Kaffee: Wie er am besten schmeckt und wie er wirkt

Ob als klassischen Brühkaffee, als Cappuccino, Latte macchiato, oder Espresso – Kaffee erfreut sich in Deutschland größter Beliebtheit. So ist es nicht verwunderlich, dass der Pro-Kopf-Konsum hierzulande bei ca. 162 Liter pro Jahr liegt. Doch warum schmeckt Kaffee so unvergleichlich? Was steckt drin, welche Sorten gibt es? Und ist er tatsächlich ein Flüssigkeitsräuber?

Vom Königreich Kaffa zum weltweiten Kaffeegenuss

Ursprünglich stammt der Kaffee aus dem Königreich Kaffa. Das alte Königreich lag im heutigen Äthiopien. Dort wurde der Kaffee schon im 9. Jahrhundert erwähnt. Das Wort „Kaffee“ leitet sich jedoch aus dem altarabischen Wort „qahwa“ ab, welches aus Pflanzen gewonnene Getränke – so auch Wein - bezeichnet. Im 14. und 15. Jahrhundert breitete sich der aromatische Wachmacher in Arabien aus. Bei uns in Europa ist Kaffee erst seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts öffneten die ersten europäischen Kaffeehäuser ihre Tore. Angebaut wurde der Kaffeestrauch zunächst nur in Afrika und Arabien, später kamen auch Ceylon, Java, Lateinamerika und die Karibik dazu. Heute ist Brasilien der mit Abstand größte Kaffeeproduzent. Es folgt Vietnam, dann Indonesien und Kolumbien. Auch in Äthiopien bildet der Kaffeeanbau inzwischen wieder einen wichtigen Wirtschaftszweig. Was viele nicht wissen ist, dass Deutschland ein bedeutender Exporteur von Kaffeeprodukten ist.

Rote Kaffeekirschen enthalten die Bohnen

Der weiß blühende Kaffeestrauch gedeiht am besten in feuchtwarmem Klima ohne große Temperaturschwankungen. Die reife Frucht gleicht einer roten Kirsche und enthält zwei Samenkerne, die Kaffee-Bohnen. Nach der Ernte werden die Bohnen vom Fruchtfleisch, der Pergamenthülse und dem Silberhäutchen befreit. Anschließend wird der grünlich-graue Rohkaffee verschifft. Geröstet wird er erst in den Verbraucherländern.

Für den einzigartigen und trotzdem vielfältigen Geschmack des Kaffees sind viele Einflussfaktoren entscheidend. Neben den Anbauländern, den Böden und dem Klima spielt die Kaffeesorte eine wesentliche Rolle. Auch das Rösten ist eine Kunst für sich und bringt unzählige Geschmacksvariationen hervor. Nicht zuletzt bestimmt die Art der Zubereitung den Geschmack des fertigen Getränks.

Kaffeesorten: Arabica und Robusta bestimmen den Markt

Der Kaffee in unseren Tassen wird hauptsächlich aus Bohnen der Sorten Arabica oder Robusta aufgegossen. Manchmal als einzelne reine Sorte, manchmal als Mischung aus beiden. Andere Sorten wie z.B. die kräftig schmeckende Excelsa spielen nur eine untergeordnete Rolle. Die Sorte Arabica macht den größten Anteil der Weltmarktproduktion aus. Sie gilt als besonders aromatisch und harmonisch im Geschmack. Die Arabica-Bohnen haben etwas mehr Säure, sind aber weniger bitter. Zudem enthalten sie weniger Koffein als Robusta-Bohnen. Die Arabica-Pflanze ist etwas anspruchsvoller und wächst auf 600 bis 1.200 m Höhe. Zu erkennen sind die Bohnen an ihrem gewellten Einschnitt. Die Sorte Robusta ist, wie der Name schon sagt, robuster und weniger anspruchsvoll im Anbau. Sie wächst auf Höhen von 300 bis 900 Metern. Die Bohnen zeichnen sich durch einen geraden Einschnitt aus. Knapp 40 % der weltweiten Produktion entfallen auf Robusta-Kaffee.

Die Röstung verleiht dem Kaffee Farbe und Aroma

Erst beim Rösten entwickeln sich das typische Kaffeearoma und die braune Färbung der Bohne. Zum Rösten werden die rohen Bohnen auf bis zu 250 °C trocken erhitzt, meist unter atmosphärischem Druck. Dabei verdunstet das Wasser und die Bohnen blähen sich durch den erhöhten Innendruck auf. Zugleich entstehen die köstlichen Röststoffe und die Farbe der Bohnen wandelt sich von Grün zu Hell- bzw. Dunkelbraun. Je länger und stärker der Röstvorgang, desto dunkler wird die Bohne. Die verschiedenen Arten der Röstung bestimmen die Geschmacksrichtung und die Bekömmlichkeit des Kaffees. Je dunkler, desto kräftiger der Geschmack. Hellere Röstungen schmecken leicht säuerlich, aber kaum bitter. Dunkle Röstungen sind zwar stärker bitter, aber auch etwas süßlich im Geschmack.

Zubereitung: frisch schmeckt am besten

Es ist vor allem Geschmackssache, wie man seinen Kaffee zubereitet. Wer fein gemahlenes Kaffeepulver verwendet, erhält einen kräftigeren und eher bitteren Kaffee als aus grobem Kaffeemehl. Etwa 6 - 8 Gramm Kaffeepulver benötigt man pro Tasse, je nachdem wie stark der Kaffee werden soll. Die Qualität des Wassers nimmt einen entscheidenden Einfluss auf den Kaffeegeschmack. Ist es sehr weich, wird der Kaffee eher säuerlich, bei zu hartem Wasser schmeckt er leicht fad. Idealerweise brüht man Kaffee bei Wassertemperaturen von 86 - 89 °C auf. Höhere Temperaturen werden nur bei Espresso erreicht, bei dem sich das kochende Wasser unter Druck durch die Bohnen presst.

Frischer Kaffee schmeckt einfach am besten. Durch Warmhalten oder Aufwärmen verliert er schnell an Aroma. Deshalb lieber öfter neuen kochen. Und das Kaffeepulver immer fest verschlossen, kühl und dunkel aufbewahren, zum Beispiel in einer luftundurchlässigen und blickdichten Keramikdose in einer kühlen Speisekammer oder im Schrank. Übrigens: Für ein besonderes Geschmackserlebnis einfach eine kleine Prise Salz und Zimt zum Kaffee geben. Das Salz neutralisiert die Bitterstoffe und verbessert dadurch das Aroma des Kaffees.

Koffein bringt den Körper auf Touren

Zu den begehrtesten Stoffen im Kaffee zählt wohl das Koffein, ein Pflanzenstoff aus der Gruppe der „Alkaloide“. Es kommt in ähnlicher Form auch in Tee, Kakao und Kolanüssen vor. Koffein trägt zum bitteren Geschmack des Kaffees bei und macht vor allem munter, da es den Botenstoff Adenosin, der dem Körper Müdigkeit signalisiert, blockiert. So erhöht es die Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit. Zugleich regt Koffein den Stoffwechsel an, erhöht den Blutdruck und steigert die Herzfrequenz. Es fördert die Produktion von Magensäure und wirkt harntreibend. Am stärksten wirkt das Koffein in den ersten zwei Stunden. Wie schnell es abgebaut wird, ist individuell unterschiedlich. Häufiger Kaffeekonsum führt zu einem Gewöhnungseffekt. Wie viel Koffein ein Kaffee enthält, hängt unter anderem von der Kaffeesorte, der Brühmethode und der Brühdauer ab.

Kaffee ist wegen seiner anregenden Wirkung sehr beliebt. Dennoch zählt Kaffee zu den Genussmitteln und eignet sich nicht als Durstlöscher. Empfohlen wird ein moderater Kaffeekonsum von 3- 4 Tassen am Tag.

Ist Kaffee ein Flüssigkeitsräuber?

Kaffee wirkt harntreibend. Deshalb wurde er lange Zeit als Flüssigkeitsräuber bezeichnet. Die Wirkung ist jedoch nur vorübergehend. Zudem passt sich der Körper bei regelmäßigem Kaffeekonsum an, so dass es zu keiner erhöhten Wasser- und Mineralstoffausscheidung kommt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sei nicht unbedingt notwendig, zum Kaffee ein Glas Wasser zu trinken, schaden würde es allerdings auch nicht.

Latte macchiato mit weißer Schokolade

Zutaten für 1 Person:

  • 1 Espresso
  • 2 Stück weiße Schokolade
  • 250 ml Milch

Zubereitung:

150 ml Milch erwärmen, in ein hohes Glas füllen und die weiße Schokolade darin auflösen. Einen Espresso zubereiten, über einen Löffel in die Milch fließen lassen. Mit der restlichen Milch Milchschaum zubereiten und oben auf das Gemisch geben. Mit etwas Kakaopulver bestäubt servieren und genießen.

Übrigens:

Wie Sie den perfekten Milchschaum zaubern, erfahren Sie hier.