Algen: gesundes Gemüse aus dem Meer

In Algenblätter eingerolltes Sushi ist uns inzwischen relativ vertraut. Ansonsten sind den meisten Deutschen Algen als Lebensmittel eher suspekt. Dabei wussten unsere Vorfahren an den Küsten das Gemüse aus dem Meer durchaus noch zu schätzen. Und in Ostasien bereitet man zahlreiche Leckereien mit Algen zu. Es lohnt sich, Algen mal zu probieren. Denn sie bereichern unseren Speiseplan sowohl geschmacklich als auch mit Nährstoffen. Lesen Sie, was in Nori, Wakame und Co. steckt.

Was sind eigentlich Algen?

Im Wasser lebende Pflanzen bezeichnen wir üblicherweise als Algen. Bei den Algen handelt es sich jedoch um eine riesige Familie mit extrem unterschiedlichen Mitgliedern. Manche zählen eher zu den Pflanzen, andere zu den Bakterien. Die meisten – aber nicht alle - betreiben Photosynthese und wandeln Sonnenlicht in Energie um. Das dazu nötige Chlorophyll verursacht die grüne Farbe der Algen. Dennoch sehen nicht alle grün aus, da zusätzliche Farbstoffe die Algen z.B. braun oder rot färben.

Vorsicht vor zu viel Jod, Salz und Schwermetallen

Algen sollen eine Vielzahl von Mineralstoffen enthalten, die sie im Meer anreichen. Unklar ist allerdings bei manchen Nährstoffen aus Algen, wie gut sie tatsächlich für unseren Körper verwertbar sind. Das zum Funktionieren der Schilddrüse wichtige Jod kann vor allem in Braunalgen wie z.B. Kombu in so hohen Konzentrationen vorkommen, dass bei Algenliebhabern eine Überdosierung möglich ist. Auch können die teilweise hohen Mengen an Salz in Algen bei salzsensitiven Menschen Probleme bereiten. In diesen Fällen sollte man Algen nur in mäßiger Menge genießen.

Algen als Lebensmittel

In Ostasien bereichern Algen seit Jahrtausenden die alltägliche Ernährung. Sie werden frisch verzehrt, gekocht, gebraten oder eingelegt. Als Beilage in der Suppe sind Algen ebenso beliebt wie als Gemüse oder Salat. Zudem intensivieren sie den Geschmack von Fisch und Meeresfrüchten. Viele Asiaten knabbern Algen auch als Snack. Getrocknete Algen streut man als Würze ins Essen oder bereitet Tee daraus. Früher gehörten Algen auch an den europäischen Küsten zur traditionellen Küche. Dann gerieten sie jedoch in Vergessenheit, werden aber heute beispielsweise in Irland, Schottland, Frankreich oder vor der Nordseeinsel Sylt wieder kultiviert.

Vielfalt der Algenarten

Von den weit über 100.000 Algenarten sind mindestens 500 essbar. Dabei handelt es sich überwiegend um Grünalgen, Rotalgen und Braunalgen. Einige der wichtigsten in der Küche verwendeten Algen stellen wir hier vor:

Wakame

Wakame zählt zu den Braunalgen und wird getrocknet gerne als mineralstoffreiches Würzmittel eingesetzt. Die lange dunkelgrüne Alge kann aber auch frisch zubereitet werden als Gemüse oder Salat. Japaner schätzen den knackigen Biss und das angenehme Meer-Aroma der Wakame.

Nori

Nori ist die bekannteste Algenart. Noriblätter werden zum Einwickeln von Sushi-Röllchen genutzt, aber auch zum Würzen. Um die Blätter herzustellen, werden die frischen Algen in rechteckige Blätter geschnitten, gepresst und getrocknet, oft auch geröstet. Überwiegend handelt es sich bei Nori um eine mehrzellige Rotalge, doch teilweise werden auch Grünalgen für Noriblätter verwendet. Nori schmeckt eher mild und etwas süßlich.

Kombu

wird vor allem als getrocknete Flocken angeboten und bildet einen Grundbestandteil der japanischen Würz-Brühe Dashi. Man kann Kombu aber auch kochen oder frittiert als Gemüse oder Chips genießen. Die meterlange dunkelbraune bis grünliche Braunalge schmeckt angenehm würzig. Kein Wunder, denn sie enthält Glutaminsäure. Kombu wächst am besten in nördlichen Gewässern Japans, aber auch in Frankreich.

Trockene Algen bilden zerkrümelt ein prima Würzmittel für die verschiedensten Speisen.

Einkauf, Lagerung und Zubereitung von Algen

  1. Frische Algen sollten im Kühlschrank gelagert und innerhalb weniger Tag verbraucht werden.
  2. Getrocknete Algen unbedingt gut verschlossen, trocken und dunkel aufbewahren, dann halten sie sich sehr lange. Sind sie etwas feucht geworden, kann man sie im Backofen wieder trocknen.
  3. Werden trockene Algen als Gemüse zubereitet, werden sie oft zunächst in Wasser eingeweicht. Vor dem Kochen spült man frische und eingeweichte Algen in der Regel mit klarem Wasser.
  4. Ansonsten kann man Algen meist ähnlich wie einen kräftigen Salat bzw. wie Spinat behandeln und zubereiten.