Mit dem richtigen Laufschuh in den Sommer starten

Spätestens wenn das Wetter wieder zu Aktivitäten im Freien einlädt, wird es Zeit, die guten Vorsätze umzusetzen und wieder regelmäßig die Laufschuhe zu schnüren. Für Anfänger wie für geübte Läufer gilt: Sparen Sie nicht am wichtigsten Ausrüstungsgegenstand ‒ den Laufschuhen. Denn mit passenden Laufschuhen macht das Training mehr Spaß und Schäden an Muskeln und Gelenken werden vermieden. Doch die Schuh-Auswahl im Sportgeschäft ist riesig. Wir erklären, worauf man beim Kauf achten sollte. Dazu geben wir praktische Tipps und helfen, Ihren Fußtyp zu ermitteln.

Laufen ist natürlich und gesund

Laufen ist die natürlichste Fortbewegungsart. Seit jeher ist der Mensch zu Fuß unterwegs. Allerdings hat sich die täglich gegangene Wegstrecke durch die technischen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts immer weiter verkürzt. Heute werden die meisten Wege, oft sogar die kurzen, mit dem Auto oder Bus zurückgelegt.

Andererseits zeigt der Laufboom der letzten Jahre, dass viele Menschen als Ausgleich zum stressigen Alltag gerne die Laufschuhe schnüren. Das ist auch gut so. Schon 20 Minuten Bewegung an der frischen Luft stärken den Bewegungsapparat und das Immunsystem. Wichtig für Anfänger: Klären Sie vorab mit dem Hausarzt, ob ein Ausdauertraining für Sie okay ist.

Warum ein spezieller Laufschuh?

Egal, ob Sie zu den regelmäßigen Feierabendjoggern gehören oder Ihren Tag ab und an mit einem kurzen Lauf beginnen, ein guter Laufschuh ist das A und O. Tennisschuhe oder ein Hallensportschuh eignen sich nicht zum Joggen. Verlassen Sie sich auch nicht auf das alte Paar Sportschuhe aus dem Keller. Nutzen Sie möglichst ein neueres Modell, das für die Bedürfnisse des Laufens entwickelt wurde.

Denken Sie daran: Ihre Schuhe müssen beim Laufen einiges aushalten. Ihre wichtigste Funktion liegt in der Dämpfung. Bei jedem Schritt fängt der Schuh einen Teil der Aufprallkräfte ab und schont dadurch Ihren Körper. Zusätzlich stabilisiert ein guter Laufschuh die Abrollbewegung des Fußes. Nicht zuletzt können einige Modelle leichte Fehlstellungen der Füße ausgleichen.

Ständig neue Entwicklungen bei Joggingschuhen

Die Sportschuh-Hersteller entwickeln stetig neue Materialien, die den Käufern ein noch gesünderes Laufvergnügen bereiten sollen. Neuartige Stütz- und Führ-Elemente verbessern die Abrollbewegung. Speziell entwickeltes Gewebe im Obermaterial sorgt für höheren Tragekomfort. Jeder Hersteller überarbeitet zudem die Position und Eigenschaften der Dämpfung, egal ob Gel-Kissen, Luftpolster oder besondere Zwischensohlen zum Einsatz kommen.

Auswahl nach Geschlecht, Gewicht, Fußtyp und Gelände

Auch wenn die Auswahl unter mehr als 15 Herstellern und zahlreichen Modellen riesig erscheint, lässt sich die Menge schnell eingrenzen. Denn nicht jeder Schuh eignet sich für jeden Läufer. Entscheidende Kriterien bei der Suche nach geeigneten Laufschuhen sind das Geschlecht, das Verhältnis von Körpergröße und Gewicht sowie der Fußtyp und das bevorzugte Laufgelände. Auf die Erfahrung als Läufer kommt es dagegen kaum an. Allerdings merkt ein geübter Läufer meist schneller, ob er sich in einem neuen Modell wohlfühlt.

So ermitteln Sie Ihren Fußtyp

Ihr Fußtyp bzw. Ihr Abrollverhalten spielen eine ganz wesentliche Rolle. Mit einem kleinen Test können Sie dies zu Hause ganz einfach bestimmen. Gehen Sie mit nassen Füßen über ausgelegte DIN A4-Blätter oder ein dünnes, dunkelfarbenes Handtuch.

Anhand des Fußabdrucks können Sie feststellen, wie Sie abrollen. Unterschieden werden drei Arten: der Hohlfuß, der Normalfuß und der Senk- oder Knicksenkfuß. Hinterlassen Sie nur einen Abdruck von der Ferse und dem Fußballen mit Zehen, haben Sie einen Hohlfuß. Zeigt der Abdruck auch einen schmalen Teil des Mittelfußbereichs, sind Sie ein Normalfußläufer. Wird Ihre komplette Fußsohle abgebildet, gehören Sie zum dritten Typ, dem Senkfuß.

Nahezu jeder Hersteller bietet für die beiden am häufigsten vorkommenden Fußtypen spezielle Schuhe an. Für Läufer mit Senkfuß eignen sich Modelle der Kategorie Stabilität, Normalfußläufer wählen die Kategorie Neutralschuh. Die geringe Zahl der Hohlfußläufer greift auch zu Neutralschuhen. Da diese auf der Außenseite keine stützenden Elemente aufweisen, können spezielle Einlagen für Hohlfüße sinnvoll sein.

Bei Senkfuß: Stabilschuhe mit Pronationsstütze

Stabilschuhe unterstützen den Fuß während der Laufbelastung mit Hilfe verschiedener Elemente. Besonders häufig ist eine Pronationsstütze eingearbeitet, die bei Läufern mit Senkfuß ein zu starkes nach innen Knicken des Fußes während der Abrollbewegung verhindern soll.

Zusätzlich bieten viele Modelle dieser Kategorie sehr gute Dämpfungseigenschaften, was sie für schwere Läufer interessant macht. Spezielle Sohlenelemente, die unter der Ferse und im Vorfußbereich positioniert sind, fangen die Aufprallkräfte ab.

Für Normal- und Hohlfuß: Neutralschuhe mit mehr Beweglichkeit

Für die Gruppe der Normalfußläufer sind Neutralschuhe gedacht. Diese kommen mit weniger stabilisierenden Elementen aus und lassen dem Läufer im Bereich des Mittelfußes mehr Bewegungsfreiheit. Da diese Läufer mit dem Fuß nur leicht nach innen knicken oder, wie der Typ mit Hohlfuß, sogar mehr auf der Fußaußenkante laufen, übernimmt das Fußgewölbe selbst die stützende Funktion. 

Die meisten Modelle dieser Kategorie werden mit guten Dämpfungseigenschaften ausgestattet. Läufer mit Hohlfuß sollten vorab mit einem Orthopäden Rücksprache halten. Eventuell kann eine individuell angepasste Einlage die Abrollbewegung verbessern.

Dämpfung von Gewicht und Gelände abhängig

Bei der Wahl der Dämpfung entscheidet vor allem das Körpergewicht. Leichte Läufer (Männer bis 70 kg) wählen besser eine weiche Dämpfung, schwere Läufer (über 85 kg) dagegen eine feste. Da die Hersteller unterschiedliche Dämpfungssysteme einsetzen, können Sie nicht alle Schuhe direkt miteinander vergleichen. Am besten verlassen Sie sich auf den gefühlten Tragekomfort, wenn Sie im Geschäft ein paar Meter laufen.

Für die Stärke der Dämpfung spielt zudem das Gelände eine Rolle. Wenn Sie oft auf Asphalt laufen, lohnt sich ein sehr gut gedämpfter Schuh. Nutzen Sie dagegen überwiegend geschotterte Waldwege, kann die Dämpfung etwas schwächer ausfallen.

Zweitschuhe für spezielle Gelegenheiten

Je ambitionierter Sie das Läuferdasein angehen, desto eher können Zweitschuhe für Sie interessant sein. Das können z. B. leichte Trainingsschuhe für die Vorbereitung auf einen Volkslauf sein, oder, wenn Sie gerne abseits befestigter Wege laufen, ein Modell der Kategorie Trailschuh mit besonders griffiger Sohle und wetterfestem Obermaterial. Für viele besondere Gelände- oder Wettkampfbedingungen werden speziell darauf zugeschnittene Schuhe angeboten.

Aktueller Trend: Minimalschuhe

In den letzten Jahren haben fast alle Hersteller den Trend zu sogenannten Minimalschuhen aufgegriffen. Der Ansatz ist simpel: Durch das Weglassen von stützenden Elementen und dämpfenden Materialien soll die Fuß- und Unterschenkelmuskulatur diese Funktion wieder übernehmen. Vorbild ist das Barfußlaufen als natürlichste Fortbewegung.

Allerdings sollten Minimalschuhe nur unter bestimmten Bedingungen getragen werden. Je minimalistischer der Schuh aufgebaut ist, umso weniger eignet er sich als klassischer Laufschuh. Sie können solche Modelle bewusst als Fußtrainer nutzen, um Bänder, Sehnen und die Muskulatur zu trainieren. Aber tragen Sie diese nicht ohne Eingewöhnungsphase zu längeren Läufen. Nutzen Sie für den Einstieg oder Ihre gewohnten Laufeinheiten lieber ein klassisches Schuhmodell. Ein natürlicher Laufstil ist zwar erstrebenswert, lässt sich aber nur durch geduldiges Training umsetzen.

Schuhe aus dem real,- Onlineshop:

Tipps für den Kauf neuer Laufschuhe

Falsche Laufschuhe sind nicht nur unbequem, sie können einem das Laufen auch ziemlich verleiden. Mit den folgenden Tipps finden Sie trotz großer Auswahl ganz einfach Ihren neuen Lieblingsschuh:

1. Kaufen Sie Ihre Schuhe nachmittags

Im Laufe des Tages werden Ihre Füße größer. Kaufen Sie Ihren neuen Laufschuh daher nachmittags oder am frühen Abend.

2. Bringen Sie Ihre alten Laufschuhe mit

Keine Sorge, der Verkäufer wird Sie nicht komisch angucken. Anhand des aktuellen Modells kann der Fachmann erkennen, wie Sie Ihren Schuh beanspruchen und dies bei der Auswahl berücksichtigen.

3. Probieren Sie verschiedene Modelle

Nehmen Sie sich Zeit. Kaufen Sie nicht den erstbesten Schuh, nur weil Sie in Eile sind. Ziehen Sie verschiedene Modelle an und vergleichen Sie die Schuhe im Laufschritt.

4. Die Größe und Passform entscheidet

Auch wenn die Farbe natürlich eine Rolle spielt, am wichtigsten ist die richtige Größe: Im Stehen sollte mindestens eine halbe Daumenbreite Platz vor dem längsten Zeh sein. Auch die Passform an der Ferse und im Bereich der Schnürung sollte stimmen.

5. Laufen Sie ein paar Meter

Fragen Sie den Verkäufer, ob Sie eine kurze Strecke im Geschäft oder sogar vor der Tür laufen können. Dazu wollen Sie den Schuh ja künftig nutzen. Ein Laufband zwingt Sie dagegen zu einer anderen, ungewohnten Laufbewegung; testen Sie besser ohne Hilfestellung.

6. Der Tragekomfort entscheidet

Wenn Schuhtyp, Größe und Passform stimmen und Sie die Wahl zwischen mehreren Modellen haben, entscheidet der Tragekomfort. In dem Schuh, in dem Sie sich besonders wohlfühlen, gehen Sie eher eine Runde laufen, als in jedem anderen Modell.

7. Eingewöhnung

Nutzen Sie Ihre neuen Laufschuhe vor der ersten Runde im Park für ein paar Stunden als Hausschuhe oder für einen Spaziergang. So merken Sie, ob der Schuh wirklich gut sitzt und vermeiden unangenehme Druckstellen oder Blasen beim ersten Training.