Bakterien: Krankmacher oder nützliche Helfer?

Bei Bakterien denken die meisten Menschen an Krankheitserreger: an Salmonellen, an Erkältungen oder andere Infektionen. Dabei sind die meisten Bakterienstämme harmlos oder tun uns sogar Gutes. Ohne Bakterien könnten wir kaum leben. Ein dichter Bakterienfilm schützt unsere Haut. Billionen von Bakterien verdauen die Nahrung im Darm. Nicht zuletzt leisten sie gute Dienste beim Herstellen von Käse und Antibiotika, aber auch beim Abbau von Müll. Lesen Sie, wo Bakterien nützen und wo sie schaden.

Sieben Besonderheiten von Bakterien

  1. Bakterien sind mikroskopisch kleine Lebewesen, die aus nur einer Zelle bestehen.
  2. Sie vermehren sich durch Zellteilung.
  3. Unter richtigen Bedingungen kann die Zahl der Bakterien rasant ansteigen.
  4. Bakterien sind extrem anpassungsfähig.
  5. Manche leben mit Sauerstoff (Aerobier), andere ohne (Anaerobier), einige können beides.
  6. Manche Arten halten extrem hohe oder niedrige Temperaturen aus.
  7. Sie haben vielfältige Formen: es gibt kugelige Bakterien (Kokken), Stäbchen oder Spiralen.

Freund oder Feind, nützlich oder schädlich?

Etwa 6.000 Bakterienarten sind bekannt, doch der Großteil wurde vermutlich noch gar nicht entdeckt. Die meisten Bakterien sind friedlich oder gar nützlich. Einige wenige verursachen schwere Krankheiten.

Viele Bakterien sind jedoch nicht eindeutig gut oder böse. Sie bereiten nur unter bestimmten Bedingungen Probleme. Zum Beispiel wenn die Umgebung sich verändert, wenn sie sich zu stark vermehren oder wenn unser Körper geschwächt ist.

Lebensmittelverderber und Krankheitserreger

Schädliche Bakterien lassen zum Beispiel Lebensmittel faulen. Manche bilden dabei Giftstoffe und lösen Lebensmittelvergiftungen aus – wie zum Beispiel Clostridium botulinum in verdorbenen Konserven. Zu möglichen Krankheitserregern zählen auch Salmonellen, Escherichia coli oder verschiedene Staphylokokken und Streptokokken. Bakterien können beispielsweise Entzündungen oder auch Karies verursachen.

Um Krankheitserregern das Leben schwer zu machen, achten Sie auf einen sorgfältigen und hygienischen Umgang mit Lebensmitteln sowie eine gute persönliche Hygiene. Mehr zum Thema Hygiene lesen Sie hier.

Haut schützen und Verdauung unterstützen

Auf unserer Haut befindet sich ein schützender Film aus zahlreichen Bakterien, der normalerweise Krankheitserreger abwehrt. Die meisten Bakterien leben jedoch im Darm, überwiegend im Dickdarm. Dort bauen sie Nahrungsreste ab und unterstützen so die Verdauung.

Nützliche Darmbakterien wie Milchsäure- und Bifidobakterien können dazu beitragen, krankmachende Bakterien zu verdrängen. Beim Abbau der Nahrung bilden sie kurzkettige Fettsäuren, die der Darmschleimhaut Energie liefern.

Zahlen & Fakten

  • 10 Billionen Körperzellen hat unser Körper.
  • 100 Billionen Bakterien besiedeln unseren Körper.
  • 10 Milliarden Bakterien leben im Mundraum.
  • 1 Billion Bakterien bedecken unsere Haut.
  • 100 Billionen Bakterien wohnen im Darm, v.a. im Dickdarm

Natürliche Fabrik für Lebensmittel und Medikamente

Mit Hilfe von Bakterien werden leckere Lebensmittel hergestellt, wie z.B. Joghurt, Käse, Sauerteigbrote, Sauerkraut, Essig und Wein. Auch Antibiotika und andere Arzneimittel sowie Hormone und Enzyme werden von Bakterienkulturen produziert.

Bakterien im Boden zersetzen totes Material und machen dadurch die Nährstoffe für Pflanzen verfügbar. Spezielle Bakterien werden sogar zum Abbau von Müll oder zum Reinigen von Abwässern eingesetzt.

Bakterien nützen uns also viel mehr, als dass sie schaden!