Kirschen: sommerliche Lieblingsfrüchte

Kirschen sind einfach der Inbegriff des Sommers. Wohl jeder hat schon einmal auf der Wiese gesessen, sich Kirschen schmecken lassen und die Kerne mit Freunden um die Wette gespuckt. Meistens sind es Süßkirschen, die wir frisch naschen. Sauerkirschen findet man heute überwiegend eingemacht in Gläsern oder als Kuchenzutat. Erfahren Sie hier mehr über die bunte Vielfalt an Farben und Aromen. Außerdem verraten wir, was es mit Sprichwörtern wie „mit dem ist nicht gut Kirschen essen“ auf sich hat.

Souvenir von Lukullus: Kirschen aus Kerasos

Der Name „Kirsche“ stammt von der ehemals griechischen Stadt Kerasos, dem heutigen Giresun in der Türkei. Allerdings ist unklar, ob die Stadt nach den Kirschen oder die Kirschen nach der Stadt benannt wurden. Sicher ist jedoch, dass dort bereits vor Christi Geburt köstliche Kirschen angebaut wurden. Von einem Feldzug nach Kerasos brachte der römische Feldherr und Genießer Lukullus die aromatischen Früchte mit nach Europa. Heute werden Kirschen fast auf der ganzen Welt vor allem auf der Nordhalbkugel angebaut.

Mit Pflaumen verwandtes Steinobst

Botanisch gesehen, zählen die Kirschen zum Steinobst, ebenso wie Pflaumen, Pfirsiche und Aprikosen. Und diese gehören der Gattung Prunus aus der großen Gruppe der Rosengewächse an. Kirschen wachsen an großen hohen Laubbäumen, manche Sorten auch an kleineren Bäumen oder Sträuchern. Die kurze Kirschblüte in weiß bis rosa kann bei uns im April/Mai bewundert werden. Erntereif sind Kirschen hierzulande von Ende Mai bis in den September.

Kirschsorten von süß bis sauer

Wie viele Kirschsorten es gibt, lässt sich kaum feststellen. Viele alte Sorten sind heutzutage leider in Vergessenheit geraten, weil sie zu klein sind oder zu empfindlich für den Transport. Eingeteilt werden die Sorten hauptsächlich in Süßkirschen und Sauerkirschen. Als besonders edel, aber auch sehr empfindlich gelten die süß-sauren Bastardkirschen, deren Süße durch eine harmonische Portion Säure abgerundet wird. Diese feinen Früchte sind jedoch kaum noch erhältlich. 

Süßkirschen: Herzen und Knorpel

Werden auf dem Markt Kirschen angeboten, handelt es sich heute fast ausschließlich um Süßkirschen. Die Vielfalt an Farben erstreckt sich von hellem Gelb über kräftiges Rot bis zu dunklem Schwarz. Auch im Geschmack unterscheiden sich die zahlreichen Sorten: von zuckersüß über kräftig-aromatisch bis zu fruchtig-säuerlich.

Besonders beliebt sind die dicken und etwas robusteren  Knorpelkirschen, auch Knupperkirschen genannt. Mit ihrem saftigen, aber zugleich festen Fruchtfleisch schmecken sie nicht nur gut, sondern eignen sich auch am besten für den Transport.

Die Herzkirschen punkten mit ihrer attraktiven Form und ebenfalls aromatischem Geschmack. Ihr Fruchtfleisch ist weicher und daher für den Transport weniger gut geeignet. 

Sauerkirschen: Morellen und Amarellen

Sauerkirschen schmecken, wie der Name schon sagt, etwas säuerlicher. Sie werden kaum mehr frisch angeboten, sondern vor allem zu Konfitüren, Konserven und in Backwaren verarbeitet. Auch bei den Sauerkirschen erstreckt sich die Sortenvielfalt über alle Farben von hell über rot bis fast schwarz. Das Fruchtfleisch variiert ebenfalls von sehr hell bis violett, wobei manche Sorten stark färben. Etwas verwirrend ist die sprachliche Ähnlichkeit zwischen Morellen und Amarellen, denn hierbei handelt es sich um zwei unterschiedliche Sorten von Sauerkirschen.

Die dunklen Weichselkirschen oder Morellen zeichnen sich durch weiches Fruchtfleisch und dunklen, stark färbenden Saft aus. Morellen kennt eigentlich jeder, denn bei Kirschen aus dem Glas handelt es sich fast immer um Schattenmorellen. Und die Schwarzwälder Kirschtorte verdankt ihr saftig-fruchtiges Aroma ebenfalls meist den Schattenmorellen. Die beliebten Schattenmorellen werden weltweit am häufigsten angebaut und verarbeitet. Doch die Gruppe der Weichseln und Morellen hat noch zahlreiche weitere leckere Vertreter zu bieten.

Amarellen oder Glaskirschen sind dagegen an ihrer hellen, fast durchscheinenden Farbe zu erkennen. Die Schalenfarbe reicht von zartem weißlich-gelb bis zu hellrot. Das Fruchtfleisch ist ebenfalls hell und färbt nicht. Die hübschen Kirschen mit dem feinsäuerlichen Aroma werden ebenfalls zu Konfitüren und Konserven verarbeitet, finden jedoch immer seltener Verwendung.

Tipps für Lagerung und Zubereitung

  • Kirschen sind sehr empfindlich und sollten möglichst frisch innerhalb von wenigen Tagen verzehrt werden.
  • Am besten lagert man Kirschen in einem gelochten Plastikbeutel im Kühlschrank. Dabei die Stiele dranlassen, so bleiben die Kirschen frischer.
  • Kirschen immer erst kurz vor dem Verzehr waschen. Sonst werden sie matschig und verderben schneller.
  • Tipp zum Entsteinen: Wenn Sie die Kirschen wenige Minuten ins Gefrierfach legen, löst sich das Fruchtfleisch leichter vom Stein.
  • Haben Sie Kirschen übrig, können Sie diese problemlos einfrieren, ob mit oder ohne Stein.

Zu Kirschen besser kein Wasser trinken: Was ist dran?

Früher hieß es, man bekomme Bauchschmerzen, wenn man Kirschen oder anderes Steinobst isst und dazu Wasser trinkt. Das wurde allerdings bisher wissenschaftlich nicht belegt. Auf rohen Kirschen sitzen - ebenso wie auf anderen Früchten - Bakterien, die normalerweise von unserer Magensäure abgetötet werden. Zu viel Wasser verdünnt möglicherweise die Magensäure. Zudem enthielt das Wasser selbst früher mehr Bakterien. Möglicherweise sorgte diese Anhäufung von Bakterien für Blähungen und Bauchschmerzen. Wer kleine Mengen Kirschen isst und dazu Wasser trinkt, sollte normalerweise heute keine Probleme bekommen.

Na, haben wir Ihnen Appetit gemacht? Wie wäre es mit einem leckeren Kirsch-Streuselkuchen am Wochenende?