Wie gefährlich ist Aluminium im Essen?

Aluminium im Essen

Aluminium kommt praktisch überall vor. Lange Zeit hielt man es für unproblematisch, doch inzwischen steht es im Verdacht, Nerven zu schädigen und an der Entwicklung von Alzheimer beteiligt zu sein. Was ist da dran? Und welche Mengen sind unbedenklich? Wir erläutern, wie Aluminium in unseren Körper gelangt und woraus wir es aufnehmen. Zudem bekommen Sie Tipps, um ein Zuviel an Aluminium zu vermeiden, denn dafür können Sie selbst einiges tun.

Vorkommen: Aluminium steckt fast überall

Das chemische Element Aluminium ist das am häufigsten vorkommende Metall in der Erdkruste. So kommt es auch in praktisch allen Organismen natürlicherweise vor und gelangt ebenfalls in unsere Lebensmittel. Zudem fertigen wir aus dem leichten, nicht rostenden Metall Flugzeuge, Geräte und elektronische Bauteile. Darüber hinaus steckt Aluminium in Kosmetika (z. B. Deo) und Medikamenten, in Verpackungen (z.B. Alufolie) und zu geringen Mengen in Zusatzstoffen.

Wie kommt Aluminium ins Essen?

In vielen Lebensmitteln ist Aluminium natürlicherweise enthalten. Es kann jedoch auch durch Kontakt mit aluminiumhaltigem Kochgeschirr, aus Verpackungen oder Alufolie in die Lebensmittel übergehen. Geringe Mengen können auch über aluminiumhaltige Zusatzstoffe aufgenommen werden. Dazu zählt beispielsweise der silbrige Überzug für Lakritzdragees. Zudem enthalten einige zugelassene Trennmittel und Stabilisatoren Aluminium.

Gesundheit: Wie giftig ist Aluminium?

Unser Körper braucht kein Aluminium. So hat man es lange kaum beachtet und für ungefährlich gehalten. Inzwischen ist jedoch klar, dass große Mengen an Aluminium giftig sind. Im Übermaß ruft es Nervenschädigungen hervor, stört die Fortpflanzung und die Entwicklung der Knochen. Der Verdacht, dass Aluminium Brustkrebs hervorruft, hat sich bisher nicht bestätigt. Dagegen mehren sich die Anzeichen, dass Aluminium an der Entwicklung von Alzheimer in irgendeiner Form beteiligt ist.

Nur ein Bruchteil gelangt in den Körper

Zum Glück nehmen wir Aluminium nur in sehr geringen Mengen aus dem Magen-Darm-Trakt in den Körper auf. Mehr als 99% wandern einfach über die Nieren wieder hinaus. Der Großteil des Aluminiums, das in den Körper gelangt, wird innerhalb einer Woche wieder ausgeschieden. Ein Teil lagert sich jedoch vor allem in Knochen, Lunge und Muskeln ein. So steigt der Aluminiumgehalt im Laufe des Lebens.

Grenzwerte teilweise überschritten

Um Aluminium kommen wir nicht herum. Bleibt die Frage: Wieviel ist noch okay und bereitet keine gesundheitlichen Probleme? Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat eine tolerierbare Menge von 1 mg Aluminium je kg Körpergewicht pro Woche errechnet. Das macht bei einem 60 kg schweren Menschen 60 mg pro Woche bzw. 8,6 mg pro Tag. FAO und WHO halten sogar die doppelte Menge für unbedenklich. In Deutschland geht man jedoch davon aus, dass ein Teil der Bevölkerung die EFSA-Grenzwerte überschreitet.

Aluminiumgehalt in Lebensmitteln

Neben Deos, Sonnenmilch und Medikamenten nehmen wir den größten Teil des Aluminiums über Lebensmittel auf. Dabei fallen vor allem Getreide, Gemüse und Getränke ins Gewicht. Besonders viel Aluminium findet sich in manchen Laugenbrezeln, Miesmuscheln und Spinat. Aber auch Kakao, Gewürze und Tee können relativ viel Aluminium enthalten.

LebensmittelAluminiumgehalt in 100 g
Miesmuscheln1,6 mg
Spinat1,3 mg
Laugenbrezeln1,0 mg
Rettich1,0 mg
Kopfsalat0,7 mg
Champignons0,5 mg
Blumenkohl0,5 mg
Weizenbrot0,4 mg
Rote Beete0,3 mg
Brokkoli0,2 mg
Gerste0,2 mg

Quelle: Souci, Fachmann, Kraut Lebensmitteltabelle

Tipps: So vermeiden Sie Aluminium im Essen

Zwar kann man Aluminium im Essen nicht vollständig vermeiden, doch mit diesen Tipps lässt sich der Aluminiumgehalt der Nahrung deutlich senken. Bedenken Sie, dass vor allem Salz und Säuren Aluminium freisetzen.

Kein Kochgeschirr aus Aluminium: Vermeiden Sie es, Lebensmittel in Töpfen, Pfannen oder auf Blechen aus Aluminium zuzubereiten (z. B. Campinggeschirr, Espressokannen). Alupfannen mit intakter Beschichtung sind in Ordnung.

Lebensmittel nicht in Alubehältern lagern: Bewahren Sie Lebensmittel nicht in Behältnissen aus Aluminium auf, sondern in aluminiumfreien Vorratsbehältern.

Vorsicht bei beschädigten Konservendosen: Auch Konservendosen können Aluminium enthalten. Achten Sie darauf, dass die Innenbeschichtung nicht beschädigt ist und füllen Sie Reste aus offenen Dosen in aluminiumfreie Vorratsbehälter um.

Saures nicht in Alufolie: Verwenden Sie Alufolie nur wenn nötig. Vor allem säurehaltige Speisen nicht in Alufolie wickeln oder damit abdecken, da Säure das Aluminium herauslöst.

Aufpassen bei Alu-Grillschalen: Wer in Grillschalen aus Alu grillt, sollte das Grillgut erst anschließend auf dem Teller salzen oder mit Zitrone beträufeln. Am besten schaffen Sie sich statt der Einmal-Grillschalen langlebige Schalen aus beschichtetem Stahl an. Das macht auch weniger Müll.

Vorsicht bei Laugenbrezeln: Werden Laugenbrezeln auf Alublechen zubereitet, löst die Lauge Aluminium heraus. Deshalb besser Backpapier oder eine Silikonmatte aufs Blech legen oder aluminiumfreie Bleche verwenden.

Aluminiumhaltige Zusatzstoffe vermeiden: Aus aluminiumhaltigen Zusatzstoffe stammt nur ein sehr geringer Anteil des Aluminiums, das wir aufnehmen. Zudem dürfen aluminiumhaltige Zusatzstoffe nur noch sehr eingeschränkt verwendet werden, einige wurden ganz verboten. Wer auf aluminiumhaltige Zusatzstoffe komplett verzichten möchte, kann in der Zutatenliste nachschauen, ob ein Lebensmittel aluminiumhaltige Zusatzstoffe enthält.

Aluminiumhaltige Zusatzstoffe

E-NummerNameStoffklasseErlaubt für
E 173AluminiumFarbstoffÜberzug und Deko
E 520AluminiumsulfatStabilisatorEiklar und kandiertes Obst + Gemüse
E 521AluminiumnatriumsulfatStabilisatorEiklar und kandiertes Obst + Gemüse
E 523AluminiumammoniumsulfatStabilisatorEiklar und kandiertes Obst + Gemüse
E 541Saures NatriumaluminiumphosphatBacktriebmittelBiskuit + Scones
E 554NatriumaluminiumsilikatTrennmittelMilchpulver, Salz, Käse, Würzmittel
E 555KaliumaluminiumsilikatTrennmittelMilchpulver, Salz, Käse, Würzmittel
E 556CalciumaluminiumsilikatTrennmittelNicht mehr zugelassen

Tipp: Mehr über Aluminium in Deos erfahren Sie im Beitrag „Deo und Schwitzen“