Wie hilft ein Deo gegen Schwitzen und Schweißgeruch?

Deo, Schwitzen

Ganze 748 Mio. Euro haben die Deutschen im Jahr 2014 für Deos ausgegeben. Klar, kaum jemand möchte unter den Achseln nach Schweiß müffeln. Um das zu verhindern, benutzen etwa 80-90 % der deutschen Frauen ein Deo, während von den Männern nur 60-70 % zum Deo greifen. Bleibt die Frage, was ein Deo eigentlich kann und wie es wirkt. Warum schwitzen wir überhaupt und wie entsteht der unangenehme Geruch? Das erläutern wir hier. Dazu geben wir Tipps für die Auswahl eines Deos und Ratschläge, wie Sie möglichst frisch und gepflegt riechen.

Warum schwitzen wir?

Schwitzen mag uns oft lästig erscheinen, dennoch sollten wir dankbar sein für unsere eingebaute Klimaanlage. Denn durch Schwitzen wird die Körpertemperatur reguliert. Wenn Schweiß verdunstet, entzieht dies dem Körper Wärme und kühlt ihn. Doch wir schwitzen nicht nur bei Hitze. Relativ unbemerkt produziert der Körper ständig Schweiß, um die Haut zu befeuchten und sie durch einen Säureschutzmantel vor schädlichen Einflüssen von außen zu bewahren. Ein Teil der Schweißdrüsen, auch Duftdrüsen genannt, gibt ab der Pubertät Duftstoffe ab, die für den persönlichen Köpergeruch eines Menschen verantwortlich sind.

Wie entstehen Schweiß und Geruch?

Rund 3 Millionen Schweißdrüsen sind über unseren Körper verteilt und produzieren täglich mindestens einen halben Liter Schweiß. Bei Hitze oder Sport können es sogar bis zu zwei Liter pro Stunde sein. Schweiß besteht zu 99 % aus Wasser. Den Rest bilden Kochsalz (Natriumchlorid) sowie weitere Mineralstoffe, Harnstoff und Duftstoffe. Frischer Schweiß ist zunächst relativ geruchsneutral. Erst wenn Bakterien ihn zersetzen, fängt er an, unangenehm zu riechen.

Deos vermindern Schweißbildung und Geruch

Damit wir uns gegenseitig auch an heißen Sommertagen noch gut riechen können, wurden Deos entwickelt. Deo ist die Kurzform von Deodorant, was auf lateinisch so viel heißt wie „Geruch entfernen“. Die meisten Deos wirken heute zudem als Antitranspirant. Das heißt, sie beseitigen nicht nur Geruch, sondern reduzieren auch das Schwitzen (Transpirieren). So vereint ein Deo heute folgende Wirkungen und Inhaltsstoffe:

Geruch überdecken: Damit der Schweißgeruch nicht unangenehm auffällt, enthalten Deos seit jeher Parfümstoffe, die ihn überdecken. Heute kommen zudem Geruchsabsorber zum Einsatz, die unangenehme Düfte quasi einkapseln, damit sie nicht mehr so stark riechen.

Geruchsbildung vermeiden: Da der typische Schweißgeruch erst entsteht, wenn Bakterien den Schweiß zersetzen, enthalten Deos antibakterielle Stoffe, die dafür sorgen, dass Bakterien sich nicht so stark vermehren. Allerdings dürfen sie diese nicht vollständig vernichten, da auf der Haut auch viele nützliche Bakterien siedeln. Zusätzlich werden in Deos Enzymhemmer verwendet, um die Entstehung unangenehmer Düfte zu verhindern.

Schweißbildung verringern: Zudem setzen Deos bzw. Antitranspirantien direkt bei der Schweißproduktion selbst an. Hierzu werden meistens Aluminiumsalze eingesetzt, die zusammenziehend (adstringierend) wirken. Dadurch verengen sich die Schweißdrüsen und produzieren etwa 20-60 % weniger Schweiß.

Weitere Inhaltsstoffe: Damit Deos die empfindliche Haut unter den Achseln nicht reizen, enthalten sie zudem hautpflegende Substanzen. Alkohol in Deos wirkt einerseits gegen Bakterien, aber auch als Konservierungsstoff. Verschiedene weitere Konservierungsstoffe sorgen dafür, dass Deos nicht verderben. Farbstoffe verleihen Deos ein attraktives Aussehen, Duftstoffe sorgen für einen angenehmen Geruch.

Wie schädlich ist Aluminium in Deos?

Aluminiumverbindungen in Deos können die Bildung von Schweiß wirksam reduzieren. Trotz ihrer Wirksamkeit sind sie jedoch umstritten. Bei empfindlichen Mneschen können sie die Haut reizen. Hohe Mengen von Aluminium im Körper können die Nerven schädigen und stehen im Verdacht, zur Alzheimer-Demenz beizutragen. Unklar ist jedoch, wie viel Aluminum aus Deos tatsächlich in den Körper gelangt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, insbesondere wenn die Haut unter den Achseln z. B. durch Rasieren verletzt ist, auf aluminiumhaltige Deos zu verzichten.

Einkauf: Welches Deo wählen?

Wer ein Deo kaufen möchte, hat die Qual der Wahl zwischen langen Reihen verschiedenster Angebote. Jeder muss für sich entscheiden welche Art von Deo er bevorzugt. Soll es ein Spray sein, das sich unkompliziert in einem feinen Sprühnebel auftragen lässt? Deosprays enthalten heute keine die Ozonschicht schädigenden Treibgase mehr. Sie können jedoch zum Sommersmog beitragen und bei empfindlichen Menschen manchmal die Atemwege reizen. Deos im Pumpzerstäuber benötigen keinerlei Treibgase, können sich aber zunächst etwas nass anfühlen, da der Sprühnebel nicht ganz so fein gerät. Deoroller lassen sich gut auftragen, fühlen sich aber ebenfalls kurzzeitig feucht an. Deostifte besitzen eine wachsartige Konsistenz. Sie dürfen weder zu weich noch zu fest sein, damit sie sich gut verteilen lassen und nicht abbrechen. Eher selten findet man heute Deopuder oder Deocreme, da diese etwas umständlicher aufzutragen sind. Einzeln verpackte Deotücher sind vor allem praktisch für unterwegs.

Wer empfindlich oder allergisch reagiert, sollte darüber hinaus auf die Inhaltsstoffe eines Deos achten. Die meisten Anbieter haben auch Deos im Sortiment, die besonders pflegend wirken und keinen Alkohol und keine Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe enthalten. Wenn man ohnehin nicht viel schwitzt oder auf Aluminium verzichten möchte, kann man Deos ohne antitranspirierende Wirkung und ohne Aluminiumsalze wählen. Deos mit natürlichen Inhaltsstoffen wie beispielsweise Salbei, Farnesol, Hamamelis oder Alaun können eine Alternative sein.

Frische Tipps gegen Schwitzen und Schweißgeruch

Waschen bzw. duschen Sie sich gerade an heißen Tagen regelmäßig, am besten mit lauwarmem Wasser. Deo immer nach vorherigem Waschen auftragen. Deo vor dem Anziehen kurz trocknen lassen, damit es in der Achsel bleibt statt im T-Shirt. Ziehen Sie bei Hitze luftige Kleidung aus Baumwolle oder anderen Fasern an, die nicht „müffeln“. Vorsicht, manche synthetischen Fasern verstärken die Geruchsbildung. An heißen Tagen hilft ein kleiner Ventilator, den Schweiß zu verdunsten und den Körper abzukühlen. Trinken Sie ausreichend, um Schwitzverluste auszugleichen. Ideal sind lauwarme Getränke über den Tag verteilt getrunken.