den Stuhl verflüssigen. Aus diesem Grund müssen mit Zuckeralkoholen gesüßte Lebensmittel den Hinweis tragen „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“.

Produkte, die als „zuckerfrei“ bezeichnet werden, enthalten häufig Zuckeralkohole. Obwohl diese weniger Kalorien haben als herkömmlicher Zucker, sollte man auch diese Lebensmittel nur in Maßen essen.